Montenegro Via Dinarica Trekking

Auf dem Fernwanderweg von Ost nach West

Montenegro Via Dinarica Trekking
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Reiseziel im Überblick
Einleitung
Der Fernwanderweg Via Dinarica
Vorbereitung und Planung
Die Nationalparks Biogradska Gora und Durmitor
Unsere Tour im Überblick
Nützliche Links
Reisebericht

 

 
 Video Montenegro Via Dinarica Trekking

 
 

Reiseziel im Überblick  zurück zur Liste

Land | Region

Montenegro | Am Mittelmeer zwischen Bosnien und Albanien gelegen | Dinarisches Gebirge im 100km vom Meer entfernten Land schroff, waldreich, viele Seen

Reiseroute

Von Berane (Ost) entlang auf dem Via Dinarica White Trail bis zum Piva Stausee (West)

Reisezeit | Dauer

Juni 2019 | 14 Tage

Klima | Wetter

Alpines Klima bei über 2000m hohen Gebirgszug | regenreich, schnelle Wetterumschwünge, im Juni schon schneefrei

Reiseart | Aktivität

Backpacking Trekking Wandern | Roller als Unterstützung

Übernachtung

1.Nacht im Hotel in Berane um Lebensmittel und Benzin zu besorgen, weitere 14 Nächte wild im Zelt

Flora | Fauna

große Wälder mit Buchen und Kiefern, Wiesen in höheren Lagen | seltener Braunbären, Wildkatzen, Luchse und Wölfe, vermehrt Wildschweine, Rotwild, Füchse, Dachse, Marder , Gämse, Bergziegen und Rotwild / Geier und Adler

Sicherheit | Tourismus

Nicht EU Mitglied, aber Euro | keine Minengefahr, verhältnismäßig sicher | Dinariden wenig überlaufen, Juni ist Vorsaison, Trail Peaks of Balkan im Osten populärer

Anreise

Mit Montenegro Airlines direkt in 1h45m nach Podgorica, von da mit Taxi nach Berane, retour auch mit Taxi (operativer Pickup Point)

Wildnis Faktor

mittel | für europäische Verhältnisse super, wild zelten geduldet, einsame Wanderabschnitte, wenig bekannt und interessant für Pauschaltourismus

Kocher Info

Tankstellen gibt es in den größeren Orten Berane, Mojkovac und Zabljak | Kartuschen? Mal schauen

Einkaufsmöglichkeiten

Supermärkte in Berane, Mojkovac und Zabljak, dazwischen nichts

 

 

Einleitung  zurück zur Liste

Warum um Himmels Willen sind wir dieses Mal so früh dran? Mit allen: Der Entscheidung, der Planung und der Buchung. Vielleicht war es Fernweh oder aber auch die immer weniger in Frage kommenden Ziel in Europa für unseren „Zwischenhappen“. Jedenfalls stolperte ich irgendwie auf die Dreiländertour „Peaks of Balkan“, die Montenegro, Albanien und den Kosovo mit einander verbindet. Seit 2013 gibt es diesen und ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Beim Durchforsten von Berichten stieß ich immer wieder auf Attribute, die mir aufstießen „Überlaufen, stark frequentiert, nicht lohnenswert“. Währenddessen war ich auf gpsies.de unterwegs um mal testweise die Route zu planen.

Wieder einmal klickte ich die Funktion „waymarked trails“ an, wo nun alle markierten Wanderwege auf der Karte eingezeichnet wurden. Ein blauer Strich zog sich von Slowenien bis nach Albanien durch, mit „VDW“ markiert. Ich wurde neugierig und recherchierte weiter. Die Abkürzung stand für den Fernwanderweg Via Dinarica White. Mein Interesse war geweckt, denn was ich nicht kenne und wo wenig Infos im Netz zu finden sind, kann auch nicht überlaufen sein. Den Weg gibt es zwar schon seit 2010, aber auf einer Strecke von 2000 km verteilen sich die Wanderer anscheinend besser als auf dem nur 192km langen Peaks of Balkan Trail.

Die Entscheidung stand nun fest, Auf dem Via Dinarica White von Ost nach West durch das Dinarische Gebirge.

 

 

Der Fernwanderweg Via Dinarica  zurück zur Liste

Der Fernwanderweg Via Dinarica startet an der Postojna Höhle in Slowenien, durchquert in Kroatien die nahe Küstenlinie, führt an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina in die Berge und führt wohl dann auf dem attraktivsten Stück direkt durch Bosnien und weiter durch Montenegro und endet im letzten kürzeren Teilstück in Albanien im Valbona Tal.

Es gibt drei unterschiedliche Varianten des Trails:
blue      – steht für Wasser – folgt der Küstenlinie und ist anspruchslos ohne viele Höhenmeter
white    – steht für Schnee – folgt den über 2500m hohen Gebirgszügen der Dinariden
green    – steht für Wald – folgt nördlich der Dinariden hüglig den Ausläufern

Der Weg hat eine Gesamtlänge von 2000km und es würde wohl 3-4 Monate in Anspruch nehmen, diesen komplett zu laufen. Das Projekt Via Dinarica wurde als Völkerverständigung nach dem Jugoslawienkrieg ins Leben gerufen und 2010 fest etabliert. Seitdem hat er jedes Jahr weltbekannte Preise abgeräumt. Trotzdem ist er unbekannt geblieben, was vermutlich auch an den Ländern liegt, die der Trail durchstreift. Wo früher Landminen lagen und ein Krieg um Leben, Tod und Religion geführt wurde, führt nun ein Wanderweg entlang, der Religion und Länder wieder verbinden soll.

Problemloses Passieren der Landesgrenzen soll ein unkompliziertes Wandern gewährleisten. Probleme kann es beim Geld geben. Da nur Kroatien und Slowenien zur EU gehören und die anderen Länder „nur“ potentielle Kandidaten sind, ist eine einheitliche Zahlung in Euro nicht möglich. Nur in Montenegro ist der Euro offizielles Zahlungsmittel, da das Land seit der Eigenständigkeit nie eine eigene Währung hatte und den Euro nun einseitig als Währung nutzt. Das heißt, sie dürfen keine eigene länderspezifischen Prägungen anfertigen lassen.

Zukünftig könnte es mit Bosnien, Montenegro und Albanien als EU-Anwärter eine einheitliche Lösung geben, was die Währung anbelangt, nur das kann dauern und so scheint für den Deutschen Montenegro aktuell die einfachste Lösung.

 

 

Vorbereitung und Planung  zurück zur Liste

Es sollte nun der White Trail der Via Dinarica sein, der ja komplett durch Montenegro verläuft. Nun war unklar, wo starten, wo enden, wo verpflegen, wo übernachten. Einzige Orte, wo der Trail im Dinarischen Gebirge mal Zivilisation streift, ist in Mojkovac und in Zabljak. Zwischen diesen beiden Orten liegt der wohl einsamste Abschnitt ohne einen Ort. Diese 65km sollten in 4-5 Tagen machbar sein und Proviant sowie Benzin in Mojkovac aufgefüllt werden. Dieser Abschnitt stand nun fest, wie aber die Route davor und danach wählen?

Wenn Mojkovac der Startpunkt gewesen wäre, dann wären wir dann nach Zabljak weitere 10 Tage ohne Einkaufsmöglichkeit unterwegs gewesen. Unmöglich, zuviel Gewicht. Also musste man den Startpunkt verlegen. Nach langen Suchen stieß ich auf den kleinen Ort Berane, der ein paar Supermärkte, ein Hotel und eine Tankstelle zu bieten hat. Perfekt, zumal wir nun auch den Biogradska Gora Nationalpark streifen. So sind es nun ab Berane bis Mojkovac 60km. Entspannt rechnen wir hier 4-5 Tage. Zusammen mit den 4-5 Tagen bis Zabljak haben wir dann noch 4-6 Tage Zeit ab Zabljak bis zum Piva See (51km) oder weiter zu kommen.

Der Startpunkt stand nun fest, doch der Zielpunkt ist vom Piva See über den Berg Maglič bis hin zum Sutjeska Nationalpark sehr flexibel, wir reden hier von einer Distanz von ca. 50km. In diesem Umkreis, wir würden uns dann bereits in Bosnien befinden, gab es keine große Ortschaften mit Busanbindung, es kam also nur ein Taxi in Frage, dass uns dann gleich bis Sarajevo gebracht hätte. Beim Blick auf die Landkarte war dieser Flughafen ca. 50km näher als Podgorica.

Für den Hintransfer ab Podgorica war alle gebongt, ein Taxi Unternehmen antwortete prompt mit einem akzeptablen Preis von ca. 75 Euro nach Berane. Auf meine Frage, was der Transfer ab dem Piva See zurück kosten würde und ob er was gegen einen spontan Pickup Point hätte, antwortete er mit 75 Euro und meinte, dass er uns auch in Bosnien auflesen könne (Preis pro gefahrenen Kilometer ca. 0,50 Euro). Wir buchten nun die Flüge bis/von Podgorica mit Montenegro Airlines ab/an Zürich zu einem Schnäppchenpreis von 532 Euro für 3 Personen. Transfer nach Berane gebongt, Rücktransfer flexibel nach telefonischer Rücksprache.

Hier gehen wir davon aus, dass wir spätestens in Zabljak wissen, wie wir voran kommen und wo unser Ziel sein wird. Das Hotel in Berane ist auch schon gebucht, ein 4 Sterne Hotel für 70 Euro im Dreibettzimmer mit Frühstück. Hier bleibt uns am Samstag Zeit, Proviant und Benzin einzukaufen, am Sonntag ist dann Start auf den Trail.

Um wieder gut voran zu kommen, setzen wir wieder auf den offroadfähigen Klapproller, der uns seit Madeira treue Dienste leistet. Laut meiner Recherchen sind immer Pfad vorhanden, manchmal steiniger, manchmal ausgetretener. Ich gehe davon aus, dass der Roller mehr rollert und weniger geschultert wird. Abschließend kann ich nur sagen, dass die Planung komplett abgeschlossen ist und wir uns nun um den Sommerurlaub bereits jetzt kümmern könn(t)en, wenn wir nur wüssten wohin.

 

 

Die Nationalparks Biogradska Gora und Durmitor  zurück zur Liste

Wie immer, wenn wir uns auf Tour begeben, setzen wir uns mit dem Gedanken „wild zelten“ auseinander. Während das Thema in Montenegro relativ locker angegangen wird, sprich es ist verboten wird aber geduldet, gibt es in den beiden Nationalparks, die auf unserer Route liegen werden, klare Regeln, die wir auch nicht missachten wollen.

Generell stellen sich uns folgende Fragen, auf die wir vermutlich erst vor Ort eine Antwort finden werden. Jedoch konnte ich durch etwas Recherche bereits von zu Hause aus etwas Licht ins Dunkel bringen.

  • Man muss in beiden Parks an den Parkeingängen einen Eintritt zahlen, wie hoch ist dieser?
  • Wir passieren die Parks aber an den wilden Grenzen des Parks, kommen wir da überhaupt rein oder ist er eingezäunt?
  • Wenn es keine Zäune gibt und wir ohne Parkeintritt den Park passieren, was passiert dann?
  • Erwischt uns ein Ranger ohne Eintrittsnachweis, können wir diesen nachlösen oder müssen wir Strafe zahlen?
  • Man darf gegen Gebühr in den Parks zelten, bedeutet das nur auf markierten Camps oder auch wild?
  • Wo liegen die Einrichtungen, wo man den Eintritt bezahlen kann?

 

Man muss in beiden Parks an den Parkeingängen einen Eintritt zahlen, wie hoch ist dieser?
In beiden Parks zahlen Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren 3 Euro je Tag Eintritt. Im Durmitor gibt es sogar Mehrtageskarten für 3 Tage / 6 Euro, 7 Tage / 12 Euro oder 15 Tage / 20 Euro. Dieser Eintritt ist immer direkt an den Parkeingängen zu entrichten.

 

Wir passieren die Parks aber an den wilden Grenzen des Parks, kommen wir da überhaupt rein oder ist er eingezäunt?
Wir gehen stark von aus und sind es auch von anderen Nationalparks dieser Welt gewohnt, dass es keine eingezäunte Grenzen geben wird, maximal der Hinweis, dass man den Park passiert. Sicherlich werden auch Hinweistafeln vorhanden sein, was im Park erlaubt ist und was nicht.

Was sind unsere Erfahrungen: Es gibt weder Zäune noch Hinweisschilder. Ohne es zu wissen, steht man irgendwann im Nationalpark. Betritt man diesen nicht über den Parkeingang direkt am Biogradsko Jezero oder in Zabljak, dann wird wohl kaum anderweitig eine Kontrolle stattfinden.

 

Wenn es keine Zäune gibt und wir ohne Parkeintritt den Park passieren, was passiert dann?
Biogradska Gora kommen wir von Osten in den Park, der Eingang liegt aber im Westen. Hier müssten wir einen großen Umweg gehen um alles völlig richtig zu machen. Beim Durmitor dagegen sind es 200m Umweg und dort werden wir vor Betreten natürlich die nötigen Gebühren zahlen. Beim Biogradska Gora werden wir sehen, was passiert. Gibt es auch an anderen Stellen die Möglichkeit Eintritt zu zahlen? Wir wissen es nicht und werden uns hier wohl überraschen lassen.

Was sind unsere Erfahrungen: Im Biogradska Gora waren wir komplett unterwegs ohne kontrolliert zu werden. Da es aber auch keine Möglichkeit gab, den Eintritt zu lösen, hätte man bei einer Kontrolle durch einen Ranger sicher nur das Ticket nachlösen müssen.  

 

Erwischt uns ein Ranger ohne Eintrittsnachweis, können wir diesen nachlösen oder müssen wir Strafe zahlen?
In beiden Parks sollen Ranger unterwegs sein. Ob wir dort den Eintritt nachlösen können und ob die „faule“ Ausrede akzeptiert wird, dass wir von Osten in den Park gekommen sind, wissen wir nicht. Genau so wenig wie die möglichen Strafen. Auch hier werden wir im Nachhinein schlauer sein.

Was sind unsere Erfahrungen: Im Durmitor stand ein Ranger an einer stark frequentierten Route und kontrollierte die Wanderer. Wir hatten ein Ticket, man hätte es bei ihm aber auch nachlösen können. Drakonische Strafen scheint es also nicht zu geben.

 

Man darf gegen Gebühr in den Parks zelten, bedeutet das nur auf markierten Camps oder auch wild?
In beiden Parks bezahlt man je Zelt und Nacht 3 Euro pro Tag. Hier gibt es anscheinend keine „Mengenrabatte“ wir beim Parkeintritt. Nur bei Wikipedia wurde zudem beschrieben, dass man außerdem auch 1,50 Euro je Person und Nacht löhnen muss, auf den offiziellen Parkseiten steht nichts davon. Bei der Wahl des Platzes unterscheiden sich beide Parks gravierend.

Im Biogradska Gora darf man nach unserer Recherche nur an ausgeschriebenen Plätzen (wild) zelten. Wie diese ausgestattet sind, werden wir danach berichten. Leider haben wir im Biogradska Gora nur einen markierten Platz gefunden, der sich direkt am großen westlichen Biograd Seeufer befindet. Das passt gar nicht in unserem Plan, da wir dort nicht lang kommen. Wir werden also kurz vorm Betreten des Parks noch einmal wild zelten und dann an einem Tag nördlich durch den Park wandern um dann wieder außerhalb des Parks wild zu zelten.

Jedoch müssen wir diesen Plan operativ gestalten, da mir die Grenzen dieses Parks nicht vollständig klar sind. Anders sieht es im Durmitor aus. Hier zahlt man die Gebühr und kann auch innerhalb des Parks wild zelten. Ob es nun nur an den Schutzhütten im Park möglich ist oder man hier völlig frei seinen Traumplatz wählen kann, werden wir vor Ort sehen. Nach aktuellen Plan wollen wir aber sowie so zwei der vier ausgezeichneten Plätze ansteuern. Als erstes das Durmitor Camp und Planinarski Dom „Skrka“ zwischen den beiden See Malo Skrcko und Veliko Skrcko. Die anderen Plätze sind das Alpine Bivak (Rote Schachtel) am Debeli Namet Minigletscher und Grepulj Poljana 2.5km westlich vom See Zminje.

Was sind unsere Erfahrungen: Im Gespräch mit einem Ranger am Parkeingang von Durmitor erfuhren wir, dass man an den Haupteingängen immer nur das Ticket für den Park löst. Zwar steht auch eine Preisliste fürs campen da, aber diese Gebühr wird von einem Ranger einkassiert, wenn er denn dann mal an den ausgeschriebenen Wildcamps vorbeikommt. Während wir im Biogradska Gora keine ausgewiesenen Plätze fanden und somit wild zelteten, gibt es im Durmitor eine handvoll Camps (Lokvice, Skrcko Jezero, Biwak Debeli Namet, Susica, Lovacki). Auf meine Frage hin, ob den im Durmitor auch wild zelten erlaubt sei, meinte der Ranger nur, dass die Camps eingerichtet worden, weil es dort auch eine Wassergarantie gibt. Abgesehen davon könnte man auch wild zelten. Wir trafen am Ende auch drei andere Backpacker, die wild zelteten. Eine Nacht taten wir das am See Zeleni Vir auch.

 

Wo liegen die Einrichtungen, wo man den Eintritt bezahlen kann?
Der Biogradska Parkeingang, der direkt am Biograd See liegt, befindet sich hier.
Der Durmitor Parkeingang, wo von es nur noch 500m zu Fuß bis zum Black Lake sind liegt hier.
Das ergab unsere Recherche, ob es dann am Ende die Plätze sind, die wir angesteuert haben, werden wir im Nachgang berichten.

Was sind unsere Erfahrungen: Am Parkeingang von Biogradska Gora sind wir nicht vorbeigekommen und der Eingang am Durmitor ist ziemlich unscheinbar. Es führt eine Straße bis dahin und tagsüber ist diese mit Autos und Reisebussen zugepflastert. Da die Via Dinarica 50m vor der Hütte rechts nach oben abzweigt, sollte man nicht verpassen, an dem kleinen braunen Haus an der Schranke das Ticket zu lösen.

 

Wir werden unser Bestes tun um keine illegalen Grenzen zu überschreiten, uns jedoch keine Zacke aus der Krone brechen, nur um die Nationalpark Besuchszentren anzulaufen um dann nur bestimmte ausgewiesene Plätze nutzen zu dürfen. Dann würden wir vor Ort lieber spontan umplanen, die Parks umlaufen und lieber wie gewohnt wild zelten.

 

 

Unsere Tour im Überblick  zurück zur Liste

Aufgrund der „Follow-Track-Funktion“ wurde die Tour wieder auf www.gpsies.de einfacher geplant, da Mapsource diese Funktion nicht bietet. In Mapsource habe ich dann noch die Garmin V3 Topo installiert (Link siehe unter Nützliche Links), die noch detaillierter ist um weitere wichtige Wegpunkte und Streckenoptionen zu planen.

Sehenswerte Stationen auf unserer Route, geordnet von Ost nach West:

  • Biogradska Gora Nationalpark
  • Tara Canyon
  • Seen Crno Jezero
  • Durmitor Nationalpark
  • See Škrčko Jezero
  • Sušica Canyon
  • Piva Stausee

So sah der Plan aus (Karte direkt zum zoomen scrollen)
 

 

Das ist daraus geworden (Karte direkt zum zoomen scrollen)
 

 
 

 

Nützliche Links  zurück zur Liste

Via Dinarica

Informationen zum Fernwanderweg auf Deutsch

Via Dinarica II

Weitere Infoseite auf Deutsch über den gesamten Fernwanderweg

Via Dinarica White Trail

Beschreibung des Bergtrails Via Dinarica White

ODS Reisebericht

Reisebericht über den slowenisch-kroatischen Teil des Trails

Taxi Travel Support

Flexibles und preiswertes Taxiunternehmen für Transfers vor Ort (Beispiel Podgorica- Piva Stausee 70 Euro)

Die 5 Nationalparks

Sehr sporadische Infos auf Englisch über die 5 montenegrinischen Natrionalparks

Karte Biogradska Gora

Zoombare Karte vom Biogradska Gora Natonalpark

Durmitor Karte

Zoombare Karte vom Durmitor Nationalpark

Durmitor Infoseite

Seite des Touristenbüros von Durmitor und Zabljak auf Englisch

The Guardian

Beschreibung aller drei Trails auf Englisch

Garmin Adria V3 Topo

Garmin Topo für Montenegro

 

 

Reisebericht  zurück zur Liste

Wer von Euch den Bericht gern offline lesen möchte, kann hier den Bericht als pdf mit 20 MB herunterladen.
Bilder im folgenden Text zum Vergrößern anklicken | Direkt zum Bericht und die einzelnen Tage klicken

1.Abschnitt Berane – Biogradska Nationalpark – Mojkovac 63km | 5 Tage
1.Tag Berane – Vinicka Previja 7km | 2.Tag Vinicka Previja – Debeljacka Glava 13km | 3.Tag Debeljacka Glava – Mican 14km | 4.Tag Mican – Damjanovica Kolibe Camp 14km | 5.Tag Damjanovica Kolibe Camp – Mojkovac 15km  | FAZIT 1.Abschnitt

2.Abschnitt Mojkovac – Sinjajevina Hochebene – Zabljak Durmitor Nationalpark 72km | 5 Tage
6.Tag Mojkovac – Katun Ckara 11km | 7.Tag Katun Ckara – Okrugljak 13km | 8.Tag Okrugljak – Katun Planinica 10km | 9.Tag Katun Planinica – Mandica Do 13km | 10.Tag Mandica Do – Zabljak 25km | |FAZIT 2.Abschnitt

3.Abschnitt Zabljak Durmitor Nationalpark – Camp Lokvice – Srcko Jezero – Sedlo Pass 26km | 4 Tage
11.Tag Relaxtag Zabljak 8km | 12.Tag Zabljak -Katun Lokivice 5km | 13.Tag Katun Lokvice – Zeleni Vir 6km | 14.Tag Zeleni Vir – Se#dlo Pass 7km |FAZIT 3.Abschnitt

 

++++++ 1.Abschnitt Berane – Biogradska Nationalpark – Mojkovac 63km | 5 Tage ++++++

 

1.Tag | Berane – Vinicka Previja 7km  zurück zur Liste

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Quelle Karte Openstreetmap

 

Da wir über Nacht im Hotel Il Sole in unserem Zimmer die Klimaanlage nicht finden konnten, hatten sich unsere Körper bereits an die Hitze angepasst. Der klimatisierte Frühstücksraum war noch die einzige kühle Rückzugsmöglichkeit, bevor es für mich hieß, im nahe gelegenen Ortszentrum Benzin zu besorgen. Skeptisch beäugten sie die Flasche mit der Pumpe, füllten aber bereitwillig die 1L Flasche voll. Zurück am Hotel besuchten wir den kleinen Supermarkt, der gleich gegenüber lag. Eigentlich hatte ich für den 1.Abschnitt 4 Tage eingeplant, aber als Reserve kauften wir für 5 Tage ein. Obst, Gemüse, Kekse, Nudeln, Dosenfleisch, Getränke und Süßwaren, ach ja Ballentines war auch gerade im Angebot, also warum nicht?

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Startschuss in Berane, noch kann ich lachen

 

Gegen 11 Uhr war alles verpackt und voll bepackt standen wir nun in der prallen Sonne. Kaum vorstellbar, sich jetzt nun auch noch fortbewegen zu müssen, geschweige denn einen Anstieg zu bewältigen. Wir gingen es also langsam an. Täve wollte bereitwillig den kühlen 3 L Trinkrucksack tragen und so spazierten wir Richtung Ortsausgang. Bald verließen wir die Hauptstraße und es wurde schlagartig ruhiger. Zwar streiften wir immer wieder Grundstücke und erspähten Häuser, aber wo waren die Menschen? Bald musste eine erste Pause her.

Keine Ahnung, 2km gelaufen, aber ein schattiger Baum lud zum entspannen ein. Derweil konnte ich dem Anstieg entgegen blicken, der heute noch fallen sollte. 1000 Höhenmeter waren eine Ansage, die Hitze von gefühlten 40 Grad aber auch. Die Wege wurden bald schmaler, steiler und zur Krönung bald auch unwegsamer. Der Roller lief nicht mehr wirklich flüssig den Weg hoch. Zum Glück befand sich dieser nervige Abschnitt im Wald, dort wo es kühl war und auch die Mücken schon auf uns warteten. Pest oder Cholera, pralle Hitze oder zerstechen lassen. Mückenschutz wird überbewertet? Nein, wir hatten es vergessen und die Strafe folgte gleich am ersten Tag.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Aus dem Ort raus und allein unterwegs, letzte Zivilisationsreste in der Ferne

 

Bald ließ die Steigung nach, die Piste schlängelte sich durch Gestrüpp und dichten Baumbestand weiter nach oben. Noch rollte der Roller, wenn auch nicht flüssig. Immerhin aber besser als noch weitere 10kg zu buckeln. Der rote Proviantrucksack war prall gefüllt. Gegen 15 Uhr erreichten wir eine offene Wiese mit Blick auf die schneebedeckten albanischen Berge und die grünen endlosen Wälder, die wir hinter uns gelassen hatten. Auf dem Navi war die gut erkennbare Piste nicht mehr eingezeichnet, der wir eigentlich instinktiv folgen wollten. Nein, wir sollten nun einem kleinen Pfad weiter folgen. Nahe der Wiese gab es einen kleinen Bach und wir wussten nicht, was weiter oben wohl noch kommen würde und wie lange der schmale Pfad uns die Nerven rauben würde. Wir pausierten erst einmal und besprachen die Lage. Nach 7km und 400 Höhenmeter entschieden wir, hier das Zelt aufzubauen.

 

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1.Camp und dann gleich so ein Traumplatz

 

Vieles sprach dafür, den Plan jedoch bereits am ersten Tag zu begraben eindeutig dagegen. Egal, irgendwie würden wir es schon wieder aufholen. Der Platz war viel zu schön um ihn links liegen zu lassen. Direkt an der Piste bauten wir das Zelt auf, vorbei kam an diesem Abend Niemand mehr. Täve und ich holten am Bach Wasser und nahmen auch gleich noch ein eiskaltes Bad. Yvonne ging es trotz Fuß OP vor 6 Wochen erstaunlich gut. Sie musste zwar meine Wanderschuhe tragen, die zwei Nummern zu groß waren, aber dafür hatte sie Platz, um den Fuß ausreichend zu polstern. Es schmerzte nichts, die Narbe war bereits gut verheilt. Ich versuchte ihr aber trotzdem soviel wie möglich Gewicht abzunehmen, aber 12-15 kg waren es bei ihr trotzdem auch noch.

Ich dagegen kämpfte mich mit 23- 25kg durch die Prärie. Bei Weitblick und tollen Sonnenuntergang fielen in gewohnter Manier meine beiden Leidensgenossen über das Abendessen her. Ob es geschmeckt hat, weiß ich nicht, es hat auf jeden Fall gereicht. Der Topf war ausgeleckt und wir entspannten schaukelnd in unseren TAR chairs. Gegen 20.30 Uhr ging die Sonne unter und wir mit ihr ins Bett. Komisch, wo wir doch sonst immer bis lange in die Nacht quatschten, wollten heute Alle zeitiger ins Bett. Ich wusste aber auch, dass es bei Yvonne nun nicht heißen würde, dass dafür auch morgen zeitiger aufgestanden wird.

 

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Abendstimmung am Camp, Täve liest entspannt

 

So toll, endlich wieder zu Dritt nach langer Zeit im Zelt gemeinsam einzuschlafen. Die Schlafsäcke dienten nur als Decke, denn die Nacht war lau und sternenklar. Alle schliefen schnell ein.

 

2.Tag | Vinicka Previja – Debeljacka Glava 13km  zurück zur Liste

 

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Quelle Karte Openstreetmap

 

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Schon früh am Morgen brannte die Sonne herunter. Keine Wolke und Entspannung in Sicht

 

Ich weiß nicht, was unseren Zeitrhythmus durcheinander gebracht hatte, aber eigentlich gingen wir erst weit nach Sonnenuntergang ins Bett und vor 8 Uhr stand auch nie Jemand auf. Doch da die Sonne bereits gegen 5 Uhr aufging und das Zelt aufheizte, war ich heute vor 7 Uhr aus dem Zelt geflüchtet.

 

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Sogar Yvi, die Sonnenanbeterin suchte bereits beim Frühstück den Schatten

 

Bei wolkenfreiem Himmel bereitete ich das Frühstück vor. Der Kaffeegeruch und das Rauschen des Kochers trieb meine Mitschläfer langsam aus dem Zelt. Ich konnte es nicht nachvollziehen, wie sie noch in dieser Sauna liegen konnten. Ganz entspannt und ohne Druck genossen wir die Weitsicht und Einsamkeit. Vielleicht wollte ich einfach auch den bevorstehenden Anstieg vor mir herschieben. Weitere 600 hm lagen vor uns und wenn diese nur auf Pfaden zu bewältigen sind, würde ich vermutlich in Sichtweite zu Camp 1 das Camp 2 aufbauen. Nein, es lag nicht an meiner Kondition, sondern die Hitze machte mir schon beim Zusammenpacken der Klamotten Probleme.

 

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Der Roller war startbereit, aber kam bei dem Singletrail vorerst nicht zum Einsatz

 

Wir starteten gegen 10 Uhr durch und schlugen den engen, verwachsenen Pfad ein, die nahe gelegene Piste war uns zu ungewiss. Würde sie uns auch an unser Ziel führen? Es ging die steilsten Passagen im Schatten hoch. Mit langsamen Schritten und schweren Atem, wie einem Mount Everest Besteiger gleich, wuchteten wir Mensch und Gepäck nach oben. Ein Weg war noch erkennbar, aber als er immer überwuchert wurde, sah ich links von uns wieder diese nicht verzeichnete Piste. Sie musste den gleichen Weg nach oben haben. Sie lag nur 10m entfernt, aber bis dahin mussten wir uns nun erst einmal durchschlagen.

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Wo ist die Piste? Vom Trail auf die Piste…ein struppiges Hindernis

 

Nun war es ein Kinderspiel, der Roller lief wieder auf der Piste und ich flog förmlich dahin. Kennt Ihr das, wenn man seinen schweren Rucksack absetzt und die ersten Meter läuft? Ein kurzer schwebender Moment. Wir hatten nun die Piste geschenkt bekommen, dafür den Schatten in Zahlung gegeben. Die Piste wurden neu angelegt, der angrenzende Baumbestand drastisch reduziert. Jeder noch so kleine Schatten wurde für ein Standpäuschen belagert. Wir machten nun aller 100hm eine kleine Pause, aller 200hm eine größere. Kaum zu fassen, aber aufgrund der Steilheit hatten wir nun bald den Scheitelpunkt erreicht.

Ab jetzt sollte es nicht permanent bergab gehen, aber es folgten vorerst keine langen Anstiege mehr. Im hügligen Terrain und mit reichlich Baumbestand ließ es sich super laufen. Alle waren wieder akklimatisiert und bei jeder Weitsicht, die sich anbot, pausierten wir. Nie traf das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“ besser zu als bei dieser Tour. Jeden von uns Dreien durfte sein Pausenrecht einfordern und so konnten wir die Umgebung mehr in uns aufsaugen als sonst.

 

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Täve nuckelt am Trinkrucksack und ist in diesem Urlaub motivierter denn je

 

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Eine der vielen aussichtsreichen Pausen. Wer hier nicht innehält, ist ein Naturbanause

 

Es war Nachmittag und die Sonne hatte uns mal wieder ausgesaugt. Wir kamen an so vielen Traumplätzen vorbei, die aber aufgrund des Wassermangels nicht genutzt werden konnten. Wir beschlossen nun, beim nächsten zumutbaren Wasserreservoir Camp zu beziehen. Leider führt eine solche Entscheidung meist dann dazu, dass man sehnsüchtig um jede Kurve schaut und dann doch enttäuscht wird.

 

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Yvonne genießt die Sonne und die Pause, wohl weniger hat sie Augen für die Ferne, sie war fertig

 

Wir kamen bald wieder auf eine offene Fläche und siehe da, ein kleines Rinnsal plätscherte über den Weg. Alle jubelten vor Freude. Nun musste nur noch ein Zeltplatz gefunden werden. Während ich sonst immer drauf Wert legte, beim wild zelten unentdeckt zu bleiben, schlugen wir hier unser Zelt 3m neben der Piste auf. Die Sonne stand noch hoch und auch der Zeltaufbau artete in eine Schweißschlacht aus.

 

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Wie gemalt, die grasigen, leicht bewaldeten Hügel, dahinter schneebedeckte Gipfel

 

Dafür hatten wir aber wieder mal einen Traumplatz erwischt, und es war erst das 2.Camp. Was würde wohl noch folgen? Eine sagenhaft abwechslungsreiche Weitsicht ließ uns runterkommen, während Täve schon mal das Rinnsal anstaute, um später Wasser zu fördern. Wie vorausschauend er doch war. Nicht so wie ich, der mal wieder den Mückenschutz vergaß. Die Mücken attackierten uns und waren nur in der prallen Sonne in Maßen erträglich. Dann doch lieber schwitzen.

 

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Unser Kaitum vor traumhafter Kulisse

 

Täve lud nun zur Abkühlung ein. Wir genossen die kühle Quelle, eine Erfrischung, die echt nötig war. Die Arbeit des Tages vom Körper waschen, runterkommen und sicher wieder wohl fühlen. Sogar Täve schüttete sich ein paar Schüsseln über den Bauch. Währenddessen köchelten die Nudeln dahin und diese waren dann auch nur entspannt im Innenzelt genießbar. Die Mücken wollten ja auch ihr Abendmahl. Als es bald dämmerte, verschwanden auch die Mücken, nur die Fliegen blieben. Hatten wir uns etwa nicht gründlich genug gewaschen? Dieses Mal konnten wir den Sonnenuntergang genießen, aber auch kurz danach verschwanden wir bald wieder im Zelt. Wir hatten schon längere Touren hinter uns gebracht, aber scheinbar machte uns die Hitze mehr zu schaffen als gedacht.

 

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und noch einmal aus einer anderen Perspektive

 

Im Zelt spielten wir noch ein wenig Karten, stellten schon jetzt fest, dass das hier genau unser Ding war. Pudelwohl, zufrieden und doch ein wenig erschöpft schliefen wir schnell und tief ein. Nur der aufkommende Mond arbeitete auf Hochtouren und durchleuchtete unser Zelt wildromantisch.

 

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Der Sonnenuntergang kann kommen..

 

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..und lässt sich Zeit, uns zu beeindrucken

 

3.Tag | Debeljacka Glava – Mican 14km  zurück zur Liste

 

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Quelle Karte Openstreetmap

 

Und wieder einmal war ich mit Sonnenaufgang putzmunter. Ich war einfach nicht mehr müde und wollte aufstehen. Dies tat ich leise, so konnten Täve und Yvonne noch weiterschlafen. Ich fotografierte derweil ein wenig herum und kochte Kaffee. Es war trotz Sonne noch angenehm auszuhalten. Da nicht so richtig Platz auf der Wiese war, breitete ich mich mitten auf dem Weg aus und hoffte, dass wie in den beiden vergangenen Tagen auch heute Keiner unseren Weg quert.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Die sehnsüchtige Quelle, die wir gestern beim Anblick gefeiert hatten

 

Bald kroch der Rest der Bande aus dem Zelt und wir zelebrierten in Ruhe das spärliche Buffet aus Brot, Müsli, Grießbrei und Kaffee. Das sollte uns erst einmal bis zum Mittag stärken. Obwohl ich heute eine entspannten Tourenverlauf verkündete, kam Keiner so richtig in die Gänge. Das Abbauen, Ein- und Verpacken ist für uns das lästigste bei solchen Touren. Doch wenn dann Alle startbereit sind, freut man sich, wieder die ersten Schritte des Tages zu machen, völlig unklar, wo es Einen heute hin verschlägt und was wohl alles passieren und gesehen wird.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Sitzblockaden in der Einsamkeit interessieren komischerweise keine Sau

 

Ärgerlich war gleich nach dem ersten Kilometer, dass wir auf eine ebene Freifläche kamen, die ein 180 Grad Bergpanorama bot. Was für ein perfekter Platz wäre das gewesen, aber so machten wir am Velje Brdo nur kurz Pause und zogen dann weiter. Auf grünen Wiesen ging vorerst entspannt zur Sache. Dabei blieb Zeit und Luft zum quatschen. Täve zählte mir abermals seine Wünsche zum bald stattfindenden Geburtstag auf.

 

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Verpasstes Traumcamp am Velje Brdo

 

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Noch war es entspannt, bald sollten schlappe 150hm folgen

 

Nach 5km hatten wir den Scheitelpunkt erreicht und trafen auf den CT-1 Trail, der fortan mit einem weißen Punkt und rotem Kreis mehr als genug markiert war. Wir benötigten zwar keine kleinen Pausen, aber doch legten wir immer wieder aller einer Stunde eine Gehpause ein, knabberten an Keksen, erholten uns im Schatten und blickten beeindruckt in der Ferne. Danach lief es dann immer gleich viel flüssiger und motivierter.

 

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Bergkuppe erreicht und nächste Pause in Sicht

 

Voll gespannt blickten wir nach jeder Kurve, jedem Bergkamm, Sattel oder Hügel gespannt, was wohl dahinter kommen würde. Eine Zeit lang hatten wir die Militärstation von Zekova Glava nur in der Ferne schemenhaft erkennen können, doch nun tauchte diese wieder und viel näher vor uns auf. Täve dagegen interessierte auf einmal nur diese eine kleine Pfütze. Dort schwammen jede Menge Molche in unterschiedlichen Farben herum. Wir kamen seinem Wunsch nach, hier Pause einzulegen, obwohl die letzte keine 20 Minuten her war.

 

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Im Bildmittelpunkt die Militärstation Zekova Glava

 

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Täve’s Molchpfütze

 

Irgendwann mussten wir aber weiterziehen, bei km8 hatte ich eine bewirtschaftete Hütte im Navi markiert. Dies motivierte Alle, zur Mittagspause über diese Lokalität herzufallen. Auf dem strammen Weg dahin, versperrte uns ein Schafhirte den Weg und zwang uns ein Gespräch auf. Wir im Gedanken nur beim Mittagessen, blieben aber nett und lachten freundlich, verstehen konnten wir ihn nicht. Im Weitergehen verabschiedeten wir uns und zogen zur Hütte weiter, die in Sichtweite war.

Je näher wir aber kamen, um so mehr wurde uns klar, dass hier wohl Keiner da sein wird, der uns ein Mittagsmahl zaubern würde. Die Hütte war modern erbaut, aber schon lange nicht mehr benutzt worden. Einige Winter hatten schon am Holz genagt. Schade, nun mussten wir unser spärliches Mittagessen hinterwürgen. Brot mit Gurke. Zum Glück war in der Nähe viel Wasser. Das brauchten wir auch um die trockenen Klumpen im Mund aufzuweichen.

 

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Die verlassene Hütte und der Schäfer

 

Nun hatten wir wieder alle Zeit der Welt, auch für den vorhin abgewimmelten Schafshirten, der wieder des Weges kam. Täve spielte mit dem Hirtenhund herum, während wir kein einziges Wort vom alten, einsamen Mann verstanden. Er suchte anscheinend nur Zuhörer, wir boten uns also an. Nach der Pause ging Jeder seinen Weg weiter.

 

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Täve ging seinen eigenen Pfad, wir mussten der Piste folgen

 

Es lief super, wir waren bei guter Laune, die Sonne hing oft hinter Schleierwolken. So war heute auch das Wandern in der Sonne halbwegs erträglich. Täve entdeckte immer wieder schmale Pfade, die er alleine gehen wollte. Wir folgten parallel der Piste, da dort der Roller besser lief. Hügelig ging es nun weiter, ein ständiges Auf und Ab brachte Abwechslung und wir kamen gut voran. Bald erreichten wir eine touristische Region, wo auch Schneisen im Wald erkennbar waren. Klare Sache, hier wird Wintersport betrieben. Bald tauchten auch die ersten Lifte auf. Nur vereinzelt sah man Menschen, alles ausgestorben und keine Läden offen.

Bei km13 standen wir auf einmal vor einer Liftanlage und dort sollte auch der Weg langführen. Das entsprach nicht unserem Geschmack und so umgingen wir diesen Lift und wollten später weiter oben wieder auf den CT-1 stoßen. Ich spähte einen Pfad aus, dorthin musste man aber erst einmal kommen. 60 anstrengende Höhenmeter auf 200m Weglänge. Die Rampe zog jeden von uns dermaßen den Zahn, dass wir oben auf einem kleinen Sattel angekommen, erst einmal schnappatmeten. Vor diesem Anstieg waren wir motiviert, noch weiterzugehen, es war erst Nachmittag. Hier oben aber nun kapitulierten Alle und wollten nur noch entspannen. Meine Ankündigung, dass 100m weiter unten, auf der anderen Seite des Sattels ein schönes Camp sei, brachte das Fass zum überlaufen. Es hallte laut ein „Schnauze“ durch die wilde Landschaft.

Nur mit viel Einfühlungsvermögen konnte ich sie dazu bewegen, dort das Camp aufzubauen, denn daneben befand sich auch gleich eine Quelle, die magisch aus einem Stein heraussprudelte. Die Sonne hatte noch so eine Kraft, dass ich mit dem Zeltaufbau noch warten wollte. Aber auch 1 Stunde später brachte mich das Ganze ins Schwitzen. Der Quellfluss war dann die Hammer Abkühlung. Zwei Schüsseln über die Haare und im Kopf schmerzte es. Das tat so was von gut, dass ich endlich wieder Normalpuls hatte.

 

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Die Quelle – Bad und Küche zugleich

 

Da wir zum Mittag in diesem Urlaub nichts kochten, mussten die Mäuler im Idealfall parallel zum Zeltaufbau gestopft werden. So kam es, dass wir meist unmittelbar nach dem Aufbau gegen 17 Uhr anfingen zu kochen. Die 500 Gramm Nudeln waren in Rekordzeit verschlungen, die letzten Ecken des Topfes ausgeleckt und Alle lagen gesättigt im saftigen Gras und starrten in die Sonne.

 

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Tolles Camp, direkt an einem verzweigten Wanderwegenetz, aber vorbei kam trotzdem Keiner

 

Endlich verschwand die Sonne hinter unserem heutigen Scharfrichter, dem Sattel hinter uns. Bei einem Glas Ballentines und Schokolade stießen wir auf einen gelungenen Tag an, nur dem Sattel zeigten wir den Stinkefinger. Wie konnte uns nur so ein kleines Teil so den Stecker ziehen? Heute ging es später ins Bett, weil wir mal wieder viel zu erzählen hatten. Schon jetzt wurde Montenegro mit unseren anderen Zielen verglichen und wir waren uns einig, dass es doch eine gute Wahl war.

 

4.Tag | Mican – Damjanovica Kolibe Camp 14km   zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Manchmal lohnt es sich, früh aufzustehen. Im Schatten und der Kühle der Quelle entdeckte ich einen Feuersalamander, den ich eine Weile bei seiner Wanderung durchs Gras beobachtete. Zeit hatte ich genug, denn 7 Uhr war ich schon auf den Beinen und die Anderen schliefen noch. Wie immer zündete ich den Kocher nahe dem Zelt an. Das laute Rauschen des Brenners ist der beste Weckruf. Alles war angerichtet und in der prallen Sonne verwandelte sich der Kaffee im Körper gleich zu Schweiß. Nur das Hilleberg bot noch ein wenig Schatten, den ich vollends vereinnahmte. Es war zwar nicht wolkenfrei, aber die Wolken waren dort, wo wir uns nicht befanden.

 

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Dortmund Fan auf vier Beinen

 

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Beim Packen der Sachen flüchtet Täve immer

 

Der Körper wurde ordentlich mit Sonnencreme geschmiert (hatte mir schon die Ohren verbrannt), alle Wasserbehälter befüllt und das Gepäck transportfähig zusammengepackt. Der Roller blieb gleich zusammengeklappt, denn ich wusste, dass es erst einmal hoch und auf Pfaden entlang gehen sollte. Ich ließ gleich dem Schweiß freien Lauf, Schatten gab es nicht und 10 Uhr war es schon unerträglich heiß. 4km und 300hm sollte es bis zur Militärstation auf 2100m dauern. Die, die wir immer nur aus der Ferne gesehen hatten, sollte heute unser höchster Punkt des Tages werden.

 

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Der Pfad sollte bald ein Ende haben, die Piste erleichterte den Aufstieg

 

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Militärstation Zekova Glava

 

Gleichzeitig betraten wir heute den Nationalpark Biogradska Gora. Die meisten Bilder existieren nur vom Biogradsko Jezero, der leicht mit dem Auto erreichbar und einer der wenigen Touristenmagneten hier im Gebirge ist. Daher waren wir gespannt, was wir heute alles Neues sehen würden. Relativ schnell hatten wir den Berggipfel erreicht. Der geplante GPS Trail sollte über den Gipfel führen, diese ist jedoch abgesperrt. Man umrundet die Kuppe nur. So hatten wir Höhenmeter gespart und legten erst einmal eine Pause ein, mit atemberaubender Aussicht auf ein Traumcamp, was leider zu zeitig erschien.

 

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verdiente Pause mit weiten Rundumblick

 

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Der traumhafte Bergsee Resica Jezero

 

Der tolle Bergsee Resica Jezero zog uns in seinen Bann und verlängerte die Pause um einiges. In der Ferne prüfte ich derweil den weiteren Wegverlauf mit dem Navi und wusste, dass es bald wieder bergauf auf engen Pfaden gehen würde. Parallel dazu sah ich jedoch eine Piste. Ich wollte nicht jetzt schon eine Diskussion entfachen, daher behielt ich meine Idee erst einmal für mich. Die Wach- und Horchposten der Station beobachteten uns aus der Ferne. Wir wollten keine weitere Gefahr für sie darstellen und verschwanden aus ihrer Sichtweite. Es ging immer mit Blick auf den See weiter bergab. Bald verschwand er hinter den Bergkämmen und wir erreichten den Abzweig Piste/ Trail.

 

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Gute Laune gibts bei mir immer nur auf Pisten, im Hintergrund der geplante Trail

 

Da die Piste weder einen Abstrich noch eine Abkürzung darstellte und Alle noch gut drauf und wohlauf waren, nahmen wir diese, weil Alle mit mir Mitleid hatten und ich Täve seine Abfahrt gönnen wollte. Für mich hätte es mal wieder „Wandern am Limit“ bedeutet. So ging es auf der Piste weiter bergab. Ich wunderte mich ein wenig, dass es hier keine Kontrollposten oder Nationalparkhinweise gab, obwohl man hier Eintritt bezahlen muss. Hat vielleicht doch noch was Gutes, abseits der asphaltierten Straßen zu wandern. Hier war auch wirklich tote Hose. Ein toller Nationalpark, aber kein einziger Wanderer.

 

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Nun entfernen wir uns wieder vom markanten Funkturm

 

Da wir auf leichten Pfaden unterwegs waren, galt unser Interesse nun nicht mehr dem Untergrund, sondern den Blumen und Gräsern am Wegesrand. Überall zogen Gerüche in die Nase, darunter aber auch ein bekannter. Wir wollten wissen, was hier so riecht und entdeckten bald fein gefiedertes Gras, wilder Dill. Boar roch der lecker, wir rieben unsere Hände ein, packten gleich was mit ein. Auch die farbenfrohen Wiesen waren ein Hingucker. Seit Berane waren sie uns schon aufgefallen. Wild und urwüchsig wachsen sie in artenreicher Vielfalt, Viehwirtschaft gab es hier nicht viel. Gleichzeitig boten diese Wiesen den Insekten auch einen idealen Lebensraum. In jeder Pause waren wir umzingelt von Schmetterlingen und Fliegen. Ist man so aus Deutschland nicht mehr so gewohnt.

 

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Täve zieht mal wieder auf eigenen Pfaden weiter

 

Die Sonne brannte heiß und wir sehnten uns einer Pause und Quelle entgegen. Bald waren alle Wasserressourcen aufgebraucht, mitten in der Gluthitze, mitten in der Mittagssonne. Nicht gut, dachte ich. Ich motivierte Alle, noch 500m zu laufen. Da war ein See im Navi verzeichnet. Wir wussten aber auch, dass diese Seen entweder ausgetrocknet oder aber total verdreckt sind. Bei km7 dann die Ernüchterung. Eine Schlammpfütze, wo schon Auto auf ihren Pseudo-Geländetouren durchgerauscht waren. Auf den ersten Blick schien das Wasser trüb und ungenießbar. Doch bald entdeckte ich im Wasser wieder Molche und eine kleine abgetrennte Ecke des Sees war noch klar. Pause! Ich packte den Filter aus und bereitete die Brühe auf. Den Dreck bekamen wir damit raus, schmeckte nur leider ein wenig morastig. Aber Keiner meckerte, Jeder war durstig und nahm, was er kriegen konnte.

 

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Mittagspause am Wasserloch

 

Die ganze Zeit sind wir auf keinen Menschen getroffen uns so pinkelte Yvonne dorthin, wo sie stand. Sie zog immer mitten auf dem Weg blank, während ich dagegen immer etwas abseits gegen irgendetwas pinkeln muss. Wohl eine männliche Angewohnheit, denn Täve tut das auch. Just in diesem kurzen Moment kam eine Wanderin des Weges. Schneller habe ich Yvi noch nie die Hose hochziehen sehen. Ich lachte mich schlapp, während die nette Frau mit einem kleinen Lächeln grüßte. Das war Yvi hoffentlich eine Lehre.

Frisch gestärkt zogen wir bald weiter und entdeckten nun vermehrt Tageswanderer. War ja klar, denn das Markenzeichen des Nationalparks war keine 10km von uns entfernt. Wir waren noch nicht lange auf den Beinen, da stand auf einmal eine Herde Pferde vor uns. Reiter und Besitzer nicht in Sicht. Da wir ja ein Faible für Tiere haben, konnten wir ohne eine Streicheleinheit nicht weiterziehen. Das gefiel den Pferden anscheinend so gut, dass sie uns nun folgten. Boten sie sich etwa als Packpferde an? Nach 50m drehten sie aber um und gingen zurück zu ihrer Pfütze um zu trinken.

 

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Hier hieß jedes Pferd Maximus

 

Täve rollerte dahin und Yvi und ich mussten schon jetzt feststellen, dass Täve einen weiteren Fortschritt gemacht hatte. Vor einem Jahr auf Zypern hatte er kein Gepäck getragen und wollte auch jeden Anstieg hochgeschoben werden. Hier aber trug er nun einen 3kg Wasserrucksack, stieg bereitwillig jeden noch so kleinen Anstieg vom Roller und lief selbst. Außerdem schob er in flachen Passagen den Roller teilweise selbst. Diese Unterstützung kam mir ganz gelegen und wir wussten, dass wir nun langsam für unsere kommende Urlaube auf den Roller verzichten könnten um unwegsamere Pfade zu beschreiten.

 

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Bergab bekam Täve seine längste bisherige Downhillfahrt

 

Hatte Täve etwas diese Lobeshymne gehört? Komisch, er sollte bald seine Belohnung einfordern wollen. Oberhalb von Dolovi und dem Biogradsko Jezero entdeckten wir die ersten bewirtschafteten Hütten. Dort wollten wir unser Proviant ein wenig aufstocken. Was zu trinken, mehr nicht. Wir kamen an einem kleinen See vorbei und wollten dort Camp beziehen. Doch Täve entdeckte auf der grünen Ebene unterhalb der Serpentinen kleine Hütten, sehr kleine Hütten, naja gut, eher menschliche Hundehütten. Er wollte dort nun unbedingt hin und übernachten. Er bettelte uns an, flehte um diese eine Wunscherfüllung. Wer kann da nein sagen.

Zwar ein wenig enttäuscht, nicht zu zelten, aber zu sehen, wie Täve überglücklich in Richtung Hütten rannte, machten wir die letzten Meter und steuerten das erste der beiden Camps an, was sich noch als gute Entscheidung entpuppen sollte. Dieses Camp war ein kleines Haus mit Bauernhof für den Eigenbedarf. Die Hütten nur ein zusätzlicher Verdienst. Das andere Camp dagegen war rein touristisch.

 

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Das touristische Camp etwas unterhalb von unserem

 

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Das Camp Damjanovica Kolibe mit den Hundehütten

 

Für 15 Euro je Nacht inklusive Frühstück und Kind gratis war es für uns akzeptabel, zumal ein Unwetter am Horizont aufzog. Wir bezogen eine etwas größere Hütte, Täve wollte allein in der Hundehütte schlafen. Das erstaunte uns. So kannten wir Täve nicht, wollte er doch immer lieber bei Mama und Papa im Bett schlafen. Wir stimmten zu, er breitete sich in seiner Hütte aus. Wir bestellten auf einer kleinen Speisekarte für eine Pauschale von 5 Euro unser Abendessen. Täve bekam seine Leibspeise Pancakes, wir Schinkenomelett mit Salat. Natürlich konnte Bier und Cola nicht fehlen. Nach einer warmen Dusche, angeheizt von einem Holzofen, genossen wir das Bauernmahl. An unserer Hütte zog sich der Abend erstmals in die Länge und wir überlebten den Sonnenuntergang. Klar war, dass diese Hüttennacht nicht nötig gewesen wäre, aber gut fanden wir es Alle.

 

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Unsere große Hütte hatte ordentlich Platz

 

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Ein Abendmahl mit Zutaten vom Bauernhof

 

5.Tag | Damjanovica Kolibe Camp – Mojkovac 15km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Wieder mal ein Morgen ohne Wolken am Himmel, dafür gab es am Camp mehr als genug Schatten. Heute war mal keine Packorgie angesagt, lediglich die Klamotten mussten wieder verpackt werden. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns zeitig auf, Zwischenstation Mojkovac zum Nachmittag, um Proviant und Benzin nachzukaufen und dann weiter in den 2. langen und steilen Anstieg der gesamten Tour und schauen wieviel am späten Nachmittag an Höhenmetern noch geht.

 

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Nur kurz am Anfang rollerte es noch, danach hieß es Buckeln und Schleppen, im Hintergrund das Kolibe Camp

 

Bald kamen wir an den Abzweig, wo die Via Dinarica hinunter zum Biogradsko Jezero führt und der auch auf meinem Navi so verzeichnet und eingeplant war. Jedoch sprachen drei Fakten dagegen:
1.zu viele Touristen da unten
2.wir hätten von den 600 Abstiegshöhenmetern wieder 400 rauf gemusst
3.Man hätte den See nicht von oben zu Gesicht bekommen

 

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Links der Blick hinunter zum See war lohnenswerter, aber Obacht galt eher dem Pfad

 

Also ging es auf einem schmalen Pfad oberhalb und nördlich gelegen am Hang entlang. Mitten in der Sonne und nur selten von Wald geschützt, konnte ich dieses Mal wenig auf meinen Schweiß konzentrieren. Eher achtete ich darauf, dass Täve keinen Fehltritt macht, denn links ging es ordentlich steil hinunter. Scheinbar hätte Yvi mehr Hilfe gebraucht. Auf einmal kam von hinten ein fluchen und sie saß auf dem Hosenboden, konnte sich aber noch abfangen.

 

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Der magische Biogradsko Jezero in einem der wenigen Urwälder Europas

 

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Fantastische Weitsicht in Richtung Sinjajevina, die Hochebene, die wir queren wollten

 

Als wir nun dachten, den schweren, gefährlichen Teil geschafft zu haben, stellte uns der Weg auf eine weitere Probe. Ein kleiner, enger Pfad führte so steil durch den Wald hinunter, dass die Kniescheiben ordentlich schmerzten. Eine Pause war notwendig. Der Pfadverlauf war echt abenteuerlich und gefiel mir richtig gut, aber mit meinem Übergepäck am Bauch konnte ich den Weg immer schlecht einsehen und stolperte mehrmals so dahin.

 

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Wir lassen den See und den schweren Pfad bald hinter uns

 

Die große Schinderei hatte bald ein Ende, der Pfad wurde flacher und auch wieder rollbarer. Ich konnte meinen Rücken entlasten und so ging es nun wieder etwas flotter voran. Bald kamen wir wieder auf eine Piste, ein Haus in der Nähe. Gott sei Dank, endlich wieder ordentlicher Untergrund. Kurze Snackpause, Täve saß neben mir und plapperte so dahin. Wir hörten zu und auf einmal gab es einen Riesenaufschrei mit einem Aufsprung von Täve. Gott, mir tat mein rechtes Ohr weh. Da hatte sich ein fetter Käfer auf seinen Schoß gesetzt und er verfiel gleich in Panik. Der arme Käfer wurde ins Unterholz weg geschnippst und Alle lachten.

Nach 6km erreichten wir das Katun Lanista. Hier traf der nicht genommene Pfad unten vom See wieder auf unseren. Wir gingen nun wieder nach GPS Track. Hier in der Nähe hätten wir eigentlich gestern unser Zelt aufschlagen sollen, wir lagen also einen halben Tag hinter unserem Plan, ihn wieder aufzuholen war nicht unser Ziel. Im Wald sollte es nun stetig bergab Richtung Mojkovac gehen. Wir wollten die nächste Quelle abwarten und dann Mittagspause einlegen. Bis dahin folgten wir eher der Serpentinenpiste, der Trail ging geradeswegs immer wieder über die Piste hinunter. Bald trafen wir auf ein klares, kaltes Wasserloch. Das war eine Abkühlung für Geist und Körper.

Vor allem ich brauchte es. Irgendwie hatte ich mein erstes kleines Tief. Es waren noch 7km bis zum Ort und ich war jetzt schon ordentlich im Arsch. Die 5km mit Roller und rotem Rucksack und dann auch noch auf schweren Pfaden hatten mir zugesetzt. Klar, ging es nun erst einmal nur bergab, aber wohl wissend, dass es danach auch wieder steil bergauf gehen würde. Ich rettete mich mit dem Gedanken, dass ich mich wieder erholen würde. Im Schatten und gut von der kalten Quelle durchgenässt, ging es mir beim Weiterlaufen bald wieder besser. Mit jeden Höhenmeter, den wir aber nach unten gingen, nahmen die Temperaturen auch wieder zu. Nicht, dass es uns oben zu kühl gewesen wäre, nein, die Sonne wollte uns zeigen, was sie noch so an Kraft aufzubieten hatte. Von 1750m Höhe ging es bis Mojkovac auf 800m Höhe ordentlich runter.

Die Zivilisation nahm zu, mehr Häuser, immer mehr Menschen und immer mehr befestigte Wege und Straßen. Die Pausenabstände und die Pausen an sich wurden immer länger. Wir hatten wieder 4km geschafft und sahen zum ersten Mal Mojkovac. Der Weg sollte an Supermarkt und Tankstelle vorbeiführen und keinen Umweg darstellen. Yvonne schrie wieder nach einer Pause. Ich hatte mich derweil gut erholt und Täve sauste auf dem heißen Asphalt mit seinem Roller dahin. Nun hatte sie ihr Tief und wollte nicht mehr so recht. Mit einer großen Eispause im Ort konnte ich sie zum weiterlaufen motivieren. Das war auch nötig, denn fortan liefen wir in der prallen Nachmittagssonne.

Im Ort angekommen, hielt nun Yvi unter jedem noch so kleinen Baumschatten, atmete schneller als sonst und meinte bald „Ich laufe heute keinen verschissenen Meter mehr bergauf“ Was sollte das nun heißen? Eigentlich war uns nach der gestrigen Nacht in der Hütte klar, dass nun nur noch im Zelt geschlafen wird, aber im Ort gab es keinen Campingplatz, aber weitere Höhenmeter würden wohl heute auch nicht mehr gemacht werden. Ich erinnerte mich an meine Anfangsplanung der Tour, wo Start in Mojkovac gewesen wäre. Ich hatte damals vorsorglich das Tara Riverside gebucht, eine hübsche kleine Anlage mit 4 Blockhütten. Es ging also nicht anders, wir steuerten diese Unterkunft an, in der Hoffnung, dass sie frei sei und unsere Not den Unterkunftspreis nicht ins Unermessliche treiben würde.

 

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Unterkunft Tara Riverside in Mojkovac, der günstige Rettungsanker

 

Nach dem versprochenem Eis im Ort waren wir nach 15km an der Hütte angelangt. Der Besitzer sprach englisch und gab uns zu verstehen, dass die Hütte 25 Euro die Nacht für Alle zusammen kosten würde. Krass, bei booking.com hätte ich 70 Euro bezahlt. Wir stimmten freudestrahlend dem Angebot zu und sahen diese Übernachtung mehr als nötig an. In der Hütte kamen wir erst einmal wieder runter, auf Normaltemperatur und Normalpuls.

Am späten Nachmittag liefen wir noch in den Ort um Proviant und Benzin zu besorgen. Bei dem Gedanken, dass Zeug morgen wieder 1000hm hoch zu schleppen, wurde mir schlecht, aber zur Belohnung sollten wir ja bald wieder Einsamkeit und Ntur geboten bekommen. Hier unten gefiel es uns nicht so richtig. Im Gespräch mit dem Besitzer wurde uns das aktuell außergewöhnliche Klima erklärt. Während es 1 Woche vor unser Ankunft in Montenegro ununterbrochen 4 Wochen lang geregnet hatte, folgte nun eine extreme Hitzewelle. Beides sei nicht normal.

Irgendwo dazwischen seien die Temperaturen. 20 bis 25 Grad, in den Bergen 15 Grad, aber keine 30 bis 35 Grad. Einziger Wermutstropfen: Der morgige Anstieg würde durch dichtes Waldgebiet gehen. Mir war aber auch klar, dass die 1000hm an einem Tag unrealistisch schienen, wollte aber wenigstens morgen 700hm schaffen. Wir hinkten unserem Plan also weiter hinterher, mussten nun spontan neue Camps und Wasser finden, die geplanten Camps an bekannten Quellen waren ja nun hinfällig.

 

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Beschäftigung für Täve

 

An der Hütte kochten wir unser Abendessen, saßen beisammen und nutzten einen kurzen Moment das Wlan um Bekannten ein Lebenszeichen zu vermitteln. Lange saßen wir auf der kleinen Holzterrasse, Täve kuschelte mit dem kleinen Katzenbaby des Besitzers und musste von uns dann irgendwann mal eingefangen werden als die Bettzeit ran war. Wir schliefen Alle schnell ein und im Gedanken an die morgige Tour wollte ich eigentlich auch erst einmal nicht mehr aufstehen.

Fazit  zurück zur Liste

Bei der Planung schenkte ich diesem Abschnitt keine besondere Aufmerksamkeit, dachte, dass es zu bevölkert ist. Vor Ort jedoch waren wir positiv überrascht. Da der Abschnitt bei Wanderern und Pauschaltouristen weniger populär ist, waren wir viel allein unterwegs. Endlose Wälder, wilde Wiesen und atemberaubende Fernblicke. Abwechslung gab es hinter jeder Kurve. Wo wir dachten, dass der Biogradska Gora ein Highlight des Urlaubes darstellen sollte, trat vor Ort Ernüchterung ein, denn hier waren uns zu viele Leute.

 

++++++ 2.Abschnitt Mojkovac – Sinjajevina  – Zabljak 72km | 5 Tage ++++++

 

6.Tag | Mojkovac – Katun Ckara 11km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Ich kann mich mal wieder nur an Sonne und keine Wolken erinnern, als ich den ersten Schritt vor die Hüttentür wagte. Vor der Hütte wurde gefrühstückt und keine 200m vis a vis lag der Einstieg zu unserem heutigen persönlichen Schlachtfest. Schnell waren wir gesättigt und alles war verstaut. Wir folgten dem GPS Track und standen bald nahe der Brücke vor einem undurchdringlichen Buschwerk. Hier führte kein Trail lang, nicht heute und nicht vor 10 Jahren. Panik musste aber nicht ausbrechen. Es ging weiter gen Süden auf der Hauptstraße entlang und bald sollten wir dort über einen schmalen Trail wieder auf den Originaltrack stoßen.

 

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Der Pfad war immer gut markiert und nicht zu verfehlen, außer man ignorierte so wie ich diese Zeichen

 

Der Pfad war nicht viel begangen und kannte nur eine Richtung: himmelwärts. Zum Glück alles im dichten Wald und noch früh am Morgen. Wir wollten uns für den Anstieg viel Zeit nehmen, viele Pausen machen und viel trinken. Viel schwitzen wollten wir nicht, konnten wir aber nicht beeinflussen. Nach den ersten 70hm war ich nass. Es tropfte über das Gesicht und das Shirt klebte unangenehm am Rücken. Bald kamen wir wieder auf eine Piste mit weniger Steigung, die sich nun durch einen Wald hoch schlängelte und noch an ein paar kleinen Gehöften vorbeiführte.

Bald waren die aber auch weg und aus der Piste wurde wieder ein Trail, keine 60cm breit und von Urwald umgeben, der aber aufgrund der Beschaffenheit noch gut mit dem Roller begehbar war. Wir machten einen Höhenmeter nach dem anderen. Dabei wechselten sich kurze steile Rampen mit etwas flacheren Abschnitten ab. Wir folgten dem weißen Punkt mit rotem Rand. Immer wieder wurde dieser Pfad von eine Motorradpiste gekreuzt, eine Art Gelände zum Austoben. Da diese besser begehbar war und parallel dem Trail folgte, achteten wir nun mehr auf die Piste als auf die Wegmarkierung. Auch aufs Navi wurde weniger geschaut.

Die Worte von Täve „Da geht aber der Weg lang, dort ist das Zeichen!“ ignorierte ich, weil mir der dortige Pfad nicht gefiel. Die Strafe für diese Entscheidung sollte 1km später folgen, denn nun erst merkte ich, dass wir uns zu sehr vom eigentlichen Track immer weiter entfernten. Nun hieß es, sich durch den Busch schlagen, denn 50m oberhalb von uns lag der Pfad. Wir wuchteten uns Alle durch ein Gemisch an Laub, Wurzel, Erde und viel totem Holz. Man machte 3 Schritte vor, einen rutschte man wieder zurück. Man fand nicht richtig Halt in dem steilen Hang. Alle fingen an herum zu motzen. Das durften sie auch, ich war ja Schuld. Ich lief einfach ein weniger schneller den Hang hoch, so war das Motzen in angenehmer, fast nicht wahrnehmbarer Lautstärke gleich viel erträglicher.

 

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Die Wälder wichen bald Wiesen, dafür aber auch ein toller Weitblick

 

Nach 400 Höhenmeter machten wir nun an einer Wettermessstation die nächste größere Rast und konnten nun wieder den Roller laufen lassen. Ab der kleinen Bergkuppe Topovi auf 1200m Höhe sollte es nun wieder flüssiger auf einer Piste laufen. Die 3L in der Trinkblase waren schon ganz schön geschrumpft, der Wald wurde wieder offener, also würde es wohl nicht entspannter werden, im Gegenteil. Eine Quelle wäre jetzt nicht das schlechteste. Wir hatten schon 4km hinter uns, ich wollte aber bis zur Mittagspause schon noch 2-3km laufen, eine passende Quelle wäre am Mittagspausenort ein Traum gewesen, aber bei der trockenen Gegend hier war das noch unrealistischer als auf dem ersten Abschnitt unserer Tour.

Wohl dosiert tranken wir nun Schluck für Schluck und stiegen weiter und weiter auf einer einsamen Piste durch einen Mix aus Wiesen und Wäldern auf. Bei km6 dann Pause. Hier hatte ich laut dem Navi eine Quelle verzeichnet. Für die kommenden weiteren 5km die einzige. Die wollte ich checken und während Yvonne pausierte, machte ich mich mit Täve auf zur 200m weiter weg im Unterholz gelegenen Quelle. Durch Brennsesselbüsche, kniehohe Wildwiesen und über alte, tote Baumstämme hinweg kamen wir der verzeichneten Quelle immer näher, aber kein einzige Plätschern war zu hören.

Wir wollten fast schon wieder umdrehen, da erspähte Täve in 50m Entfernung eine Spiegelung. Mann, hatte der gute Augen. Es war wirklich Wasser und sogar gutes. Es wurde gleich ungefiltert in den Sack geschüttet. Wir nässten noch unsere Shirts und Mützen ein, tranken aus dem kalten und wirklich erfrischendem Bach und traten den Rückweg zu Yvi an, die vermutlich schon in eine Mittagsstarre verfallen war.

Zur Mittagspause hatten wir nun schon die Hälfte an Höhenmeter gemacht. Ich war stolz auf meine kleine Wandergruppe, wusste aber auch, dass die Motivation und Kräfte mit jeder vorrückenden Stunde schwinden. In der ausgedehnten Pause diskutierten wir ein wenig die Lage. Würde auf den kommenden Kilometer eine Quelle kommen? Sollten wir sicherheitshalber hier heute Camp beziehen? Gute Plätze gab es hier zur Genüge, wir hatten sogar im Unterholz nahe der Quelle einen alten Lagerplatz entdeckt. Dann wären es morgen aber nochmals 500hm gewesen und wir hätten heute nur 6km gemacht. Wir gingen das Risiko ein, verließen den sicheren Hafen und liefen weiter.

 

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Mittagspause mit Aussicht

 

Je höher wir stiegen,umso baumfreier wurde es. Bald bogen wir in einen Talkessel ein, der vollends lichtdurchflutet war. Hier stand die Luft, es fiel Einem fast das Atmen schwer. Nun retteten wir uns in kleinen Etappen immer wieder von Baumschatten zu Baumschatten. Bald waren wir auf 1500m Höhe, 700hm geschafft. Das war eine Ansage und Minimalziel. Nun motivierte ich Alle, noch so weit zu laufen bis wir ein geeignetes Camp finden. Da kam uns die kleine, grüne Hochebene Katun Ckara nach 500m gerade recht. Nun hatten wir einen Platz gefunden und wurden einmal mehr bereits nach 11km von der Sonne abgeschlachtet.

Mir war nun klar, das Wasser fehlte. Die weitere ausgemachte Quelle laut Navi war ein Fehlgriff. Das Flussbett war ausgetrocknet. Was sollte ich nun machen? Wieder 5km zurück zur sicheren Quelle laufen oder eher die Piste weitergehen und dort auf Wasser hoffen? Schon oft hatte ich im Urlaub den Fehler gemacht und war zur sicheren Quelle bis zu 5km zurück gelaufen um dann am nächsten Tag zu merken, dass 100m weiter auf dem Trail auch eine Quelle war. Da beißt man sich dermaßen in den Arsch, das wollte ich hier und heute nicht wieder erleben.

Also zog ich mit Täve, Wassersack und Navi weiter bergauf los und Yvonne entspannte im großen, dichten Schatten eines Baumes. Bald verschwand Yvi hinter den Büschen und Bäumen und mit unseren Adleraugen tasteten wir die Umgebung nach Wasser ab. Täve trödelte ein wenig hinter mir her, als ich auf einmal lautlos meine Arme ausbreitete und gen Himmel schaute. „Was ist denn nun schon wieder mit Dir los?“ meckerte Täve. Ich hatte ein Rinnsal gefunden, keine 500m vom Camp entfernt, und dankte Gott für dieses Geschenk. Wir ließen uns nun Zeit, tranken aus dem Bächlein, nässten uns wieder komplett ein und füllten den Wassersack randvoll.

Zurück am Camp hatte sich an der Lage nichts geändert. So wie wir Yvi zurück gelassen hatten, lag sie noch immer da. „Wir haben doch Zeit!“ Sie hatte Recht. Nun war die Situation wieder entspannt und so gammelten wir im kniehohen Gras ab, während Täve sein Geschäft machte. Zwar weit entfernt, doch aber sehr exponiert. Würde er wohl auch wie Yvi erwischt werden? Hier oben kamen nämlich schon häufiger mal Autos entlang. Wir hatten heute eine handvoll gesehen und wussten nicht so richtig, wo die eigentlich hinwollten.

 

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Schmetterlinge in unterschiedlichen Farben bereichern die Pausen

 

Als dann endlich die Sonne ein wenig schwächer wurde, packten wir die Sachen aus, entspannten am Zelt und während ich sonst immer der Einzige war, der in den Schatten flüchtete, musste ich diesen nun auch noch mit Yvi teilen. Sie hatte die Schnauze voll. Wetterverschlechterung war aber erst in zwei Tagen in Sicht. Das machte uns ein wenig Sorge, denn die Sinjajevina Hochebene ist dafür bekannt, dass Bäume sich meist nur an Steilhängen befinden und sie ansonsten doch eher baumlos ist. Hier oben gibt es meist nur weite und ausgedehnte Grasebenen. Das würde das Vorankommen bei praller Sonne echt erschweren. Uns war klar, nun alle möglichen Gefäße mit Wasser zu füllen um ausreichend Reserve zu haben.

In der Abendsonne machten sich die Männer noch einmal auf den Weg zum Rinnsal, um ausgiebig zu baden. Was für eine Erfrischung. Man musste nicht erst bis drei zählen um Mut zu fassen. Im Gegenteil, wir übergossen uns mehrmals mit den Schüsseln. Langsam spürte man, wie der Körper abkühlte. Nun mit Schlüpfer bekleidet liefen wir zurück zum Camp, Yvi hatte sich dort bereits gewaschen und so waren nun Alle bereitet, Essen aufzunehmen.

 

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Hochgenuss pur. Entspannung auf einer Wildwiese, umgeben von Unmengen an Insekten

 

Nun wurde es angenehm in der Sonne, das Abendessen war bitter nötig und übrig blieb auch mal wieder nichts außer der Topf. Zu späterer Stunde kam dann noch ein Kleintransporter auf der 100m entfernten Piste vorbei, der jedoch anhielt. Es stiegen zwei Leute aus und die kamen auf uns zu. Yvi wollte schon im Zelt verschwinden, ich sollte das „Problem“ selbst lösen. „Bleib hier!“ meinte ich. Was wollten sie bloß von uns? Am Ende war es purer Neugier. Warum zelten wir hier? Wie können wir bei der Kälte hier schlafen? Hatte der gerade Kälte gesagt? Einer der Beiden hatte jahrelang in Prag gearbeitet und konnte sogar noch ein paar Brocken deutsch. Noch ein wenig Smalltalk und dann fuhren sie weiter.

 

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In der Stille der Nacht gaben die Grillen ein Konzert

 

Jetzt konnten wir uns wieder entspannt zurücklehnen und genossen noch die letzten Stunden in der Dämmerung, während Täve im Zelt seine Portion Zivilisation in Form von Videos bekam. Bald darauf krochen wir zum ihm ins Zelt und quatschten uns gegenseitig in den Schlaf bis irgendwann kein Wort mehr ertönte.

 

7.Tag | Katun Ckara – Okrugljak 13km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Es knatterte früh am Morgen ein Auto auf der Piste vorbei und störte die Idylle und meinen Tiefschlaf. Ich genoss also draußen vorm Zelt den frischen Geruch des feuchten Grases und das Summen der Fliegen. Beim Anblick des Himmels wurde mir wie gewohnt schlecht. Das Frühstück lenkte den Blick bald wieder auf die schönen Dinge: ein leckerer, heißer Kaffee. Der darf nie fehlen. Vermutlich würde Yvi sonst nie aufstehen. Immer dieser leckerer Geruch bringt sie nur in Bewegung.

Heute wollten wir es wissen. Die restlichen 500 Höhenmeter bewältigen und dann mal Strecke machen. Klar, am Ende des Tages ist es für uns noch nie wichtig gewesen, welche Kilometer wir geschafft hatten, eher mehr die damit verbundenen Erlebnisse. Doch noch wollten wir am Streckenplan festhalten, so mussten wir langsam den nun mittlerweile 20km hinterher hinkenden Zeitplan wieder aufholen. Mit viel Wasser bepackt und wieder gut erholt ging es an unserem rettenden Rinnsal vorbei. Es hätte einen Pfad geradewegs gegeben, wir wählten wiederum die etwas längere Piste. Bei km2 auf 1630m Höhe kamen wir an einer Wanderhütte vorbei. Die schien noch im Bau zu sein und war geschlossen. Wir nutzten also nur den Schatten aus um zu pausieren, keinen vollen Kilometer später hatten wir 1700m Höhe erreicht.

 

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traumhafte Lage, tolle Seen, aber etwas verdreckt

 

Bald kamen wir an einem kleinen See vorbei, wo ich ursprünglich die Übernachtung mal eingeplant hatte. Das hätte aber auch bedeutet, ab Mojkovac bis zu diesem See 1000hm am Stück zu machen. Keine unrealistische Planung, nur die Hitze ist nicht mein Freund. Der See lag idyllisch in einer kleinen Senke, wir aber zogen nun weiter und wollten lieber im Schatten eines Baumes die erst größere Rast nach 4km machen.

 

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Für montenegrinische Verhältnisse konnte man hier durchaus von starker Bewölkung reden

 

Es lief bei Allen gut. Es ging nun vorerst in hügeligen Terrain in einem stetigen Auf und Ab voran, bis wir bei km6 endlich den Höhepunkt des Tages mit 1778m erreicht hatten. Die 1000hm seit Mojkovac waren nun in der Tasche. Nun lagen immer mal kleine Gegenanstiege auf dem Weg, aber dafür auch lange Bergab-Passagen.

 

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Bald waren wir die Einzigen, die noch Schatten warfen, dafür konnte man unglaublich weit ins Gelände schauen

 

Unser Ziel war es, wenigstens eine Quelle oder etwas Schattiges zu finden. Was eher kam, wurde als Mittagspausenort auserkoren. Über weite Strecken konnte man nun unseren Wegverlauf gut erkennen, doch Wasser war weit und breit nicht in Sicht. Die existierenden Pfützen auf der Piste wurden alle von einem Lkw, der uns eine Stunde zuvor überholt hatte noch einmal ordentlich aufgewühlt. Wir hatten noch genügend Wasser, wussten nun aber nicht, wie weit der Lkw noch gefahren war und/ oder wann eine andere Quelle kommen würde. Bald schrien aber Alle nach Mittagspause, aber weder Schatten, noch Wasser kündigten sich an.

 

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Genau in der Talsohle in der Bildmitte befand sich die rettende Picknick Bank

 

In der Ferne machte ich mit dem Zoom der Kamera eine Picknick Bank aus. Die wussten, warum sie die dorthin gebaut hatten. Wir liefen also diesen einen Kilometer noch bergab und sprangen förmlich die kleine Überdachung an. Jeder wollte in den Schatten. Da die Bank eine ideale Größe hatte, wurde aus der Mittagspause ein Nickerchen. Alle fühlten sich noch gut, nur Wasser war dringend nötig. Auch die Notreserven waren schon aufgebraucht. Es kamen zwei Motorradtouristen aus Österreich des Weges, die wir schon im Biogradska Gora Nationalpark angetroffen hatten. Sie grüßten nur nett und fuhren weiter. „Scheiße!“, dachte ich mir, die hätte man ja mal nach Wasser fragen können.

 

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Einziges schattiges Plätzchen bot diese Picknick Bank

 

Irgendwann mussten wir dann weiter, als die Sonne so weit gedreht hatte, dass es immer weniger Schatten für drei Leute gab. Einer Schlägerei wollte wohl Jeder aus dem Weg gehen. Wir schulterten die Rucksäcke und siehe da, keine 500m weiter ein klarer, kühler Bach floss des Weges. Okay, nochmals kurz Auffüllpause und dann ab weiter.

Wir schlenderten nun wieder des Weges, gute Laune wurde bei Täve mit Ratespielen hoch gehalten. Es war endlich mal wieder Luft, im Laufen zu reden ohne gleich Seitenstechen zu bekommen. Über die eine oder andere Anekdote in diesem Urlaub, die hier nun wirklich nicht ins Forum gehört, wurde herzlich gelacht. Es ging echt super voran und wir kamen nun vermehrt an kleinen Dörfchen vorbei, die mal aus drei, mal aus 10 Hütten bestanden. Meist fand man in der Nähe auch große Schafherden und Pferde.

 

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Kleine Hüttenansammlungen im Nirgendwo

 

Bei km13 streiften wir eine Hütte direkt des Weges. Es saßen vier Männer im Schatten des Hauses, Einer von denen kam zu uns und sprach uns neugierig an. Auf die Nachfrage hin, ob wir Wasser oder Schnaps bräuchten, verneinten wir dankend. Wir hatten von ersteren noch genug und letzteres hätte uns in dieser Hitze sofort die Lampe ausgeschossen. Wir kamen etwas tiefer ins Gespräch und er meinte, dass gleich in 200m die letzte Quelle auf den nächsten 30km kommen würde. Das schockierte mich, aber der Einheimische sollte es ja besser wissen und nicht das Navi.

Er meinte auch, dass um diese Jahreszeit hier oben normalerweise nur 15 Grad tagsüber sind. Ja, ist klar, wir wissen es. Abnormale Temperaturen und wir müssen auch noch wandern gehen. Wir bedankten uns bei dem netten Herren und zogen nun weiter. Eines war nun klar, wir mussten bald Camp beziehen, waren aber stolz, dass uns dieses Mal nicht die Sonne überrollt hatte. Trotzdem war es schade, wieder nur 13km geschafft zu haben, es war ja noch Zeit genug, wir hatten es erst 15 Uhr.

Da wir den netten Herren gefragt hatten, ob wir hier irgendwo ein Zelt wild aufbauen können und er dies mit „put up everywhere you want, nobody cares“ und einem leichtem Lächeln beantwortete, suchten wir auch gar nicht erst nach einem Versteck. Die Quelle war bald erreicht und etwas oberhalb davon befand sich ein Plateau. Genau richtig, denn so knapp hinter der Bergkuppe würden wir bald Schatten haben. Es war schade, nicht noch mehr geschafft zu haben, aber so hatten wir Zeit, um uns Gedanken um den weiteren Weg zu machen. 30km ohne Wasser, 2 Tage alles mitschleppen? Gott, aber es schien die einzige Lösung.

Beim Aufbau des Zeltes meinte Yvonne nur: „Bis jetzt war jede Quelle im Navi auch vorhanden, okay, manche ausgetrocknet, aber die meisten nutzbar. Meinst Du nicht, dass der Typ sich irrt?“ Tja, lieber auf ihn hören und wenigstens morgen jeden noch so kleinen Behälter mit Wasser befüllen. Nun galt es erst einmal, den heutigen Tag relaxt im Schaukelstuhl Revue passieren zu lassen. Es hatte noch keiner den dringenden Hunger. Täve kletterte auf den Steinhaufen herum und wir genossen die baumfreie Aussicht.

 

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tolle Aussicht, die wir im Schatten noch entspannter genießen konnten

 

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Aus dieser Richtung waren wir gekommen, rechts mittig im Bildrand die letzte Quelle

 

Täve und ich gingen uns bald zur Quelle runter waschen, ganz nackt wollten wir Beide aber nicht baden, denn ab und an kam ein Auto des Weges, vor und hinter uns befanden sich nämlich diese „sheppard villages“. Zurück am Camp fing ich ungewohnt unbedrängt mit dem Abendessen an. Das spiegelte sich dann auch darin wieder, das dieses Mal viel übrig blieb. Wir hoben es für morgen zum Mittag auf. Die Tour hatte uns heute wirklich nicht viel beansprucht, das merkte man. Jeder hatte noch Energie. Täve kletterte herum, Yvonne hatte sich zum Ziel genommen, ihre Liegestütze auf 20 am Stück zu steigern, sie war gerade bei 10. Ich wollte einfach nur entspannen, fotografierte die Umgebung und versuchte die immer wieder wechselnden Lichtverhältnisse einzufangen.

 

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Hochgenuss

 

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Hochgenuss, zum zweiten

 

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In der Ferne begaben sich viele Einheimische auf die umliegenden Gipfel

 

Etwas verstört waren wir etwas später in der Abenddämmerung, als auf einmal Schüsse aufkamen. Nicht nur einer am Stück, sondern Salven, ähnlich einem Maschinengewehr. Waren das Relikte aus dem Jugoslawien-Krieg? Yvonne sprang verschrocken hinters Zelt. Ich konnte nur lachend kommentieren „Hilleberg Zelte sind sehr haltbar, aber so nun auch wieder nicht!“

 

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Mit Vorsicht genoss Yvonne die Aussicht oder suchte sie den Schützen?

 

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Der aufkommende Mond setzte alles noch einmal richtig in Szene

 

Wir blieben noch lange auf, immer wieder fuhren Autos vorbei, darunter auch der nette Herr von vorhin, der an uns mit Hubkonzert vorbeifuhr. Die 200m entfernte Piste war nicht störend und wir bald im Dunkel der Nacht nicht mehr sichtbar. Sehr spät ging es dieses Mal ins Bett und mit weiteren Salven schliefen wir doch ein wenig beunruhigend ein. Täve meinte nur noch: „Wir haben doch in der Mongolei jedem Camp einen Namen gegeben, dann ist das hier das Ballercamp“. Mit lauten Gelächter schliefen wir bald ein, nichts ahnend, wie wir die nächsten beiden Tage (üb)erleben würden.

 

8.Tag | Okrugljak – Katun Planinica 10km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Ich weiß nicht, was wir mehr Aufmerksamkeit beim Frühstück schenkten, den Schüssen, die uns die ganze Nacht über wach hielten oder dem nun folgenden Wassermangel auf 30km? Jedenfalls bereiteten wir uns aufs Schlimmste vor, am Ende kamen wir auf einen Wasservorrat von 5 Litern. Mit diesen konnten wir zur Not eine Nacht ohne Wasser überstehen. Da der Herr von gestern auch erwähnte, dass weiter oben das letzte Dorf folgen würde und dann erst einmal nur pure Wildnis, freuten wir uns aber auch ein wenig auf den heutigen Tag. Wir wollten vorerst die brenzlige Situation ein wenig verdrängen.

 

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Unsere Art von Mückenschutz

 

Obwohl es morgens noch heiß und wolkenlos war, zogen bald immer mehr Wolken auf, die die Strahlung der Sonne erstmals spürbar dämpften. Wir zogen nach einem ergiebigen Frühstück in Richtung letztes Dorf los und bald verschwand wirklich ein Haus nach dem anderen hinter den Bergen. Die Piste wurde einsamer und Täve stellte auf einmal fest, dass da in der Ferne eine Wandermarkierung war. Die war aber viel zu weit weg. Sollte das unsere sein? Ein Blick aufs Navi und mir war klar, dass wir nicht der links abbiegenden Piste intuitiv folgen durften. Nein, der Track folgte nun geradewegs quer in einem Auf und ab durch wegloses Gelände, nicht mal ein ausgetretener Pfad war sichtbar.

 

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Täve erkundete die Natur, wo es nur ging, ob Flora oder Fauna

 

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Die letzten Meter auf der Piste

 

Ich klatschte in die Hände, faltete den Roller zusammen und schulterte den roten Rucksack. „Auf geht’s!“ Das klang aus meinem Mund noch sehr motivierend. Da wusste ich aber nicht, dass der erste Kilometer auf der Piste heute auch der einzige gewesen sein würde. Zum Glück gab es keine langen Anstiege, es mussten nur mal 150hm bewältigt werden und diese kleine Wand sah man schon gut aus der Ferne. Das leicht hügelige, baumlose Gelände bot stets eine gute Rundumsicht. Leider sahen wir wieder mal keine größeren Tiere, aber lag es etwa am Wassermangel?

 

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Die Berge am Horizont mussten nun nahezu weglos überwunden werden

 

Der Pfad war manchmal schmal, aber meist gar nicht vorhanden. Der Wegmarkierung führte Einen teilweise über unnötige Hügel und Umwege. Das Gelände war offen und keine Unwegsamkeiten lagen auf dem Weg. Also suchten wir uns den direkten Weg mit den wenigsten Höhenmetern. Da mussten wir es dann auch in Kauf nehmen, dass wir mehr Acht auf unsere Füße als auf die Umgebung geben mussten. Es war anstrengend und aller 2km wurde ein kleines Päuschen gemacht. Die Strapazen lohnten sich aber, denn nun kam kein Auto mehr vorbei und wir waren einsam mitten in der Sinjajevina.

 

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Wo ist der Weg, welcher Weg? Suche zwecklos

 

Da die Piste ja von uns wegführte und wir davon ausgingen, dass der nette Herr sicher nur diesen Weg kannte, waren wir ein wenig optimistischer, was Quellen anbelangte. Einen Lichtblick auf der Tour gab es dahingehend, dass ein verzeichneter See mitten in diesem Gelände existierte. Da ich aber mit jedem Liter Wasser froh war, was getrunken wurde, wollte ich mich nicht gleich wieder maximal mit neuem Wasser bepacken. Wir ließen den etwas trüben See links liegen und stiegen noch die Hälfte des einzigen längeren Anstieges auf und pausierten bei km6. Es gab die Nudeln von gestern und das war eine gute Abwechslung zu den sonst so trockenen Keksen.

Wir genossen das Mahl, schauten und lauschten dem Unwetter, das 3km westlich an uns vorbeizog und sich am markanten 2000m hohen Gipfel Mali Pecarac auskotzte. Es donnerte ordentlich, wir machten uns aber keine Sorgen, da bei uns der Himmel nur leicht bewölkt und keine Gefahr in Sicht war. Mit etwas Umweg, da uns die Markierungen fehlten, hatten wir auch bald die andere Anstiegshälfte geschafft und standen nun auf 1840m Höhe. Die Aussicht auf die Landschaft war atemberaubend, die Richtung Himmel nicht.

 

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Unwetter über dem Mali Pecarac

 

Hinter den Bergkämmen konnte sich, für uns nicht sichtbar, ein Unwetter zusammenbrauen. Hier oben pausierten wir also nicht länger, wir wollten aus dem exponierten Gelände. Es waren erst 7km gemacht und diese waren echt anstrengend, nun sollte es auf den nächsten 2-3km vorläufig bergab und flach weitergehen. Das war aber auch gut, so konnten wir mit schnelleren Schritt in sicheres Gelände sprinten.

Nun war es soweit, links und rechts neben uns donnerte es vom Himmel, keinen Kilometer entfernt, nur über uns hielt der Himmel seine Klappe. Wir legten eine kleine Pause ein, um das Gepäck auf den bevorstehenden Regen vorzubereiten. Es sah so aus als würde da noch was auf uns zu kommen. In der Ferne sahen wir schon einen entscheidenden Abzweig, den wir in 2km erreichen würden. Entweder würden wir hier im Hochland bleiben und abkürzen oder aber 200hm zu einem See namens Zabojsko absteigen, der auf jeden Fall Wasser bieten könnte.

Wir gingen bald weiter und fühlten uns ein wenig von Donner und Blitz gejagt. Alle hatten einen ungewöhnlichen flotten Schritt drauf. In Sichtweite zum Katun Planinica, was vor einer 200m hohen Steilwand liegt, sahen wir das Grauen nun von vorn auf uns zukommen. Wer würde nun eher im Katun sein, das Unwetter oder wir? Trailrunning würde ich es noch nicht nennen, aber es fehlte nicht mehr viel. Es war eine Punktlandung, denn als wir das ca. 50cm überstehende Dach einer verlassenen Hütte erreicht hatten, setzte der Regen ein. Erst Starkregen, dann Hagel, aber alles vorerst ohne Wind. Ich füllte den leeren Trinkrucksack an der Dachrinne auf. Nun aber kam auch noch Wind auf, der so blöd drehte, dass das Dach keinen Schutz mehr bot.

Da es nicht so ausschaute, dass es bald nachlassen würde, musste eine Lösung her. Neben der besagten Wohnhütte lag keine 5m daneben eine verfallene Lagerhütte. Ich rüttelte an der Tür, bekam sie aber nicht auf. Durch das offene, kaputte Dach konnte ich sehen, das Müll im Inneren die Tür von innen versperrte. Also trat ich einmal kräftig dagegen und schwupps flog die Türe auf und ich eskortierte Täve und Yvonne in die Hütte. Bei dieser Aktion war ich komplett durchnässt worden. Wir zogen uns Alle erst einmal trockene Klamotten an und belagerten die eine Seite der Hütte, wo das Dach noch intakt war und Schutz bot. Da überall Wind durch die Hütte pfiff, isolierte ich mit dem Müll und Steinen die offenen Löcher.

 

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Unsere Shelter mit wieder intakten Tür

 

Wir saßen nun das Unwetter aus und diskutierten die Lage. Eigentlich wollten Yvonne und ich weiter, aber Täve fand es natürlich in dieser verdreckten Hütte ziemlich cool. War ja verständlich, hier sah es aus wie in seinem Kinderzimmer. Es war trotz der bereits absolvierten 10km bereits später Nachmittag, was wohl an der schweren Strecke und den vielen kleinen Pausen lag. Also nun doch noch 3km runter zum See oder weiter auf der Hochebene mit ungewisser Wassersituation? Unbemerkt ließ der Regen nach und ich hatte nun eine Idee. Hier an der Hütte gab es kein Wasser und auch keine alten Auffangbecken, ich wollte jedoch die anderen drei verlassenen Hütten im Umkreis checken. Würde es hier Wasser geben, könnten wir hier bleiben.

 

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Woanders regnete es noch

 

Die Suche war vergebens, ich hatte aber eine weitere Idee. Wir gingen zurück zur Piste, die am Katun vorbei führte. Da diese ja fest getretener Boden ist, versickert hier Wasser langsamer und siehe da, es gab eine 2x1m große Pfütze, ca. 3cm tief. Okay, das sollte reichen, aber nun musste es schnell gehen. „Wir bleiben, aber suche alle Wassergefäße raus“ spornte ich Yvonne in der Hütte an. Wir mussten nun schnell sein und alles Wasser aus der Pfütze schöpfen, die auf der Piste im Gras eingebettet war. Ich nahm den Teefilter zur Hilfe um den groben Dreck zu filtern. So kam es, dass wir am Ende ca. 18L (Ortlieb Wassersack, drei Töpfe, Trinkrucksack und diverse Flaschen) fördern konnten. Das sollte nun fürs Essen, Duschen und für morgen reichen.

 

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Gut geschützter Platz zwischen den Hütten

 

Wir breiteten uns nun in der Hütte aus, räumten ein wenig auf und blieben auch noch etwas in der Hütte, denn der starke Wind hatte noch nicht nachgelassen. Ich baute derweil im Schutz der beiden Hütten unser Zelt auf, während Yvonne die nassen Klamotten aufhing. Täve erkundete die verlassenen und offenen Hütte aus dem Jahre 1983. So schön hier oben, warum die Leute wohl diese Traumgegend verlassen haben? Montenegrinische Landflucht oder keine Wasserressourcen mehr?

 

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Unsere Magic Hut 142 im Katun Planinica

 

Keiner wollte sich an der Pfütze waschen, draußen war es im Wind arschkalt geworden. So duschten wir in der Hütte. Frisch geduscht und immer noch amüsiert darüber wie ich die Tür eintrat, kochten wir unser Abendessen. Die Türe hing mittlerweile wieder in der Angel. Das Wetter besserte sich nun, der Himmel klarte auf und der Wind ließ nach. So nahmen wir nun vor der Hütte Platz und lauschten den aufkommenden Lauten der Grillen.

 

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Farbenfrohe Blumen auf wilden Wiesen

 

Es wurde dann noch ein schöner kühler Abend, Revue passierend der erste Abend ohne Sonne und in angenehmer Atmosphäre. Bald wurde es dunkel und über uns baute sich ein überwältigender Sternenhimmel auf, den wir noch eine Weile anstarrten. Kurz darauf sprangen wir ins Zelt und waren bald Alle weg getreten.

 

9.Tag | Katun Planinica – Mandica Do 13km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Ein wundervoller Morgen erwartete uns. Wir standen mal gemeinsam auf und frühstückten in der Hütte. Während die Wiesen noch feucht vom gestrigen Regen waren, sahen die Wege und Pisten schon wieder trocken aus. Auch der Himmel zeigte sich heute leicht bedeckt und die Temperaturen waren erstmals richtig erträglich. Wir würden heute gut vorankommen, zumal nur ein Anstieg von 200hm im Weg stand, also einmal hoch und dann ganze Zeit wieder runter.

 

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Das Gelände immer noch offen und weit einsehbar

 

Der Roller wurde seit langem mal wieder aufgeklappt und rollte auf der Piste einigermaßen gut. Ab und an hätte es Täve aber fast auf die Fresse gelegt, weil er in einem Affenzahn die Abfahrten genoss, aber tischtennisgroße Steine im Weg lagen. Man kann es Niemanden Recht machen, er fragte, wann endlich mal wieder richtige glatte Straßen kommen. Nörgler!

 

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Viele verlassene Hütten in der Ferne und angenehme Bewölkung

 

Die ersten 3km führten uns auf der Hochebene an ein paar verlassenen Häusern vorbei bevor wir wieder auf den Haupttrail der Via Dinarica stießen, die unten vom See kam. Bei km2 sahen wir sogar einen kleinen, trüben See. Wenn also das Unwetter gestern, welches Segen und Fluch zugleich war, nicht gewesen wäre, hätten wir hier zur Not auch noch was gehabt. Bald stellten wir mal wieder fest, das die Via Dinarica nun weglos auf einem kaum sichtbaren Pfad geradewegs durch Gelände führte. Wir folgten jedoch weiter der längeren Piste. Ich wollte meinem Körper nach gestern eine Pause gönnen.

 

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Kleiner See im offenen Gelände

 

Es lief heute so gut, bei Allen die Laune auf einem Höchstpunkt, das Wetter zum wandern optimal, die Landschaft abwechselnd und die Wegbeschaffenheit top. Da konnte uns auch der schon weithin sichtbare Anstieg des Tages nichts anhaben, denn erstens sah er harmlos aus und zweitens konnte ich eine Piste erkennen. Dort oben, am höchsten Punkt, auf dem Sattel war Mittagspause angesagt. Heute versprach ich, was Warmes zu kochen.

 

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Über den Sattel in der Bildmitte mussten wir heute noch

 

Wir waren nun einige Zeit allein unterwegs gewesen, kamen jetzt aber an bewohnten Hütten vorbei. Wir grüßten freundlich und ernteten skeptische Blicke. Die dachten wohl, wir hätten uns verlaufen. Die Frage stand ihnen förmlich ins Gesicht geschrieben. Bevor es nun hoch ging, pausierten wir etwas länger und bestaunten die Schmetterlinge, denen anscheinend unsere salzigen Ablagerungen am Rucksack schmeckten.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Pause mit Schmetterlingen

 

An Saransko Polje ging es vorbei und 1km weiter befand sich eine weitere Häuseransammlung. Auch hier wurde uns nachspioniert. Sie schauten um die Ecke ihrer Häuser und dachten wir sehen sie nicht. Wir winkten aber nett zurück. Das waren nun die letzten Häuser. Auf den kommenden 4km würden wir nun wieder allein unterwegs sein, was aber auch hieß, dass hier und jetzt die Piste endete. Für kurze Zeit musste ich nun wieder Roller und roten Rucksack buckeln, denn zum Glück war sie dann endlich da, die wohl verdiente Pause, die wir im Schatten einer großen Kiefer machten.

Ich packte den Kocher aus und kochte 1L Wasser auf, dann kam Kartoffelbrei rein, etwas Kräuter dazu, fertig. Beilagen gab es nicht und wurde auch beanstandet. Was hatten sie erwartet? Ein Menü? Ich warf ihnen mit den Worten „Hier, die Beilage“ eine Gurke zu. Parallel zur Pause, hörten wir weit entfernt wieder die ersten Donner. Wir konnten aber keine kritischen Wolken ausmachen, sie versteckten sich hinter den umliegenden Gipfeln.

Wir waren also entspannt, aßen fertig und schlugen für 1km einen eigenen Pfad ein, da der eigentliche Trail erst in eine Senke führte um dann nochmals hoch zu führen. Zack, wieder Höhenmeter gespart. Nun dachte ich wirklich, dass bald wieder eine Piste kommen würde, aber nichts da, der Weg führte nun weiter auf einem kleinen Pfad, der etwas ausgetretener als sonst war. Es lief sich mit schwerem Gepäck aber trotzdem angenehm, da es stetig bergab ging und es nun voll bewölkt war.

Kurz darauf hatten wir die 10km-Marke geknackt und stellten fest, dass der Trinkrucksack leer war. Täve hatte die ganze Zeit genüsslich dran genuckelt. Also dass ich beim Essen schon nicht mehr berücksichtigt werde und das am Ende bekomme, was übrig bleibt, daran habe ich mich gewöhnt und ist mir auch egal. Beim Trinken hört der Spaß aber auf. Dann laufe ich panisch Amok, meine Stimmungslage änderte sich schlagartig. Auf dem Navi keine Quelle in der Nähe eingezeichnet.

 

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Total zutraulich, fast schon lästig, die kleinen Flieger

 

Nun hieß es, sich auf den schwer begehbaren Pfad und die Umgebung zu konzentrieren. Vielleicht war da noch ein kleines Wasserloch, was gestern im Sturzregen befüllt wurde. Bei km11 bekamen wir freie Sicht auf Häuser, das sah mir nach einer Rettung aus. Die musste nun her, aber nicht nur wegen dem Wasser, sondern wegen dem sich nähernden dunklen Wolken aus dem Osten kommend. Bei Mandica Do erreichten wir ein relativ neu erbautes Steinhaus. Niemand in der Nähe, nur ein paar Kühe belagerten die Wiese. Das Haus war der Glücksgriff schlechthin.

Es standen zwei prall gefüllte 1000 L Fässer mit Regenwasser da. „Okay, wird reichen, müssen wir aber bisschen sparsam sein“ scherzte ich, denn nun konnten wir wieder auffüllen. Wir pausierten gleich an der Hütte, bewusst gleich an der leicht überdachten dem Unwetter abgewandten Seite. Die Frage war nun, Unwetter aussitzen und dann weiter, gleich weiter oder weil es hier Wasser gibt, hier bleiben. Wir diskutierten so lange, dass am Ende das Grollen immer näher kam und es nun zu spät war, weiter zu laufen. Wir blieben also und ich suchte die Umgebung nach einem Camp, fand es in einem 400m vom Haus entfernten kleinen Wäldchen, was uns vorm Wind ein wenig schützen sollte.

Ich wollte das Unwetter noch abwarten, aber Yvi sollte mit ihrem Drängen nach einem sofortigen Zeltaufbau mal wieder ein gutes Gespür beweisen, denn kaum stand das Zelt, legte es los. Ein Tropfen, zwei Tropfen und Platzregen. Es hämmerte aufs Zelt und nicht lokalisierbar donnerte und blitzte es um uns herum. Nun waren wir mittendrin, eine Unterhaltung im Zelt nur mit Anbrüllen möglich. Ein Eingang des Zeltes war relativ gut regengeschützt und noch offen.

Ich schmiss schnell noch alle Sachen rein, setzte mich an den Eingang und wollte gerade meine Schuhe ausziehen, da schlug ein Blitz ca. 200m von uns ein, begleitet von so einem heftigen Donner, das Yvonne von einer Zeltecke in die andere sprang. „Was wolltest Du nun damit bezwecken?“ fragte ich sie. So, nun waren Alle in Panik. Das Sahnehäubchen war dann auch noch der einsetzende Hagel, von heftigem Wind begleitet. Jeder hielt im Zelt die Klappe und lauschte den bedrohlichen Klängen der Natur.

 

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Mac Gyver hätte es nicht besser machen können – wieder dicht!

 

Nach ca. 30 Minuten hatte der Spuk sein Ende. Erst hörte der Hagel auf, Blitz und Donner waren auch weiter gezogen, nur Wind und Regen blieben vorerst da. Wir hatten es gerade mal 16 Uhr, also legten wir uns kurz eine Stunde aufs Ohr und genossen die Klänge des Regens auf dem Außenzelt. Nach dem Nickerchen gab es erst einmal Abendessen, Wasser hatten wir ja noch im Trinkrucksack. Frisch gestärkt gingen Täve und ich nun für Mama Wasser holen. Sie wollte sich lieber unterm Wassersack duschen. Wir Männer duschten uns an den Regentonnen.

Es waren solche durchsichtigen, viereckigen Hartplastiktonnen, die unten einen großen Sperrhahn mit Schraubdeckel haben. der Hahn war aber defekt, so mussten wir also immer etwas dosiert den Deckel aufschrauben, damit Wasser herausfloss. Das ging auch alles gut, wir füllten immer wieder die Schüssel, übergossen uns und waren auch bald wieder in frischen Klamotten. Nun musste noch der 10L Wassersack gefüllt werden. Meine Ungeduld war der Auslöser, dass ich den Deckel nun etwas weiter öffnete um den Sack schneller voll zu bekommen. Da passierte es!

 

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Blick auf die Piste, der wir morgen folgen würden

 

Die Dichtung sprang aus dem Deckel und fest zugedreht hielt es nun nicht mehr dicht. Ach du Scheiße. Was nun? Ich sah auf einem Müllhaufen eine dicke Folie, nahm diese doppelt und musste sie nun irgendwie über den 6cm großen Ausguss stülpen. Dazu musste ich aber erst einmal den Deckel entfernen und ein Strahl würde nun herausschießen. Genau so kam es. Ich spritzte mich ordentlich nass, aber bekam Folie und Deckel wieder drauf. Das soweit die gute Nachricht, die schlechte: Es hielt auch nicht dicht, tropfte aber nun noch. Wir beließen es dabei und gingen zurück zum Zelt.

 

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Geschütztes Camp, was bei dem Unwetter gut vorm böigen Wind schützte

 

Am Zelt wurde alles für einen gemütlichen Abend vorbereitet, Süßes und Alkohol waren platziert. Ich aber konnte nicht wirklich entspannen, das merkte auch Yvonne. Ich machte mir Gedanken über das tropfende Fass und den Besitzer. Das konnte ich nicht hinnehmen, dass ich was kaputt gemacht hatte und nicht wieder reparieren konnte. Er würde vermutlich noch jeden Liter Wasser benötigen. Ich zerbrach mir den Kopf, was als Ersatz dienen könne. Bald kam mir unser Küchenlappen in den Sinn, der sehr saugfähig ist und sich dabei immer ein wenig ausdehnt. Okay, ich schnitt ein Stück ab und rannte noch einmal zum Regenfass.

Es war wieder eine spritzige Aktion, aber dieses Mal hielt es 100 Prozent dicht. Auf dem Rückweg zum Zelt pfiff ich die Mac Gyver Melodie und konnte nun wirklich entspannen. Der Wind ließ nach und wir bekamen sogar noch einen Sternenhimmel geboten. Heute saßen wir noch lange und besprachen den weiteren Weg bis Durmitor. Diesen hätten wir in zwei kleinere oder einen großen Abschnitt einteilen können. Da es aber nun nur noch bergab und flach gehen, wollten wir Kilometer machen und rechneten morgen also mit ca. 25km.

 

10.Tag | Mandica Do – Zabljak (Ivan Do Camp) 25km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Als ich heute Morgen aus dem Zelt schaute, war der Himmel komplett zugezogen. Mal endlich draußen frühstücken ohne zu schwitzen und angenehme Temperaturen. Da es heute weit gehen würde, verbummelten wir nicht soviel Zeit. Wir wollten diese lieber für unterwegs nutzen um kleinere Pausen zu machen. Voll mit Wasser bepackt, hieß es nun, auf der Piste auf 8km 300 Abstiegshöhenmeter zu bewältigen. Keinen Kilometer unterwegs und wir trafen mal wieder auf einen kleinen See.

Also es gibt sie doch, die unverhofften Wasserstellen, teilweise verzeichnet, teilweise mal wieder nicht. Dieser See war auf keiner Karte. Wir kamen langsam wieder in bewaldetes Gebiet, was an Baumdichte kaum mehr zu übertreffen war. Dunkel und unheimlich mutete der Wald mit seinen Bäumen an. Langsam fing es an zu nieseln, aber irgendwie war das eine tolle Erfrischung auf der Haut. Bei angenehmen Temperaturen fror auch Keiner.

 

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Dort im Wäldchen haben wir gepennt, hinter meinem Rucksack ist das Haus zu sehen

 

Täve genoss die Abfahrt, die Piste wurde zunehmend besser. Als wir den See Zminicko Jezero erreichten, kam nun endlich die für Täve so heiß ersehnte Asphaltpiste. Dafür nahm nun langsam auch der Regen zu, genau dort, wo wir wieder ins offenen Gelände kamen. Also mussten die Regenüberzüge raus geholt werden. Es war noch nicht einmal Mittag, aber die 8km waren geschafft. Somit nur noch 2/3 vor uns.

Wir planten bei der Hälfte Pause zu machen, jedoch war bei dem Regen nun eher ein passender Platz mit Unterstand wichtig. Die Bebauungen und Dörfer nahmen zu, aber keines bot eine Lokalität oder Einkaufsladen. In Njegovuda, bei km11, entschieden wir uns zu pausieren, da danach die Gegend wieder unbewohnter werden würde. Hier im Ort fanden wir ein zusammengefallenes Haus, in dem wir Schutz fanden. Es wurde wieder warm aufgetischt. Aufgrund des kühleren Wetters hatten wir noch genug Wasser. Es Gab mal wieder Kartoffelbrei, Täve jedoch bockte rum, er wollte Pommes. „Mit Ketchup?“ „Mit Chicken Nuggets?“ fragte ich und ärgerte ihn noch mehr damit. Nun war es aus. Gut, bleibt mehr für mich übrig.

 

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Die ersten Blicke auf das Highlight der gesamten Tour

 

Eigentlich dachte ich nun, dass ein etwas unattraktiver Teil folgen würde. Auf dem weiteren 4km mochte das auch zutreffen. Dann jedoch kamen wir in ein kleines Waldstück und danach öffnete sich der Blick erstmals auf das Durmitor Gebirge. Scheiße, sah das noch weit weg aus. „Das wollen wir heute noch schaffen?“ fragte Yvonne, ich entgegnete bloß „Von Wollen kann keine Rede sein!“ Wir hatten kein Proviant mehr und mussten uns nach Zabljak schleppen.

 

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Blumen, die erste Klappe

 

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und nochmal Blumen, die zweite Klappe

 

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übrigens mein Favorit

 

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überall Blumen

 

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Blumen, die fünfte Klappe

 

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Blumen, die sechste Klappe, aale auf einer Wiese im Umkreis von 3 Metern

 

Bei einer kleinen Pause war der Blick aufs Navi motivierend, km17 geschafft, nur noch 7km und nur 100hm Aufstieg. In der Pause fotografierte ich wie wild die bunten Wiesen und stellten fest, dass zum richtigen Zeitpunkt nun wieder die Sonne hervorkam. Es ging ja wieder in offenes Gelände. Langsam aber sicher nahm mit jedem Kilometer die Motivation ab. Täve und Yvonne wechselten sich im Jammern ab und übertrafen sich bald in ihrem Leiden. Sollte ich mitmachen oder motivieren. Ich war ja eh wieder an allem Schuld, also versprach ich den Beiden, beim ersten Eisladen im Ort zu halten und zu pausieren.

 

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Blick auf das Durmitor Gebirge

 

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Das Ziel fest im Blick

 

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im offenen Gelände brannte die Sonne dann wieder mal

 

Das half zwar nur für die nächsten 3km, aber nun waren es nur noch 2km bis in den Ort, da mussten sie nun durch. Immer mehr Häuser lagen am Wegesrand, aber der erste Eisladen ließ noch lange auf sich warten. Erst als wir die Hauptstraße M6 überquert hatten, erschienen die ersten Kioske. Wir fielen drüber her, eine Cola, ein Bier und Eis für Jeden und lagen wie Vagabunden am Straßenrand und rochen vermutlich auch so, denn ein Hund kam des Weges, hob sein Hinterbein und markierte ordentlich an Yvonnes Rucksack.

Wir lachten laut los, nur Yvi schrie den Hund an. An der benachbarten Tankstelle wurde noch einmal die Benzinflasche aufgefüllt und dann mussten wir nun wieder raus aus Zabljak, Richtung Durmitor Parkeingang. Dort hinten lag irgendwo das Ivan Do Camp. 2km an der Straße entlang, keine Motivation mehr nötig, das Ziel fest im Blick. Wir hatten es nun mittlerweile 18.00 Uhr und planten daher ein wenig die weitere Vorgehensweise um an Abendessen und Proviant zu kommen.

 

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Kurz vorm Parkeingang, keine 100m und wir mussten noch rechts die Stichstraße hoch

 

Kurz vorm Parkeingang ging es rechts eine Stichstraße zum Camp und keine 10 Minuten später und 50 Pulsschläge mehr standen wir auf einem rustikalem, schön abgelegenen und ruhigen Campingplatz, der von deutschen Wohnmobilen überfüllt war. Zelte fanden wir nur zwei Stück. Die Preise waren sehr moderat, für Zelt und 3 Personen eine Nacht 7,20 Euro. Neben einem Paviliion baute ich fix das Zelt auf um dann mit dem Hausmeister des Camps wieder ins Ortszentrum zu fahren, ich war zu faul, noch einen Schritt zu gehen. Die 3 Euro Transfergeld hatten wir nun auch noch.

Im Ort gingen wir in eine Pizzeria, orderten drei Pizzen und gingen derweil im Voli Markt nebenan für heute und morgen früh einkaufen. Keine 15 Minuten später saßen wir wieder im Auto zum Camp. Dort angekommen schlemmten wir Alle. Was für ein göttlicher Geruch. Mal abends keine Nudeln essen. Mit vollen Bäuchen lagen wir nun da, zu keiner großen Bewegung mehr fähig. Yvonnes operierter Fuß war ein wenig angeschwollen, wie sollte es nun morgen und die restlichen 3 Tage weitergehen?

Ich musste langsam die Koordinaten für den Rücktransfer bekanntgeben, doch nach dem Durmitor würde es bis zum Piva Lake nicht mehr viel geben, wo er uns aufsammeln könnte. Während Täve die Leute in den Wohnmobilen zuquatschte, gingen wir verschiedene Pläne durch. Was wollten und konnten wir noch sehen? Wieviel Zeit bräuchten und hätten wir? Wie war die Stimmung? Es wurde heiß diskutiert und am Ende hatten wir einen tollen Plan gefasst. Dieser sah vor, morgen einen Ruhetag für Yvi’s Fuß einzulegen und relaxed um den Black Lake zu laufen, dann eine weitere Nacht hier im Camp.

Dann sollte es noch einmal für 2 Nächte direkt rein ins Durmitor Gebirge gehen. Ich wusste, dass dort der Roller keinen Meter rollen würde. Also würden wir diesen und unnötiges Gepäck im Ivan Do Camp lassen, da wir die letzte Nacht hier auch noch mal schlafen würden, bevor uns das Taxi abholt. So bekam Jeder sein Stück Kuchen, Yvonne eine Auszeit für den Fuß, Täve einen Relaxtag und Spielplatz und ich mein Durmitor Gebirge.

 

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Sonnenuntergang am Camp ohne störende Faktoren

 

Nun ließ sich entspannter Rum-Cola genießen. Die Süßigkeiten flogen nur so in den Mund. Richtig gut gelaunt und auch wenig später frisch geduscht waren wir komischerweise noch lange wach. Keiner wollte so richtig ins Bett und so genossen fantastische Szenerien am Himmel über dem Durmitor Gebirge.

 

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Sonnenuntergang am Camp mit störenden Faktoren

 

Fazit  zurück zur Liste

Hier hatte ich anfangs doch eher viel Einsamkeit erwartet. Klar, Touristen trifft man auch hier selten, dafür leben auf dieser Hochebene viele Sheppards und immer wieder trifft man auf vereinzelte Häuser oder kleine Siedlungen. Trotz allem war diese Region doch so anders als der erste Abschnitt. Weniger Bäume, mehr Freiflächen, gebirgiger. Einzig kritisch war die Wasserversorgung. Man findet wenig Flüsse und Seen.

 

++++++ 3.Abschnitt Zabljak – Camp Lokvice – Zeleni Vir – Zabljak 26km | 4 Tage ++++++

 

11.Tag | Relaxtag – Zabljak 8km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Meine erstes Interesse nach dem Frühstück galt unserem Kocher. Der spuckte seit ein paar Tage viel Rauch und war zugerußt. Bis dato hatte ich mit dem Polaris nie Probleme. Tankstellenbenzin verbrannte er sauber und die Düse wurde mal kurz geschüttelt und war wieder frei. Irgendetwas stimmte nun nicht mehr, da er auch schlecht vorheizte und unregelmäßig brannte.

Bald fand ich die mögliche Ursache. Der Vorfilter am Ansaugschlauch bei der Benzinpumpe war weg. Konnte das der Fehler sein? Ich nahm einen alten Zigarettenfilter, zerkleinerte ihn und stopfte ihn in die Vorrichtung. Gleichzeitig reinigte ich noch einmal Düse und Nadel und baute alles wieder zusammen. Der Funktionstest lief glatt, nicht 100%ig wie gewohnt, aber zufriedenstellend. Zu Hause muss ich ihn wohl mal komplett reinigen.

Wie waren unsicher, was wir heute machen sollen. Ein wenig war uns unwohl bei dem Gedanken, unsere Ausrüstung hier im Camp zurück zu lassen um ein wenig spazieren zu gehen. Yvonne wollte aber auch nicht allein im Camp bleiben. Wir gingen also das Risiko ein, ich sperrte das Hilleberg Zelt aber mit den roten Sicherheitshaken von innen ab. Das hielt so gut, dass Yvi nicht mehr mal ins Zelt kam.

Gegen 10 Uhr machten wir uns auf den Weg, die Wertsachen, bisschen Tagesproviant und Roller im Schlepptau. Da mich noch so einige Dinge hinsichtlich des Parkeintritts und wild zelten interessierten, quatschte ich am Parkeingang erst einmal einen Ranger zu. Klar war mir, dass es Eintrittskarten für den Park von unterschiedlicher Dauer gibt. Wir nahmen erst einmal ein Tagesticket, kauften Tag darauf aber denn noch mal einen Dreitagespass. Am Eingang stand was von Campinggebühren, aber es stand auch Wohnmobil dabei. Kaum vorstellbar, dass Jemand ins Durmitor mit dem Wohnmobil reinfährt. Hier klärte mich der Ranger auf. Am Parkeingang wird nur der Eintritt bezahlt.

An den ausgewiesenen Camps im Park (Lokvice, Skrcko Jezero, Biwak Debeli Namet, Susica, Lovacki) darf man dann zelten und wenn ein Park Ranger vorbeikommt, muss man zahlen 3 Euro kleines Zelt, 5 Euro großes Zelt. Wenn Keiner kommt, hat man Glück. Ich getraute mir die Frage wie es denn mit dem wild zelten ausschaut. Er meinte nur, dass an den ausgewiesenen Camps garantiert Wasser vorhanden ist und dort auf jeden Fall das Zelten zu empfehlen ist. Aber abschließend meinte er, wenn wir trotzdem irgendwo unser Zelt aufbauen wollen „Feel free!“. Das klang doch super.

 

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Der kleine Poser am Black Lake

 

Nun ging es erstmal an den Black Lake, logisch war der See was fürs Auge, aber die Massen an Touristen, die sich dorthin schoben (inklusive uns) waren abnormal. Da die Meisten es eh nur bis zum Restaurant am Nordufer schafften, wurde es auf dem kleinen Trail um den See dann auch wieder etwas ruhiger. Man stieß aller 10 Minuten mal auf Jemanden, hatte aber immer eine kleine Ecke am See, wo man allein entspannen konnte. Immer wieder überholten uns zwei Asiaten im schnellen Schritt, blieben stehen, schossen Fotos und rannten wieder los. Bald fragten Sie uns, wie weit es noch wäre. Keine Ahnung, aber sie würden sicher ihren Bus verpassen.

 

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Echt idyllischer See, trotz der ungewohnt vielen Touristen

 

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Noch schien die Sonne, hier am südlichen Teil des kleineren Sees

 

Der Weg ließ sich entspannt im Schatten laufen und keine 1.5 Stunde hatten wir ihn umrundet. Täve tobte sich noch in einem Kletterpark und auf einem Spielplatz aus. Wir wollten nach Stunde Pause dann mal weiter, aber auch mit Pommes und Eis ließ er sich nicht locken. Gut, wir hatten keinen Druck.

 

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Da hinten am Horizont würde es morgen für uns zur Sache gehen

 

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Rechts des mittigen Berges würde unser Pfad verlaufen

 

Nun wollten wir noch ins Ortszentrum rein um Mittag zu essen und Proviant für die letzten Tage einzukaufen. Es fing an mit nieseln und im Ort angekommen, legte es richtig los. Wir hatten Bock auf Imbiss und Fast Food und fanden einen netten kleinen Laden namens Staros Varos. Dort gönnten wir uns Burger und Pommes. Gott war das lecker, wir schmatzten uns die Finger ab und gingen gut gesättigt einkaufen. Da es immer noch in Strömen regnete, nahmen wir uns kurzerhand ein Taxi. Der Fahrer reichte mir seine Visitenkarte. Diese sollte uns in den kommenden Tag noch eine große Hilfe sein.

Am Camp zurück entspannten wir ein wenig und sortierten die Sachen für die 3 Tage Wandern. Erstaunlich, was so alles zusammenkam. Am Ende konnten locker noch einmal 15kg inkl. Roller im Camp lassen. So war ich nun mit wenig Klamotten und Essen bepackt und Yvonne mit Zelt, Schlafsäcken etc. Der Hausherr des Camps war damit einverstanden, das Gepäck bei ihm zu lagern. Er wollte keinen Cent dafür, obwohl ich es ihm anbot.

Zum Abendessen gab es nur eine Kleinigkeit, Wert wurde mehr auf das spätere Knabberbuffet gelegt, welches den gemütlichen Teil des Abends einläutete. Wieder einmal saßen wir lange vorm Zelt, dieses Mal mit ordentlich Mückenschutz einbalsamiert. Die Wohnmobilnutzer saßen Alle bereits in ihren Karren und schauten fern. Für uns nicht nachvollziehbar, wenn hier draußen gerade eine Natur Doku live vor den Augen zu sehen ist. Mit viel Vorfreude verabschiedete ich mich in Richtung Durmitor mit den Worten „Gute Nacht, wir sehen uns morgen!“ und fiel ins Zelt.

 

12.Tag | Zabljak – Katun Lokvice (Durmitor Camp) 5km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Nach dem Frühstück waren alle Sachen schnell gepackt, viel hatten wir ja nicht mehr. Ich lief noch einmal schnell hinunter zum Parkeingang und löste das 3-Tages-Ticket. Im Netz las ich viel davon, das nicht zu buchen, da sowieso keine Ranger unterwegs kontrollieren, auch Yvi tendierte zu dieser Handlung. Ich meinte nur, dass es unfair wäre und es ja nicht die Welt kosten würde.

Zurück am Camp, schulterten wir die Rucksäcke und legten los. Bewusst hatte ich für diesen kleinen Rundtrip durch das Durmitor die Strecken sehr kurz gehalten. Keiner wusste, wie sich die Beschaffenheit des Geländes auf Täves Motivation, Yvonnes Fuß und meinen Rücken auswirken würde. Dementsprechend entspannt gingen wir auch die heutigen 5km an. Start war gegen 10 Uhr, wir hatten alle Zeit der Welt um die 400hm zu überwinden.

 

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Ungewohntes Bild: Ich ohne roten Rucksack. Endlich sah ich mal wieder, wohin ich trat

 

Just 500m nach dem Camp stand ein Mann in grüner Uniform am Wegesrand. Tja und was soll ich sagen, wir konnten ein Ticket für den Park vorweisen. Keine Ahnung, was ohne dieses passiert wäre, man hätte sicher nur nachzahlen müssen. Nach km1 überquerten wir noch einen Fluss und dann kannte der Weg nur noch „steil“. Ein ausgetretener, gut markierter Pfad führte durch dichten Wald. Über Wurzeln, Steine und erdige Passagen wäre hier der Roller keinen Meter gerollt.

Immer wieder bekam man die Möglichkeit in Richtung Black Lake zu schauen, aber sehen konnten wir den See nicht mehr, dafür ein weiter Blick über Zabljak und die Landschaft. Das genossen wir in vielen und ausgedehnteren Pausen. Obwohl immer so die Regel war, aller 100hm ein Stopp einzulegen, waren es heute auch mal nur 50hm, wenn ein guter Ausblick kam. Es kamen uns ab und an Wanderer entgegen, seltener überholten uns welche.

 

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Wir waren aus dem Wald raus und das Terrain öffnete sich

 

Kurz nach km2 öffnete sich das Gelände, es lagen nur noch 150hm vor uns. Nun zeigte sich die traumhafte Landschaft von einer ganz neuen Seite. Kaum noch Bewaldung, aber mit sattgrünen Büschen bewachsene Hänge, dazwischen mit weiß getupften Restschnee und dann diese imposanten Bergformationen. Wir brauchten keine Pause, nein wir nahmen sie uns wegen der Aussicht. Das war wie Panoramakino, immer schön den Kopf von links nach rechts schwenken lassen.

Bei km4 erreichten wir einen Aussichtsplatz, wo man nun auf den Talkessel blicken konnte, wo wir nächtigen würden. Es war aber auch eine Hütte mit einer Traube von Menschen zu sehen. Was wollten die hier oben Alle? Yvonne meinte nur. „Lass uns hier oben lieber noch einmal die Stille genießen, wer weiß, ob wir dort unten dann noch finden werden.“ So taten wir es auch, ließen die Beine über die Felsen baumeln, knabberten an Keksen und Nüssen und suchten in den steilen Hängen nach Tieren. Irgendwo hier mussten sie doch sein.

 

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Wie kann man solche Ausblicke nicht toll finden?

 

Parallel zu unserem Weitermarsch, brach auch die Gruppe an der Hütte auf. Dort angekommen, war uns klar, warum bei so einer alten Sheppard Hütte so viele Leute standen. Der Sheppard bot Bier und Cola zum Verkauf an und die Hütte lag auf einer beliebten Route zu den Eishöhlen. Eine kleine Gruppe von Tagestouristen aus der Schweiz saßen immer noch dort. Sie waren die ersten Opfer der gesamten Wandergruppe. Der große Teil war zur Höhle weitergegangen, die über einen steilen Trail erreichbar ist. Die Anderen blieben an der Hütte und wollten den Rückweg antreten.

Einer der Schweizer fragte mich, warum wir denn so viel Gepäck mitschleppen.
Er: „Wollt Ihr hier oben zelten?“
Ich: „Ja, wollen wir.“
Er: „Wollt Ihr nicht?“
Ich: „Doch, wollen wir!“
Er: „Wollt Ihr nicht!“
Ich: „Ok, wollen wir nicht.“

Was will der von mir? Ich beendete das sehr monotone, nicht zielführende Gespräch, der Typ kotzte mich an. Ich ging weiter und ließ ihn links liegen. Er meinte nur, dass er sowas früher auch mal gemacht hätte und es nicht glauben kann, dass man hier oben mit einem Kind zelten geht. Oberhalb der „Sheppard beer hut“ war mit einem Schild das Durmitor Camp ausgeschildert, auch bekannt als Camp Lokvice, benannt nach dem 100hm unterhalb gelegenen kleinem See.

 

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Der Schweizer wollte es nicht glauben, aber wir zelteten doch

 

Im Camp war nur ein älteres russisches Paar, was sich sehr angenehm verhielt. Nett gegrüßt und sonst in Ruhe gelassen. So empfanden die es scheinbar auch. Wir bauten unser Zelt an der nach Pisse riechenden Schutzhütte auf. Ehe ich dort Schutz suchen würde, täte mich der Blitz eher am Arsch treffen. Es war früher Nachmittag und während Yvi ihre Fitnesseinheiten durchzog, gingen Täve und ich die Umgebung abchecken. Wir suchten die kleine Quelle unterhalb des Camps, setzten uns dort aber vorerst hin und starrten auf den Talkessel und den See Lokvice. Mittlerweile waren keine Tageswanderer mehr hier und auf den umliegenden Trails zu sehen. Eine Stille breitete sich über den Bergen aus.

 

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Die nach Pisse stinkende Behausung, nein nicht unser Zelt!

 

Hier oben war es nun in der Sonne gut auszuhalten, doch sie machte sich rar, Wolken zogen auf und als ob man danach die Uhr stellen könne, kamen Donner und Blitz und bald darauf Regen. Wir verschwanden erst einmal im Zelt und nach paar Runden Karten spielen und Rätsel raten, war es Zeit für ein Nickerchen. Der herunter prasselnde Regen und ordentlich Seitenwind schafften es nicht uns daran zu hindern, im Gegenteil.

 

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Täve kann auch genießen

 

Eine Stunde später war alles vergessen, die Wolken zogen über uns weiter, nur an den Bergen, weit weg von uns, hingen sie noch. Wir machten uns ans Abendessen, mal wieder gab es Nudeln. Wir variierten aber in der Form und auch beim Fleisch probierten wir was neues aus. Draußen schmeckten sowie so immer alles gut. Es blieb trotz der kurzen Tour und wenig Anstrengung nichts von den Nudeln übrig.

Am Abend verfolgte ich die besorgten Gedanken, die ich seit Ankunft hatte. Ich konnte direkt den morgigen Weg einsehen und der sollte sich in sich haben. Schon der Anblick war erschreckend, sah aufgrund der Schneefelder unüberwindbar aus. Die Fakten beschönigten nichts: 450hm auf 2km. Würden wir hier eine Kletterausrüstung brauchen? Mit dem Zoom der Kamera schaute ich mir den Verlauf an und je mehr ich das tat, umso mehr nahm ich Abstand von dieser abstrusen Idee.

 

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Mittig im Bild der morgige Anstieg. Wüsste man es nicht, es würde unüberwindbar ausschauen

 

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Scheinbar die kritischste Stelle im Anstieg, sollte es hier ein gefahrloses Durchkommen geben?

 

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Gemsen in Sicht

 

Ich müsste mal eine Nacht drüber schlafen, Täve und Yvonne gefiel der Weg, sie wollten ihn angehen, nur ich hatte meine Zweifel und ertrank diese in ein, zwei Gläschen Rum-Cola und der Abend neigte sich noch lange nicht dem Ende. Obwohl wir erstmals die Daunenjacken überziehen mussten, blieben wir draußen sitzen. In der Dämmerung fielen Steine im Steinhang herunter. Da waren sie, die Gemsen, die wie die Huber Buben an den Wänden kleben. Wir bestaunten sie und verfolgten ihren Weg. Das Pferd vom Sheppard stattete uns bald auch noch einen Besuch ab und wir konnten natürlich nicht nein zu ein paar Streicheleinheiten sagen.

 

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Wieder ein „Maximus“ am Zelt

 

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Abendstimmung in selten so schön beleuchteter Landschaft

 

Gegen 22 Uhr rollten wir uns ins Zelt und deckten uns mit den Schlafsäcken nur zu, so kalt war es dann auch nicht. Mit dem Gedanken, was wir morgen wohl machen würden und wo es uns hintreiben sollte, schlief ich etwas unruhig ein.

 

13.Tag | Katun Lokvice – Zeleni Vir 6km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Beim Frühstück entschieden wir nun, den Anstieg zu versuchen. Auf halben Wege würde es noch einen Ausweichpfad zu einer Biwakschachtel geben. Außerdem baute ich aus einem 8m langen Seil einen Brust-Sitz-Kombigurt um Täve in den kritischen Passagen zu sichern. Wir würden kein Risiko eingehen und auch wieder umdrehen, aber ein Versuch war es doch Wert.

 

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Morgenstimmung am Zelt, noch keine Wolke am Himmel, das sollte sich noch ändern

 

Erstaunlicherweise kamen gegen 9Uhr die ersten Tageswanderer vorbei, wir waren erst gegen 10 Uhr startbereit, aber das Zeitfenster war für die 6km groß genug. Unser Weg ging an der Quelle vorbei und bald waren wir auf einem erkennbaren Pfad, der sich aber immer wieder in der Landschaft verlor. Markierungen gab es keine und auch sonst schien der Pfad doch eher selten benutzt.

 

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Der Weg lag vor uns, links am Hang ging es nun leicht abwärts

 

Obwohl dicke Wolken am Himmel vorbeizogen, sah es heute nicht nach Regen aus, war auch laut Prognose nicht vorhergesagt. Oberhalb des Sees Lokvice führte der Weg vorbei und bald standen wir am Einstieg, wo es nun nur noch bergauf ging. Die Hände mussten wir zum kraxeln noch nicht benutzen, aber an Steilheit war der Pfad kaum zu überbieten. Die kleinen Serpentinen halfen da auch nicht mehr. Nun hieß es pumpen und schuften. Täve hatte ich mit einem Karabiner und Mastwurf am Hüftgurt fixiert und die restliche Seillänge variierte ich je nach Bedarf mit der Hand.

 

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Hier ging es nun richtig zur Sache, ein Weg nicht wirklich erkennbar

 

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Blick zurück zu unserem Camp und dem See Lokvice

 

Mit zunehmender Höhe nahmen auch die Schneefelder zu, jedoch schlängelte sich der Weg immer noch gut an denen vorbei, sodass wir immer festen Untergrund hatten. Ab und an war es sehr geröllig und man musste nach festen Tritten suchen, aber doch kamen wir gut im Schatten der Wolken voran. Langsame Schritte, kleine Standpausen und 200hm und 1km des Anstieges waren bald überwunden.

Hier pausierten wir um zu entscheiden, wie es nun weitergeht. Von hier aus konnte man gut beide Wege einsehen. Unser Favorit sah nun gar nicht mehr so erschreckend aus, ein Weg durch die Schneefelder ersichtlich. Der Ausweichweg dagegen war von großen Schneefeldern bedeckt. Die Entscheidung fiel also leicht. Nach einer längeren Pause suchten wir uns im Gelände einen eigenen Weg, wollten die Schneefelder meiden. Dort angekommen, wollte Täve unbedingt über diese laufen. Da der Hang hier nur sehr leicht geneigt war und keine Gefahr bestand, stapfte ich mit kräftigen Tritten voraus, Yvi und Täve folgten.

 

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Immer weiter ging es nach oben, der Blick zurück machte Einen stolz

 

Es lief für mich gut, hätte auch noch schneller laufen können, merkte aber, dass Yvi ein wenig hinterher hing. Ich nahm raus und fragte sie, ob alles in Ordnung sei. „Mein Puls ist zu hoch, ich atme zu schnell.“ Okay, wir machten also nach dem Schneefeld eine Pause und setzten den Weg dann in einem noch langsameren Tempo fort. Täve’s Kaugummi schien bei Yvi Wunder zu wirken, war es der Zucker? Es ging ihr bald besser, aber trotzdem sehnte sie sich nach dem Ende des Anstieges.

Nach 3.5km hatten wir nun den 2240m hohen Sattel erreicht und damit die Mittagspause eingeläutet. Da der Zucker ihr anscheinend half, gab es eine Tüte Haribo, von der ich nur die leere Tüte sah. Ich brauchte auch nichts, mir ging es gut und so sollten sich mal die Beiden eine Belohnung und Aufputschmittel gönnen.

 

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Das Ende erreicht, Pause!

 

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Nein, keine Malerei. Mein Schweiß zauberte ein Kunstwerk in die Mütze – Wald mit Bergen

 

Während wir pausierten, sahen wir in der Ferne die Zacke des Bobotov Kuk stehen, der Gipfel übersät mit Menschen, die herum schrien und pfiffen. Was sollte das? Zum Glück wollten wir dort nicht hoch, spätestens bei diesem Anblick hätten wir es gelassen. Während wir einsam und allein hochgestiegen waren, sahen wir beim Abstieg auf der anderen Seite des Sattels die ersten Menschen und einen doch sehr ausgetretenen, erdigen Pfad im Tal.

 

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Warum wollen immer Alle auf den höchsten Berg? – Der überfüllte Bobotov Kuk

 

Darauf konnten wir uns aber nicht konzentrieren, denn so steil wie der Anstieg war, so steil ging es auch wieder hinunter. Anfangs an Schneefeldern und engen Pfaden vorbei, verlor der Abstieg bald seine Steilheit und das nutzten Täve und ich für eine Schlitterpartie auf dem Schneefeld aus. Was für eine spaßige Abkühlung. Der eine Kilometer war geschafft und 200 hm vernichtet, die wir uns vorher hart erkämpft hatten.

Ein See, direkt an dieser Wanderautobahn, lud zu einer Pause ein. Warum war hier soviel los? Waren die Seen Skrcko das Ziel? War dort soviel los? Wir trafen nun auch wieder auf Wandermarkierungen. Yvi äußerte erstmals den Wunsch, hier schon Camp zu beziehen, unser Tagesziel, die Seen Skrcko lagen in ihren Augen unerreichbar weit entfernt. Ich hätte mit dem Platz leben können, dann hätten wir aber die wunderbaren Seen nicht gesehen. Täve bemängelte das auch und so gaben wir Yvonne noch mehr Pausenzeit und danach lief es auch schon wieder besser.

Nach einem kurzen Gegenanstieg kamen wir auf eine kleine Anhöhe, die den Blick auf den Sattel freigab, wo dahinter die Seen lagen. Ein Pfad, der dorthin führte, war gut erkennbar. Außerdem befand sich in dem Talkessel ein Bergsee. Als Yvonne jedoch den weiteren Verlauf des Weges sah und wusste, dass es nach dem Sattel ja auch noch einmal 300hm hinab gehen würde, kapitulierte sie nun vollends.

 

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Wahnsinn, was für Steingebilde. Hinter dem kleinen Sattel lagen die Seen Skrcko

 

Ich sah zwar keine Möglichkeit, an dem Bergsee da unten ein Zelt aufzustellen, da die Umgebung von großen Steinen und Geröll durchzogen war, ermutigte sie aber, noch wenigstens bis dahin zu laufen. Aufgrund des stark frequentierten Pfades sah ich nur dort die Möglichkeit, ein ruhiges, abgelegenes Camp zu finden. Täve rebellierte bis zu diesem Bergsee. Ich stand nun zwischen den Fronten.

Yvi wollte nicht mehr weiter, Täve nicht hier campen. Niemanden konnte ich es in diesem Moment Recht machen. Was wollte ich? Mir war es egal, ich hätte beide Optionen gut vertreten können, aber das Wohl von Yvi war nun mal wichtiger. Da es hier in der Umgebung viele Felsblöcke gab, bestach ich Täve mit Klettereinlagen am Abend. Zack, Deal gemacht. Ein Camp war auch bald gefunden, wo das Kaitum gerade so zwischen den Steinen Platz fand. Obwohl es doch nahe am Weg lag, liefen die Meisten an uns vorbei, da es gut getarnt zwischen den großen Steinblöcken kaum zu sehen war.

 

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Kaum erkennbar zwischen den Steinblöcken

 

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Ausblick vom Zelt

 

Nachdem das Camp errichtet war, es war wohl erst gegen 17 Uhr, war es Zeit, Yvi mit einem leckeren Abendmahl wieder auf zu päppeln. Es blieb nichts übrig und voll gesättigt und entspannt schaukelten wir jetzt in den Thermarest Chairs. Täve gab mir eine halbe Stunde, dann war Klettern angesagt.

Ich baute Täve wieder den Klettergurt und nutzte den Karabiner zur Nachsicherung mit Halbmastwurf. Ich stieg die leichten Routen in sehr griffigem Gestein vor, nie mehr als eine UIAA II bis III. Oben holte ich dann Täve nach und wir stiegen einen anderen leichteren Weg wieder ab. Anfangs unmotiviert, machte es mir dann doch richtig Spaß. Wir bestiegen jeden größeren Block in der Umgebung und ließen die unterschiedlichen Ausblicke auf uns wirken. Am Ende wollte Täve die Aktion beenden, er war nun fertig und verschwitzt, bereit für den Bergsee.

 

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Nachmittagsaktivität Klettern im wirklich sehr griffigen Fels

 

Die Tageswanderer waren nun Alle weg, wir waren allein im Talkessel mit unzähligen Gemsen um uns herum. Mit Handtuch und Wassersack ging es zum 100m entfernten See Zeleni Vir hinunter. Dort angekommen, drehte ich mich einmal nach rechts, nach links und dann war ich auch schon nackt. Ich checkte die Temperatur des Sees und was soll ich sagen, es schwammen noch Schneemassen auf der Oberfläche, warm war er also keinesfalls.

 

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Die Gemsen tummelten sich direkt am Wanderweg

 

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Ein eiskalter Bergsee erfrischt Einen manchmal mehr als gewünscht

 

Ein Spritzer unter die Achseln, ein Spritzer auf den Oberkörper uns ins Gesicht und zack, ein Kopfsprung in den ca. 2m tiefen, klaren See. Kennt Ihr das Gefühl, wenn Ihr zu schnell Eis esst und der Kopf weh tut? Genau das Gefühl kam bei mir auf, als ich wieder auftauchte. Scheiße, warum konnte Wasser so kalt sein. Schnell schwamm ich die 5m zurück zum Ufer. Das war eine Abkühlung, die sicher noch lange nachwirken würde.

Täve wollte nun sein Geschäft des Tages verrichten und verschwand mit der Klorolle. Als er wiederkam, schrie er uns mit lachendem Blick entgegen: „Fertig und Papier alle“. Ich dachte, er scherzte, aber nein, es war wirklich alle. Mal wieder zu knapp geplant. Aus Kirgistan hatten wir aber nun schon Erfahrung mit Abwischalternativen aus der Natur. Das sollte nun die letzten 2 Tage auch wieder der Fall sein.

Am Zelt zurück besprachen wir den morgigen, letzten Tag. Das Ziel, die Seen Skrcko, waren nun tabu, denn der Rückweg über diese viel zu lang. Sehen wollte ich diese aber trotzdem. So schmiedeten wir den Plan, morgen vom Zelt aus ohne Gepäck zum Sattel zu laufen, den Ausblick genießen und dann wieder zurück um den Rückweg zu einer 3km entfernten Straße anzutreten. Dort erhofften wir uns einen Lift. In der Not würde uns nun die Visitenkarte des Taxifahrers weiterhelfen um uns abzuholen.

 

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Wohl eines der Top3 Camps in diesem Urlaub

 

Mit diesem Plan waren Alle zufrieden und während Täve noch mal die Steinbrockenlandschaft erkundete, saßen wir bei einem Becher Rum-Cola zusammen. Yvi hatte sich wieder erholt. Es waren nicht die Füße, die nicht mehr mitmachten, eher ihre Kondition, weil sie wochenlang wegen der Operation keinen Sport treiben konnte. Ich dagegen war nun froh, dass wir überhaupt so weit gekommen waren, stand es doch in den Sternen, wie Yvi schweres Gepäck mit dem operierten Fuß tragen kann und wie weit sie damit kommt.

 

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Der Mix aus Stein und Wiese machte den feinen Unterschied – traumhaft

 

Langsam fing es an zu dämmern und wieder wurden die Daunenjacken angezogen. Es war ein fantastischer Abend und sollte noch gesteigert werden. Wir hörten in der uns gegenüberliegenden Steilwand auf einmal immer wieder Stimmen. Unmöglich, dass sie aus dieser Wand kommen sollten. Doch bald erblickte ich mit dem Kamerazoom drei Backpacker. Mal verschwanden sie, dann tauchten sie wieder auf. Da der Wind gut stand, konnte man die ca. einen Kilometer entfernten Wanderer aber immer super hören, was sie sagen.

 

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Es war schon 19 Uhr und sie waren immer noch unterwegs – Respekt!

 

Sie waren gut unterwegs und stiegen schnell ab. Für uns war das Abenteuerkino pur und zugleich ein seltener Anblick. An die letzten richtigen Backpacker können wir uns nicht mehr erinnern, ist zu lange her. Sie hatten bald den Hauptpfad erreicht und Einer meinte „Lets look for a camp!“, ein Anderer bestätigte mit den Worten „Oh yes,i am tired enough“. Unweit von uns errichteten sie ihre Einmannzelte direkt am Weg und bald war es so dunkel, dass unser Kinofilm ein Ende fand.

Lange dauerte es aber auch bei uns nicht mehr und wir verschwanden im Zelt. Trotz der kurzen Tour waren Alle gut bedient, am Ende auch ich. Ohne große Wortwechsel waren bald Alle eingeschlafen.

 

14.Tag | Zeleni Vir – Pass Skrcko Jezero – Sedlo Pass 7km  zurück zur Liste

 

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Karte Quelle Openstreetmap

 

Der erste Blick am Morgen galt den anderen Backpackern. Die waren schon munter und mussten den ersten vorbeikommenden Wanderern Rede und Antwort stehen. Dabei stellten wir auch fest, dass Keiner der Tagestouristen den Pfad zu den Seen einschlug, sondern Alle die scheinbar undurchdringliche Wand hoch wollten. Während ich das Wasser aufkochte, checkte ich im Navi den Pfad und nun war es klar, warum hier soviel los war. Der Pfad führt hoch auf den 2500m hohen Bobotov Kuk. Der Sedlo Pass, der heute unser Ziel war, schien mit 1900m Höhe der ideale Ausgangspunkt für eine Besteigung.

 

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Die anderen Backpacker waren nicht weit entfernt – Ganz schöne Hanglage

 

Gut für uns, denn so waren wir auf unserem heutigen Ausflug zum Pass allein unterwegs. Warum, sollte sich bald aber noch aufklären. Wir wollten eigentlich das Zelt stehen lassen und nach Wiederankunft abbauen, aber Täve fragte, warum wir nicht schon jetzt alles packen und die Rucksäcke zwischen den Steinblöcken verstecken. Gut mitgedacht, so machten wir es dann auch.

 

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Auf dem Weg zum Sattel

 

Mein Deckelfach wurde als Tagesrucksack zweckentfremdet und so starteten wir gegen 10 Uhr. Es lief sich auf einmal so entspannt, wir kamen schnell auf dem schmalen Pfad voran, der bald ziemlich ausgesetzt in einem steilen Hang gefährlich wurde. Da ich das Seil nicht mit hatte, wurde Täves Gürtel am Trinkrucksack befestigt und so hatte ich ihn im Notfall im Griff.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Quellen wurden oft mit „Izvor“ ausgeschildert

 

Bald standen wir vor einem felsigen Abschnitt, der mit Stahlseilängen gesichert war. Täve freute sich riesig, bekam er nun doch noch seine Klettereinlagen. Yvi dagegen schien das nicht so zu zusagen. Wir kletterten vorsichtig und immer gut gesichert die Passagen und mussten zwischendrin immer wieder steile Pfade hochsteigen. Der Lohn der Arbeit und Angst war am Ende der fantastische Ausblick auf die Seen Skrcko. Kaum vorstellbar, hier die Originaltour mit Roller und rotem Rucksack lang zu gehen. Auch mit unseren großen Rucksäcken wären wir hier gescheitert. Bloß gut, gestern am Bergsee gestoppt zu haben.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Ordentliche Kletterpassagen, die echt Spaß machten

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Mit schwersten Gepäck wäre der Abschnitt zur Tortur geworden

 

Ich wollte nun die Aussicht genießen, eine halbe Stunde rasten, aber Yvonne’s Höhenangst kam zum Vorschein und unruhig rannte sie herum, bevor sie den dringenden Wunsch äußerte, wieder abzusteigen. Ein Paar Fotos und nun ging es wieder in den Abstieg, der mir Sorgen bereitete. Vorsichtig, teilweise auf dem Hosenboden rutschend, passierten wir die kritischen Stellen und waren bald wieder auf dem sicheren Pfad.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Aussicht vom Sattel auf die Seite, wo wir herkamen

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Skrcko Jezero mit Schutzhütte

 

Am Abzweig zum Bobotov Kuk Aufstieg konnten wir unseren Augen nicht glauben, was sich für Massen über das ausgesetzte Gelände mit Schneefeldern hochschoben. Wanderer hatten uns zuvor gewarnt, dort nur mit Steigeisen hochzugehen. Wir wollten aber nicht dort hoch, konnten die Aussage aber gut nachvollziehen. Umso mehr erstaunte uns die Bekleidung und Ausrüstung mancher Wanderer. Besonders aber schenkten wir einer Familie mit Kind unsere Aufmerksamkeit. Das Kind war keine 4 Jahre alt und lief dort hoch. Hoffentlich wussten die, was sie da machten.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Der Pfad ließ sich einfach laufen

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Täve versucht sich am Schleppen und gab nach 1km auf

 

Wir waren bald an unseren Rucksäcken und setzten unseren Weg ohne Pause fort. Es lief nun richtig gut für Yvi, ich hatte ihr das Zelt noch abgenommen, da ich ja kein Essen mehr schleppen musste. Uns kamen noch einige Wanderer entgegen, aber noch mehr waren mit uns auf dem Rückweg zum Sedlo Pass. Der Weg ging bald nur noch bergab und hatte es mit ein paar Kletterpassagen noch einmal in sich. Unterwegs kam uns sogar eine Gemse bis auf 10m entgegen.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Nun sahen wir die Kletterkünstler noch einmal aus der Nähe

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Gruppenfoto – Alle haben es überlebt

 

Der Parkplatz am Pass war aber schon sichtbar und motivierte zu den letzten Wandermetern des Urlaubes. Gegen 14 Uhr kamen wir am Pass an und nun suchte ich nach einem Handynetz. Das Signal war zu schwach um zu telefonieren, also schickte ich dem Taxifahrer eine SMS mit den GPS Koordinaten. Da er schlecht englisch sprach, würde es schriftlich vielleicht leicht verständlicher sein. Auf einen Lift hofften wir hier nicht, da die Autos meist komplett besetzt waren oder wir keinen Bock hatten, Jemanden anzusprechen.

 

Montenegro Via Dinarica Trekking
Die letzten Meter zum Parkplatz

 

Auf einmal klingelte das Telefon und der Taxifahrer war dran. 20 Euro und in 20 Minuten ist er da. Er kannte den Sedlo Pass und wusste, wo er hin musste. Also warteten wir hier oben ab und entspannten zwischen vorbeifahrenden Autos, die nur für ein Foto Stopp machten.

Die Heimfahrt war schnell vorbei und das Taxi setzte uns im Zentrum ab. Wir wollten noch einmal den Imbiss belagern, die Hamburger und Pommes waren sowas von lecker. Letzte kleine Einkäufe im Voli-Markt und die 2km zum Ivan Do Camp wurden zu Fuß bewältigt.

Im Camp angekommen, schien hier eine T5 Party zu steigen. Sicher 7-8 Busse gleicher Bauart belagerten das Camp. Ohne auf das Kennzeichen zu schauen, wusste man, dass die Alle aus Deutschland kommen. Wir errichteten unser Zelt in einer kleinen Ecke am Ende des Camps und sortierten unsere Sachen für morgen. Ich erhielt vom Transferservice die Nachricht, dass die Abholung 8 Uhr sein würde und 75 Euro kostet.

Wir hatten keinen großen Hunger mehr, die Hamburger hatten ordentlich gestopft. Also widmeten wir uns dem Klamotten waschen, Gepäck für den Flieger vorbereiten und Kontakt zur Heimat übers Internet halten. Komischerweise waren wir an dem Abend noch lange wach, obwohl es morgen zeitig losgehen würde. Der Wecker sollte 6 Uhr klingeln.

Zufrieden und glücklich schliefen wir alle Drei ein und waren uns einig, dass wir wieder einmal mehr ein gutes Reiseziel gewählt hatten und es dem Urlaub nicht geschadet hatte, Plan A ein weiteres Mal nicht geschafft zu haben.

Fazit: Nachdem Montenegro spontan auf dem Plan stand, war es doch eine gute Wahl. Ein preiswertes Reiseland, nicht weit von Deutschland entfernt. Gastfreundliche Menschen, die ohne ein Wort englisch wissen, wie man Gästen weiterhilft. Atemberaubende, abwechslungsreiche Landschaften und traumhafte Wildwiesen mit Unmengen an Insekten. So wird uns Montenegro in Erinnerung bleiben. Lauf Internet soll ja der schönste Teil der Via Dinarica in Bosnien und Montenegro liegen. Wenn wir für 2020 kein Ziel finden, wird es wohl Bosnien werden. Auch Albanien kommt in Betracht, soll dort noch preiswerter und noch einsamer sein.

Auf jeden Fall haben wir eine tolle Steigerung bei Täve feststellen können. Zeitweise lief er 10km am Tag, nörgelte nie herum und schleppte einen 3L Wasserrucksack. Dabei gefielen ihm am meisten die engen Pfade. Diesen Plan sollten wir nun weiter verfolgen. Kürzere Etappen, dafür wegloser auf einsamem Pfaden und das alles ohne Roller und roten Rucksack. Mal schauen, wie das funktioniert. Nun müssen wir aber mal ein Ziel für den Sommer 2019 finden. Wir sind spät dran und haben keine Ahnung. Mein Traum wären aktuell die Mealy Mountains in Neufundland/ Labrador, aber am Ende kommt bei uns immer alles anders.


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