Schwarzwald Durchquerung Zelt Trekking

Mein eigener Weg von Nord nach Süd

Schwarzwald Durchquerung Zelt Trekking
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Reiseziel im Überblick
Einleitung
Die klassischen Fernwanderwege im Vergleich
Vorbereitung und Planung
Die Tour im Überblick
Nützliche Links
Reisebericht

Reiseziel im Überblick  zurück zur Liste

Land | Region

Deutschland | Baden Württemberg

Reiseroute

ab Bhf Brötzingen Mitte (Pforzheim) zentral bis Eggingen (Waldshut) an der Schweizer Grenze

Reisezeit | Dauer

22.Mai 2021 bis 05.Juni 2021, gesamt 14 Tage

Klima | Wetter

etwas kühleres Wetter, da Weg auf bis zu 1000m Höhe verläuft, kein Nachtfrost mehr, aber niedrige zweistellige Temperaturen, schnelle Wetterwechsel, Westwetterlagen regnen sich oft am Schwarzwald ab, verbunden mit Unwettern

Reiseart | Aktivität

zu Fuß mit dem Rucksack und Zelt

Übernachtung

ausschließlich mit Zelt wild, jedoch besteht die Option, viele der offenen Schutzhütten zu nutzen

Flora | Fauna

weitläufige Wälder, Nadelbäume überwiegen, aber auch Mischwälder und wilde Wiesen | Es soll Luchse und Wölfe geben, selbst habe ich unzählige Rehe und Dammwild gesehen, aber auch Baummarder, Biber, Feuersalamander und eine schwarze Kreuzotter

Sicherheit | Tourismus

An bestimmten Punkten, wie der Wutachschlucht, trifft man auf viele Tageswanderer, sonst ist man aber stellenweise Stunden allein unterwegs

Anreise

Mit Zug nach Brötzingen-Mitte, ab Eggingen mit Bus nach Waldshut und Zug nach Hause

Wildnis Faktor

niedrig, da man stets der Zivilisation nah ist. Selten hört man nur die Geräusche der Natur. Viele Straßen und Orte trüben das Wildnis Feeling

Trekking Info

Wenn man clever plant, kommt man fast jeden Tag an einem Ort vorbei, wo es eine Tankstelle gibt. Ich hatte für meinen Benzinkocher eine 0.6 Liter Flasche fürs Frühstück, die eine Woche hielt. Am Abend wurde auf dem HoBo gekocht. Ein Filter ist nötig, da man nicht immer glasklares Wasser geboten bekommt. Manchmal müssen Pfützen oder Teiche herhalten.

Einkaufsmöglichkeiten

Auch in kleineren Dörfern trifft man unverhofft auf einen Mini-Laden. Generell würde ich jedoch Proviant für mindestens 3 Tage mitnehmen, um Umwege über Orte zu vermeiden

Einleitung  zurück zur Liste

Zum ersten Mal seit Bestehen dieser Homepage werde ich für die Einleitung andere Worte wählen. Eigentlich war ja einmal Sardinien geplant. Eigentlich wollte ich diese Tour mit meiner Partnerin und meinem Sohn gehen und eigentlich sollte eine Partnerschaft ewig dauern, eigentlich! Einige Wochen zuvor haben sich Yvonne und ich getrennt und gehen fortan eigene Wege. Diese Tour sollte nun mein erster, eigener Weg sein. Im Alleingang wollte ich meinen Kopf frei bekommen, mir Gedanken über meine Zukunft und die meines Sohnes machen. Ebenfalls legte ich mir während des Wanderns Pläne zurecht, um mit Yvonne zusammen die Trennung für Täve so einfach wie nur möglich zu machen.

Der Kompromiss sollte dann sein, dass Täve in der zweiten Woche zur mir stieß, um ab St. Georgen mit mir zu laufen. Klar, kann man diese Wanderung ergo fast als Pilgerfahrt bezeichnen, doch religiöse Absichten verfolge ich nicht. Für mich war diese Wanderung auch die erste Solotour zu Fuß. Stets war ich allein nur mit Rad unterwegs, aber ich wollte mich neuen Herausforderungen stellen. Die gingen einher mit der Wahl meines eigenen Weges durch den Schwarzwald.

Gründe dafür waren auch die Angst, dass die bekannten Fernwanderwege über Pfingsten zu überlaufen seien und dass mich auf ausgeschilderten und ausgetretenen Pfaden keine großen Abenteuer erwarten würden. Da ich gern durch dichte Wälder streife, um Tiere zu sehen, kam nur der zentrale Durschmarsch in Frage. Also sollte nicht erst vor Ort das Abenteuer beginnen, nein, schon die Planung versprach somit Spannung und Verzweiflung.

Die klassischen Fernwanderwege im Vergleich  zurück zur Liste

Durch das größte Mittelgebirge Deutschlands, welches sich von Pforzheim bis an die Schweizer Grenze erstreckt (150 Kilometer Länge und zwischen 30 und 50 Kilometer Breite), verlaufen viele kürzere und längere Fernwanderwege. Neben dem Ost- und Mittelweg ist wohl der Westweg der bekannteste Weg, um den Schwarzwald einmal von Nord nach Süd zu durchqueren.

Der Westweg ist mit seinen 285 Kilometern und 9.500 Höhenmetern nicht nur der anspruchsvollste, sondern auch der aussichtsreichste Weg, da er über die hohen Berge wie Hornisgrinde, Schliffkopf, Brend, Feldberg, Herzogenhorn, Belchen und Blauen führt. Hier kann man sich sicher sein, auf Gleichgesinnte zu treffen. Vor meiner Recherche hörte ich immer wieder von diesem Weg und in Zeiten von Corona, wo Heimaturlaub sowieso größer geschrieben wird als sonst, kann man davon ausgehen, dass diese Option als überlaufen zu betrachten ist.

Der Ostweg stellt eine einfachere Möglichkeit dar, den Schwarzwald zu durchwandern. Mit 6.700 Höhenmeter und 245 Kilometern Länge ist es eine machbare Aufgabe, gerade für angehende Thru-Hiker. Da man sich an den östlichen Ausläufern des Schwarzwaldes entlang hangelt und viele Ortschaften streift, besteht jederzeit die Möglichkeit, abzubrechen, zu unterbrechen, eine Unterkunft aufzusuchen oder Teilstrecken mit dem ÖPNV zu absolvieren.

Der Mittelweg ist wohl die goldene Mitte und verläuft ziemlich exakt mittig durch den Schwarzwald. Auf 233 Kilometern und 6.500 Höhenmetern durchstreift man endlose Wälder, durchquert enge Täler und wandert auf langen Kämmen entlang. Aussicht und Weitsicht wird Einem hier weniger geboten, dafür trifft man auf weniger Straßen und Ortschaften. Die Wege sind weniger anspruchsvoll. Ich traf meist auf breite Forstpisten, wenn ich mal den Mittelweg kreuzte.

Hier findet hier die Gpx-Dateien zu den Wegen und eine Übersichtskarte, wie die Wege durch den Schwarzwald verlaufen:

Der Westweg in Magenta
Der Mittelweg in Rot
Der Ostweg in Blau

Vorbereitung und Planung  zurück zur Liste

Gesetzt waren der Startort und das Ziel, sowie der grobe Weg durch den Schwarzwald. Damit ich nicht unwissentlich zuviel auf dem Mittelweg gehen würde, lag parallel immer die Gpx-Datei des Mittelweges parat. Bei 24.000 Kilometer Wanderwegen ergaben sich für mich nun viele Optionen. Wo ich sonst immer neben Plan A weitere Notpläne in der Tasche hatte, kreierte ich hier nur einen Track. Warum? War ich mir meiner Sache so sicher?

Bei der Planung sah ich unendlich viele Wege, Pfade, Pisten und Straßen. Würde ich vor Ort vor einem Problem stehen, sollte es doch ein Leichtes sein, eine Lösung zu finden, egal ob Umweg oder Abkürzung. Ich sah also meinen einzigen Track als groben Anhalt, wo es lang gehen soll. Vor Ort wurden dann die Wege eingeschätzt und spontan entschieden. Bei der Planung berücksichtige jedoch die vielen Straßen und Ortschaften. Beides wollte ich so wenig wie möglich nahe kommen. Proviant wurde immer für fünf Tage mitgeschleppt, meist kam ich aber unverhofft nach vier Tagen an einem Einkaufsladen vorbei.

Bei der Planung kam es mir gelegen, dass ich im Zelt und nicht in Hütten oder festen Unterkünften/ Campingplätzen übernachten wollte. So konnte ich tagein, tagaus entscheiden, wann ich wo die Tour beende. Man kann natürlich auch mit den Schutzhütten planen oder die Trekking Camps im Schwarzwald nutzen, die ich bereits auf einer anderen Tour getestet hatte und enttäuscht war. Warum? Das lest Ihr hier.

Enttäuscht bin ich, um es schon einmal vorweg zu nehmen, von den Garmin Topo Karten. Da stimmt wirklich nichts. Die Details der Topo Pro ( und Topo Pro 9 sind identisch. Hier wird anscheinend nur das Kartenmaterial kopiert, aber nie geprüft, wie die Beschaffenheit der Wege sind, ob sie es überhaupt noch gibt oder ob neue hinzugekommen sind. Ich wäre hier gut gefahren, parallel noch Openstreetmap mit zu installieren, aber ich verließ mich stets nur auf die Garmin-Karten und war des Öfteren verlassen.

So stand täglich Bushwalking auf der Tagesordnung. Es musste umgeplant werden, weil eingezeichnete Wege nicht mehr existierten oder sie einen anderen Verlauf als eingezeichnet nahmen. Das verschlang viel Zeit und Nerven für Umwege oder umsonst zurückgelegte Wege. Das kann man nun auch als Abenteuer bezeichnen, aber es war wohl nicht Garmin, sondern meine eigene Faulheit, die mich in so manches Abenteuer trieb. So wählte ich meist den kürzesten, steilsten und schwersten Weg und stand nicht selten vor unlösbaren Passagen und musste den Rückzug antreten.

Es kamen schon Fragen auf, ob ich denn meine gewanderte Strecke als Gpx zur Verfügung stellen könnte. Das werde ich aus zwei Gründen nicht tun. Der erste liegt dabei klar auf der Hand. Wenn Ihr eine Tour nachwandern wollt, könnte Ihr das gerne auf den bekannten Fernwanderwegen tun. Meiner scheint dabei wohl der unattraktivste zu sein, weil diesen Weg Keiner kennt. Man kann sich nicht mit etwas Namhaften schmücken. Zum Anderen möchte ich nicht die Schuld tragen, wenn Euch was auf „meiner“ Tour passieren würde oder Euch die Tour nicht gefallen hat. Außerdem kenne ich Eure Leistung nicht. Meine Tagesetappen entsprechen sicher nicht jedem Wanderer. Der Eine geht mehr, der andere weniger. Auch die Wahl meine Zeltlager sind eher untypisch unspektakulär und nicht Instagram-like so exponiert, dass ich sofort auffalle.

Mit meiner Vorgehensweise der Planung möchte ich Euch einfach dazu animieren, mir es eventuell gleich zu tun. Einfach mal was Grobes planen und dann sehen, was der Tag vor Ort bringt. Diese neu gewonnene Spontanität und Flexibilität wird den Einen oder Anderen anfangs überfordern, weil man nun nicht mehr auf Wegweiser und Hinweise bauen kann. Für Fehler muss man nun die Schuld nur bei sich selbst suchen und auch die Verantwortung tragen. Doch am Ende werdet Ihr stolz darauf sein, dass Ihr eine Tour selbst geplant habt und auch gegangen seid. Naja, und Ihr könnt außerdem behaupten, dass Ihr genau diesen Weg als Erster beschritten habt.

Noch ein Wort zu den Wegweisern vor Ort. Schön, wenn alles so toll und idiotensicher ausgeschildert ist. Jedoch sind die Kilometerangaben sehr fraglich. Meist wurde zuviel Distanz angegeben, ab und an viel zu wenig. Daher empfehle ich Euch, auf jeden Fall nicht nur mit Karte zu laufen, sondern ein Navi mit dabei zu haben. So sind die Angaben stets korrekt. Apropos Strom: Pro Woche habe ich ein Powerbank mit 26.800 mAh verbraucht.

Die Tour im Überblick  zurück zur Liste

Trotzdem möchte ich Euch einen Überblick über meine Tour geben. Am Ende kamen 260 Kilometer und 12.000 Höhenmeter zusammen. Die Tagesetappen lagen in der ersten Woche zwischen 15 und 25 Kilometer und teilweise legte ich am Tag 1.700 Höhenmeter zurück, im Schnitt aber eher um die 900 Höhenmeter. In der zweiten Woche mit Täve lagen die Etappen dann nur noch zwischen 10 und 20 Kilometern und das Gelände wurde flacher. Tendenziell ist der mittlere Teil des Schwarzwaldes der bergigste Teil. Von Pforzheim aus steigt man relativ schnell, aber immer noch sanft auf. Die letzten drei bis vier Tage des gesamten Weges verlaufen dann wieder sanft nach unten.

Hier in der Karte mal ein Überblick, wo der Mittelweg (rot) und mein eigener Weg (grau)  verläuft. Gekreuzt habe ich den Mittelweg so einige Male und komischerweise traf ich dann immer auf viele Schutzhütten, die am Wegesrand lagen. Hierbei handelt es sich um rudimentäre Hütten, die meist weder einen Ofen noch eine Tür haben. Teilweise sind sie so verdreckt, dass sie Einen anwidern. Außerdem befanden sich selten bei den Hütten Wasserressourcen. Für mich kam nur einmal eine dieser Hütten (Neue Zimmerplatzhütte) in Frage, nachdem ich zwei Tage lang im Regen gelaufen war. Alle Klamotten waren durchgenässt und mussten getrocknet werden.

Nützliche Links  zurück zur Liste

Informationen Westweg Infos vom Schwarzwald Verein über den Westweg
Informationen Ostweg Infos vom Schwarzwald Verein über den Ostweg
Informationen Mittelweg Infos vom Schwarzwald Verein über den Mittelweg
Trekking Camps im SchwarzwaldInformationen zu den wilden Bezahl-Camps im Schwarzwald. Einige sind durchaus mit den Wegen kombinierbar
Schutzhütten am WestwegEine Karte mit Download zu den Schutzhütten am Westweg
Übersichtskarte aller SchutzhüttenInteraktive Karte von Outdooractive über alle(?) Schutzhütten in Deutschland

Reisebericht  zurück zur Liste

Tag 1 | 22.Mai 2021

Anreise zum Startpunkt, Brötzingen Mitte Bhf – Langenbrand, 17km ↗ 800m ↘ 400m

Mit großer Vorfreude auf die Tour ließ ich die Zugfahrt mit der Deutschen Bahn stoisch über mich ergehen. Gegen Mittag kam ich in Brötzingen-Mitte an. Die Wahl fiel auf diesen kleinen Bahnhof, da ich nicht erst quer durch Pforzheim laufen wollte und so war es nur ein Katzensprung und ich befand mich mitten im Wald. Ich traf auf einige Spaziergänger, die mir unterstellten, dass mein Ziel Basel sei. Ich spielte das Rätselraten mit und beendete im Fortschreiten das Gespräch mit den Worten „Ich gehe meinen eigenen Weg!“

Ab Büchenbronn, wo ich eine erste Rast einlegte, wurde es dann ruhiger. In waldigen Terrain ging es mal hoch, mal runter und bequem auf breiten Forstwegen in Richtung Engelsbrand weiter. Ab hier ging es mehr und mehr bergauf. Dabei spielte mir erst der dichte Wald in die Karten und spendete mir viel Schatten. Richtig ins Schwitzen kam ich dann aber trotzdem, als die Steigung ihr Maximum erreichte. Nach 3 km und 250 hm war es geschafft. Eine weitere Pause musste folgen, um den Puls zu normalisieren. 

Im Waldstück vor Langenbrand fand ich zwar tolle Campplätze, doch Wasser war rar. Aufgrund des regnerischen Monats Mai wurde ich jedoch in den tiefen Harvester-Spuren im Wald fündig. Das Wasser war klar und zur Genüge vorhanden. Da es bereits 18 Uhr war, sattelte ich hier ab und platzierte mein Zelt nahe einem Wasserloch. Die Abendsonne durchflutete noch den lichten Wald mit ein paar Sonnenstrahlen. Ich nutzte die Gunst der Stunde und duschte mich mal nicht bei Eiseskälte.

Ungebetene Gäste würde ich hier heute wohl nicht erwarten, denn der Wald war großräumig wegen Baumfällarbeiten abgesperrt. Da aber Wochenende war und die aktuelle Arbeitsstelle weit von mir entfernt war, konnte ich in Ruhe den Abend am HoBo genießen. Das Holz war schnell zusammen gesucht und bald schaukelte ich im Thermarest Chair und bereitete mein Essen zu. Im Wald bekam ich leider nicht mit, dass von Westen dunkle Wolken aufzogen. Während der Essenszubereitung fing es nun an und fluchtartig packte ich alles zusammen und sprang ins Zelt.

Keine 10 Minuten später war es wieder vorbei und das Essen fertig, wie praktisch. Ich machte es mir abermals gemütlich und sollte nun den ganzen Abend nicht mehr regnen. Für mich war es seit nunmehr fast 8 Monaten wieder die erste große Tour und der erste idyllische Abend mitten in der Natur. Zwischen der Lautlosigkeit und dem leisen Rauschen der Blätter lauschte ich jedem noch so kleinen Geräusch. Ich freute mich auf die erste Nacht in meinem Hilleberg Unna und ging früher als sonst ins Bett. 

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Die Wege aus Brötzingen heraus sind leicht zu gehen, aber es geht langsam bergauf

Tag 2 | 23.Mai 2021

Langenbrand – Naislach, 20km ↗ 750m ↘ 720m

Mit der Sonne stand ich noch nicht auf, aber gegen  Uhr schälte ich mich aus dem Schlafsack und zelebrierte das Frühstück. Gegen 10 Uhr startete ich und freute mich auf den ersten vollen Tag in der Natur. Es ging nun erst einmal in Tal, um nach Langenbrand wieder steil aufzusteigen. Vom schweißtreibenden Akt erholte ich mich an einer offenen Hütte, die am Mittelweg lag. Im Gästebuch hatte ein Paar aus Singen notiert, dass sie die Nacht zuvor hier genächtigt hatten.

Obwohl es mir gegen Mittag noch nicht so ging, folgt ich nun der Saumiß-Straße weiter. Es folgte nun ein langer Abschnitt durch dichten Wald. Etwas unspektakulär, dafür frei von Orten und Straßen. Erst an der B296 stieß ich kurz auf eine Straße und folgte dann einem homogenen Anstieg nach Würzbach. Ich war langsam in meinem Trott angekommen. Pause machen, wenn Einem lustig war, Aussicht genießen, wo es nur ging und mit zügigem, aber trotzdem entspannten Schritt vorankommen.

Nach Würzbach war es dann an der Zeit, nach einem Nachtlager zu suchen. Es war gegen 18 Uhr und in einem flachen Waldstück, der mit kleinen Bächlein übersät war, fand ich ein lauschiges Plätzchen zwischen offenen Waldbewuchs. In der Ferne war zwar nur leicht eine Straße zu hören, aber mit der blauen Stunde wurde es ruhiger und ruhiger und ich konnte nun dem Knacken und Zwitschern im Unterholz lauschen.

Am HoBo machte ich es mir gemütlich, nachdem ich mich ausgiebig gewaschen hatte. Der Tag war trocken, meine Klamotten vom Schweiß trotzdem nass. Der Abend zog sich noch unerwartet in die Länge. Ich war zwar müde, genoss aber diese temporäre Einsamkeit und Stille. Jeden Abend freute ich mich mehr und mehr auf den Folgetag. Würde sich das noch mit zunehmender Dauerbelastung ändern?

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Bei Schömberg treffe ich wieder auf den Mittelweg und wieder auf offene Schutzhütten.

Tag 3 | 24.Mai 2021

Naislach – Enzklösterle, 19km ↗ 1.1000m ↘ 900m

Wieder einmal wachte ich bei Sonnenschein auf, die Nacht war trocken und auch das Zelt hatte kaum Kondenswasser angesetzt. Mein Zeitplan kam nun bald zu einer Routine, 8 Uhr aufstehen, 10 Uhr Start. Langsam merkte ich, dass das Gelände hügliger wurde, die Anstiege länger, die Abstiege kürzer. Dafür wurde aber auch mein Rucksack mit jedem Tag leichter. 

An einem See an der B294 machte ich meine erste kleine Pause. An meinem heutigen Geburtstag, einem Montag, ist deutschlandweit Feiertag. Da spürte ich an diesem Forellenteich, wo man seinen eigenen Fisch angeln konnte. Einen idyllischen Pausenplatz fand ich nicht wirklich, aber bald war ich wieder tief im schwarzen Wald unterwegs. 

Nach einem langen Aufstieg, gefolgt von einem Abstieg nach Kälbermühle, entschloss ich mich für eine Mittagspause nahe der Großen Enz. Nach der Pause folgte ich dem parallel verlaufenden Radweg. Das entspannte Wandern hatte bald ein jähes Ende, denn es lag nun noch ein Anstieg mit 300 Höhenmetern vor mir. Ich wusste, dass es der letzte für heute sein würde und gab alles. Da der Anstieg homogen war, purzelten die Höhenmeter schnell.

Am Ende des Anstieges erreichte ich eine offene Hütte. Nun setzte leichter Nieselregen ein, ich pausierte kurz und spielte mit dem Gedanken, hier mein Zelt aufzuschlagen oder in der Hütte zu schlafen. Wasser gab es in Form von Pfützen genug. Es war aber erst 17 Uhr und ich war noch gut zu Fuß. Ich saß also den kurzen Regenguss aus und lief keinen weiteren Kilometer mehr, bis ich auf einem verwachsenen Pfad auf einen Bach stieß. Da der Weg nicht sonderlich bewandert ausschaute, baute ich mein Zelt direkt auf dem Weg auf.

Nachdem ich alles errichtet hatte, sammelte ich Holz für den HoBo zusammen. Noch war es trocken, denn die letzten Tage hatte es nicht geregnet. Doch kurz nachdem ich mein Holz zusammen hatte, setzte abermals Regen ein. Ich schützte das Holz mit der Regenhülle und ging mich erst einmal waschen. Auf einen Abend im Zelt hatte ich nicht wirklich Bock und der Wettergott erhörte meinen Einwand.

Mein Abendessen und der anschließende Verzehr meiner Genussmittel konnte ich noch am HoBo genießen. Es legte sich zwar eine Feuchtigkeit über den Wald und die Wiesen, aber am HoBo war es angenehm warm. Ab und an nieselte es ganz leicht, aber das machte mir nichts aus, da ich etwas geschützt unter einem Baum am Hang saß. Der Niesel regnete sich aufgrund des Windes hinter mir ab.

Irgendwann gegen 23 Uhr nahm der Regen dann doch zu und ich beschloss, mich ins Zelt zurückzuziehen. Dort sortierte ich mich noch ein wenig und schlief am Ende schnell beim Geräusch des Regens auf dem Zelt ein. Leider gab es in der Nacht nicht wirklich eine Regenpause. Ich machte mir im Schlaf darüber Gedanken, wie wohl der morgige Tag verlaufen würde.

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Die Heselwasen Hütte kurz nach Naislach

 

Tag 4 | 25.Mai 2021

Enzklösterle – Huzenbacher See, 22km ↗ 950m ↘ 1.200m

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Kurzer Asphalt bei Süssbächle


 

Tag 5 | 26.Mai 2021

Huzenbacher See – Baiersbronn (Neue Zimmerplatzhütte), 15km ↗ 800m ↘ 700m

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Der regnerischste Tag steht bevor, hier kurz nach dem Nationalpark Eingang


 

Tag 6 | 27.Mai 2021

Baiersbronn – Stausee Kleine Kinzig, 21km ↗ 850m ↘ 900m

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Blick von der Hütte auf Baiersbronn


 

Tag 7 | 28.Mai 2021

Stausee Kleine Kinzig – Sulzbächle, 19km ↗ 1.000m ↘ 1.200m

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Eine schwarze Kreuzotter beim Bushwalking entdeckt


 

Tag 8 | 29.Mai 2021

Sulzbächle – Steigloch, 25km ↗ 1.700m ↘ 1.500m

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Mit dem Unna fand ich hier im steilen Gelände oberhalb von Sulzbächle ein Super-Camp


 

Tag 9 | 30.Mai 2021

Steigloch – Kammererhof, 16km ↗ 900m ↘ 650m

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Den Morgen konnte ich mitten auf dem Weg nicht wirklich entspannt genießen


 

Tag 10 | 31.Mai 2021

Kammererhof – Herzogenweiler, 12km ↗ 400m ↘ 500m

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Gleich das erste Camp mit Täve ist besser als alle anderen auf meinem ersten Abschnitt


 

Tag 11 | 01.Juni 2021

Herzogenweiler – Krumpenhof, 12km ↗ 500m ↘ 500m

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Der Morgen im tiefsten Wald nahe Herzogenweiler


 

Tag 12 | 02.Juni 2021

Krumpenhof – Rötenbach, 14km ↗ 600m ↘ 500m

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Überall Wald und sattes Grün


 

Tag 13 | 03.Juni 2021

Rötenbach – Bonndorf, 21km ↗ 800m ↘ 800m

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Kurz vorm Eingang in die Wutschschlucht bei Rötenbach, die Biber haben hier ganze Arbeit geleistet


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Tag 14 | 04.Juni 2021

Bonndorf – Roggenbach, 8km ↗ 200m ↘ 300m

Bild 1 von 12

Unser Camp nahe Bonndorf


 

Tag 15 | 05.Juni 2021

Roggenbach – Eggingen, 15km ↗ 550m ↘ 850m

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Nach dem Unwetter ein traumhafter Morgen


 


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