Täve |

Sohnemann Täve   |  Ohne ihn wäre das Leben nur halb so schön

 

Erklärungsbedarf

„Oh Gott“, werden nun manche Eltern und Nicht-Eltern aufschreien, welches Recht wir uns denn herausnehmen, von unserem Sohn Bilder online zu stellen. Er ist jedoch ein großer Teil unseres Lebens, gehört zu uns und freut sich immer wieder aufs Neue, wenn ich von ihm Fotos mache und die dann hier zu sehen sind. Es sind unsere eigenen Fotos, haben alle Rechte dafür selbst in der Hand und so lange Täve das möchte, warum sollte es dann nicht so sein. Es ist die heutige Zeit, diese Gesellschaft, die weniger ein Problem hat, sich öffentlich zu zeigen. Wir hatten anfangs auch ein Problem, Täve’s Gesicht im Netz zu zeigen, aber auf der anderen Seite soll es auch als Beweis dafür dienen, dass er mit uns freiwillig diese Unternehmungen macht und dabei auch noch Spaß hat.

Und noch was. Viele fragen sich, woher der Name Täve stammt. Nein, wir wollten es unserem Kind nicht schwer in der Schule machen, sondern der Name hat einen Bezug zu uns. Ostdeutschen muss man es nicht erklären, denn die ältere Generation kennt Täve Schur, ein erfolgreicher DDR-Radsportler. Täve ist komischerweise eine Abkürzung von Gustav-Adolf. Bei der Namenswahl waren wir uns damals unsicher, ob der Name überhaupt legitim ist, aber es gab sogar noch zwei andere Schreibweisen Teve und Täwe. Wir entschieden uns für das Original, weil ich 2011 noch aktiv Rad fuhr und der Zusammenhang so geschlossen wurde. Wir haben die Namenswahl noch nie bereut, denn unserer Sohn ist einfach TÄVE.

Täve, Mama und Papa | Ein Dreamteam und der Weg dahin

Vor der Geburt 2011 waren wir Beide auf dem guten Wege Urlaube mit Zelt und individuell zu bestreiten. Nach Täve’s Geburt wurden die Karten wieder neu gemischt. Status quo: Ein hilfloses Baby, eine fürsorgliche Mutter und ein noch hilfloserer Vater. Jedenfalls war das meine Annahme, die in allen drei Fällen aber nie eintrat. Yvonne wollte gleich zwei Monate später in den Wanderurlaub, aber ohne Zelt, so der Kompromiss. Wir gingen alles ohne Druck an, schleppten Täve auf jeden Berg, jeden Pass und durch jeden Wald. Unterwegs trafen wir Großeltern, die von uns Fotos machten um es ihren Kindern zu zeigen, die mit ihren Neugeborenen zu Hause saßen, wohl mit der Begründung, dass das Kind noch viel zu klein sei. Uns kam dieser Gedanke nie in den Sinn. Uns wurden immer erst die Augen von anderen Eltern geöffnet, was wir denn für gefährliche Unternehmungen machen würden. So sahen und sehen wir das auch heute nicht. Wir mach(t)en diese Touren nicht für Andere, sondern für uns, dachten wir uns.

Täve wuchs heran und lernte mehr und mehr laufen, mehr und mehr die Natur verstehen und sie lieben. Klar, was er nicht kennt, kann er auch nicht vermissen. Doch ab und an waren wir schon mal in einem Hotel, doch auf die Frage, wo er denn gern mal wieder schlafen würde, folgte stets die klare Antwort „Zelt“. Dabei ließen wir ihm auch immer freie Hand und freies Handeln, was bei zwei Elternteilen nicht immer einfach ist. Doch hier haben wir Beide die gleiche Einstellung. „Nur wer hinfällt, lernt es auch, wieder aufzustehen und das Gleichgewicht zu halten“

Seitdem ist er bei unseren Trips dabei, wir richten den Urlaub nach ihm aus, heißt das passenden Transportmittel, nicht die härtesten Touren, Bespaßungen am Abend, mal hier und da ein Spielplatz, mal dort ein Eis. Angefangen haben wir mit einfachen Touren und merken nach nun 4 Jahren auf Achse, dass wir das Niveau in allen Belangen nach oben schrauben, auch weil Täve es will. Man kann nun meinen, dass wir uns nicht an Täve angepasst haben, sondern er an uns, aber wir sind Alle aufeinander zu gegangen und haben kleinere Opfer bringen müssen, mit dem Resultat, dass ein Dreamteam entstanden ist.

Wenn wir unterwegs sind, haben wir Spaß, erkunden die Natur, hinterfragen Dinge, sind kreativ und erleben gemeinsam Sachen, die auch ohne Bilder unvergesslich bleiben. Täve’s Erinnerungen reichen bereits jetzt bis 2014 zurück, wo wir auf Island waren. Da fallen dann immer Schlagworte wie „kalt, Sturm, warmes Wasser“. Auch wenn wir nicht in der weiten Welt unterwegs sind, bleiben wir aktiv und naturverbunden und holen die weite Welt zu uns. Dabei stellen wir immer wieder Täve die Entscheidung frei, was er machen möchte. Zu Hause zu spielen, fern zu sehen oder auf den Spielplatz zu gehen ziehen dabei immer den kürzeren. Am Teich Fröschen auflauern, auf dem Bauernhof Kühe streicheln oder lieber mit dem Rad eine Runde durch den Wald drehen, -das sind seine Wünsche. Genau dann strahlen wir über beiden Ohren und wissen, soviel können wir nicht falsch gemacht haben.

Ein letzter Appell an alle Eltern, die sich vielleicht nicht trauen, diesen oder ihren eigenen Weg zu gehen oder zu viel Gegenwind von Freunden und Verwandten erfahren: Geht Euren eigenen Weg, macht das, was Ihr für richtig haltet und hört auf Euer Gefühl und Euer Kind. Es wird sich schon melden, wenn ihm was nicht gefällt. Es hat einen Mund zum reden. Am Ende ist es doch dem Kind egal, was es macht. Wichtig ist es einem Kind nur, bei seinen Eltern zu sein und zusammen glücklich zu sein und das sind wir Drei zweifelsohne.

 

Die Jahre 2011 bis 2012 | Täve lernt die Natur kennen

 

Die Jahre 2013 bis 2017 | Täve lernt die Natur lieben

 


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