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Schneeschuhtour Lüsens Sellraintal 2016

Schneeschuhtour in den Stubaier Alpen

Auch draußen kann Einem die Decke auf den Kopf fallen

 


 


 

Vorwort

Wenn man das Zelten so liebt wie wir und bereits bei drei Jahreszeiten sein Hilleberg aufgestellt hat, was liegt dann mehr auf der Hand als es mal im Winter zu versuchen? Klar, vieles spricht dagegen. Sei es die Kälte, die fehlende Ausrüstung, das notwendige Know-How. Nicht ohne Grund wird Winterzelten als die hohe Schule des Zeltens betrachtet. Daher möchte ich auch hier Tipps vom Einsteiger für Einsteiger weitergeben, auf was zu achten ist und was wir aus den drei Tagen im Schnee gelernt haben.

Theoretisches Know-How ist heutzutage dank Internet schnell zu erlangen. Bei der notwendigen Ausrüstung mussten wir noch ein wenig aufstocken. Während das Keron 4GT als Winterzelt prädestiniert ist und Winterschlafsäcke bis in Extrembereiche von -35 Grad vorhanden sind, musste ich noch bei Winterschuhen aufrüsten.

Die weitere notwendige Ausrüstung wie Schneeschuhe und Lawinenausrüstung stellte uns der Outdoor- und Sportladen Höll Sport in Radolfzell zum Testen zur Verfügung. Vielen Dank dafür. In diesem Laden kann man sich diese Ausrüstung zu günstigen Preisen auch ausleihen, was auch zu empfehlen ist, da man schließlich erst einmal austesten möchte, ob das Ganze einem gefällt.

Da auch eine Gletscherüberschreitung theoretisch auf dem Programm stand und dies zukünftig vermehrt vorkommen wird, investierten wir vorsorglich bereits in ein Halbseil sowie Hochtouren-Eispickel.

Planung

Der Plan sah vor, mit den Schneeschuhen Touren auszusuchen, die eigentlich für Tourenskifahrer gedacht sind. Im Internet gibt es viele tolle Vorschläge. Am Ende fiel die Entscheidung auf das sehr ursprüngliche und abseits gelegene Sellraintal am östlichen Kühtaianstieg. Ein wenig trug auch der 3218m hohe Weiße Kogel im Längental dazu bei. Er wurde als technisch einfacher, aber konditionell schwerer Berg beschrieben. Also wurden auch noch andere Gipfel in die Route mit eingeplant, ohne diese jedoch als Ziel sondern eher als Option und Sahnehäubchen zu sehen. Von der Länge plante ich erst einmal ein Mittelmaß von 14km und maximal 1000 Höhenmetern. Strategisch war es günstig, nach zwei Tagen wieder am Auto vorbeizukommen um Proviant aufzufüllen und nicht mehr notwendige Ausrüstung auszupacken.

Logisch war für uns natürlich das wilde Zelten in ruhiger und wenig überlaufener Berglandschaft. Die Route mit möglichen Nachtlagern wurde aufs Navi geladen und nun konnte es losgehen.

Ach Gott, natürlich sind wir keine grausamen Eltern und haben Täve der Kälte ausgesetzt. Er verbrachte ein paar Tage bei den Großeltern.

1.TAG | Knietief im Schnee und Sturm von vorn

Die Anreise war nach 3.5 Stunden Fahrt erledigt und während im Inntal keine einzige Flocke lag, waren wir umso überraschter, dass in Lüsens, fast am Ende des Tales auf 1650 Meter Höhe alles schön weiß und in reichlichen Mengen vorhanden war. Schließlich wollten wir nicht nur die Kälte, sondern auch den Schnee suchen. Wir löhnten 8 Euro auf dem Parkplatz und konnten nun maximal 10 Tage hier parken. Alles war gepackt und 14 Uhr ging es auf einem breiten Winterwanderweg die ersten Kilometer auch gut ohne Schneeschuhe neben gut präparierten Loipen noch weiter ins Tal hinein. Am Jugendheim war es dann soweit, die Schneeschuhe wurden angeschnallt und ordentlich festgezurrt. Man merkte gleich, dass es gut war, stabiles und festes Schuhwerk gewählt zu haben. So drückten die Riemen nicht auf den Spann.

Nun sollte es die kommenden 200 Höhenmeter ordentlich steil hinauf gehen. Wir klappten die Steighilfen am Fersenende des Schneeschuhs aus, die den steilen Aufstieg echt merklich erleichterten. Wir hatten zwar die größeren Schneeschuhe von MSR gewählt und sanken auf den teilweise vorhandenen und verfestigten Skispuren nur wenig ein. Sobald aber die Spur verweht war und wir unseren eigenen Weg beschreiten mussten, sanken wir zeitweise knietief ein. Erst links, dann rechts und man stand hilflos da und musste erst einmal kurz innehalten, bevor man sich aus der misslichen Lage befreien konnte. Richtig Pech hatte man, wenn man danach wieder und wieder so tief einsank. Schnell war uns klar, dass nicht die Schneeschuhe daran Schuld waren, sondern unsere schweren Rucksäcke. Yvonnes wog 20kg, meiner an die 30kg. Bald erreichten wir die Langentaler Alm und nun kam noch ein ordentlich böiger Wind mit Schnee dazu. Freude im Gesicht von Yvonne suchte ich zu dieser Zeit vergebens. Aber auch ich hatte ein leidiges Päckchen zu tragen. Vier Tage zuvor hatte bereits mein rechtes Knie angefangen zu muggern. Komischerweise stellte sich der Schmerz auf der Tour ein und verlagerte sich ins linke Knie. Als ich das gegenüber Yvonne kundgab, sah sie ihre Chance, es mir mal richtig zu geben. Nun stampfte sie voran und der Abstand zwischen uns wuchs und wuchs. Bald hatten wir die 2000 Meter Marke erreicht und kamen auf eine große Ebene. Da wir eigentlich geplant hatten, auf ca. 2500 Meter zu campieren, behielt ich meinen Gedanken für mich und wir liefen bei leichter Steigung immer weiter auf. Bald erreichten wir das kleine Wasserkraftwerkhaus vom Westfalenhaus auf ca. 2100 Meter Höhe, direkt unterhalb davon. Von hier zweigte nun auch ein Pfad zur 200 Meter höher gelegenen Hütte ab. Yvonne sah mir vermutlich den Schmerz an und meinte „Wie sieht’s aus Weichei, Hütte oder Zelt?“ Danke für die aufbauenden Worte, dachte ich und wollte schon dem Pfad zur Hütte folgen. Dann aber kam mir eine Idee. „Keine Hütte, aber auch keine 400 Höhenmeter mehr. Lass‘ uns hier das Zelt aufstellen!“ Yvonne bejahte und mittig auf einer kleiner Ebene abseits der Steilhänge schritten wir nun zur Tat. 500 Höhenmeter und 5km waren nach 2.5 Stunden mit kleinere Pause geschafft.

Mit Rucksäcken bepackt stapften wir nun die Schneedecke zusammen und komprimierten den lockeren Schnee auf 7 Meter Länge und 4 Meter Breite zu einer festen Schicht um später hier mittig das Zelt zu platzieren. Das dauerte gut 10 Minuten und genau hier sollte nicht nachlässig vorgegangen werden. Umso fester das Ganze ist, desto besser halten später die Schneeheringe und ermöglicht außerdem auch ohne Schneeschuhe ums Zelt zu laufen. Hier platzierten wir nun unser Zelt.

Bald stand nun auch das Zelt und die 14 selbst gebastelten Schneeheringe hielten gut im 30cm tiefen Schneeloch. Im Vorzelt wurde eine Sitz-, Essens- und Kältegrube ausgehoben, die ca. 40cm tief war. Danach folgte auch gleich die Wiese. Viel Schnee lag also nicht, aber gerade so ausreichend für unsere Zwecke. Die Sonne schien noch, aber war hinter den hohen Bergen verschwunden. Entsprechend kalt war es bereits geworden. Der Langentaler Bach floss unweit des Zeltes vorbei und so blieben uns vorerst die langen Schneeschmelzorgien zur Wassergewinnung erspart. Während ich noch einen kleinen Schneewall an das untere Außenzelt aufschüttete, machte es sich Jemand schon im Zelt gemütlich. Bald wurde es nun dunkel und auch ich nahm im Zelt Platz, wo es für meine Verhältnisse angenehm war. Ich hatte aber noch nicht einmal Platz genommen, da nörgelte eine Stimme über die Kälte im Zelt und dass es an der Zeit wäre Essen zu machen. Ja klar, Kocher anmachen und Zelt aufheizen.

Nun gut, damit in mir auch kein Kältegefühl aufkommen würde, blieb ich weiter im Arbeitsmodus. Während ich mich um die technische Seite kümmerte, sortierte Yvonne die Lebensmittel. Es dauerte keine 5 Minuten und im Zelt wurde es wollig warm. Draußen pfiff der Wind und das Zelt wackelte im Rhythmus. In der Essensgrube köchelte nun die Nudeln vor sich hin, Zeit für mich, mir die frischen Klamotten bereit zu legen, die ich nach dem Schneewaschgang benötigen würde. Yvonne war in dieser Hinsicht schon vorbereitet, nun moralisch bedurfte es noch etwas Überredungskunst. Vor- und Nachteile von Körperhygiene beim Zelten wurden während des Abendmahls von vielen Seiten beleuchtet, aber so richtig glaubwürdig kam ich nicht rüber. Vom Essen blieb einiges übrig, wohl wissend, dass wir vielleicht hier oben noch eine zweite Nacht bleiben würden, wir aber eigentlich nur eine eingeplant hatten.

Habt Ihr schon mal versucht, Euch mit Schnee zu waschen? Schaut, für uns war es nun auch das erste Mal. Komplett entblößt und mit Stirnlampe bewaffnet, ging es raus vors Zelt. Mit nackten Füßen standen wir im Schnee und rieben uns mit Schnee ein. Dann kam die Naturseife drauf, aber richtig nass war die Haut nicht, da der Schnee eher pulvrig trocken war. Also hatten wir nun mehrheitlich Seife auf der Haut, die auch mit einer Ladung Schnee nicht abging. Nebenbei bemerkt, wir standen immer noch mit nackten Füßen im Schnee, die Bewegungen und Aktionen wurden hektischer, wir tänzelten auf der Schneedecke herum. Egal, wir rochen wieder etwas besser und unvollendeter Dinge sprangen wir zurück ins Zelt. „Ich spüre meine Zehen nicht mehr“ schrie Yvonne. Ich lachte sie oberflächlich an, mehr ging nicht. Mein Gesicht war halb erfroren. Wir rieben uns die Seife von der Haut und streiften die frische Kleidung über. Langsam kam wieder Leben in die Glieder. Im Innenzelt machten wir es uns nun gemütlich, plauderten über diese und jene Aktion und tranken warmen Tee mit etwas Schuss an Rum.

Wir hatten die Zeit vergessen und begaben uns in etwa um 20.30 Uhr ins Bett. Wir waren müde. Glücklicherweise hatten meine Knie Ruhe gegeben, was nun morgen anstehen würde, war von vielen Faktoren abhängig. Yvonne packte sich gleich richtig warm ein und ließ keine kalte Brise in den Sack. Ich dagegen legte mich vorerst nur mit Unterwäsche und Fleeceinlet in den Schlafsack. Es dauerte keine zwei Stunden und mitten in der Nacht musste ich noch eine weitere Schicht an Klamotten drüberziehen, mich fröstelte es dermaßen, dass nun auch ich alle Öffnungen verschloss. Nun war es angenehm warm und die Nacht verlief auch wettertechnisch ruhiger, kein Wind und kein Schnee.

2.Tag | Masochistisch und uneingeschränkter Respekt

Irgendwann in der Nacht hatte es dann doch noch ein wenig geschneit, denn auf dem Außenzelt lag eine dünne Schicht Schnee und der Wind hatte unser Zelt fein eingeschneit. 8 Uhr war es dann Zeit zum Aufstehen. Davor hatte ich am meisten Bedenken. Wie motiviert man sich, aus dem schönen warmen Sack raus in die Kälte zu quälen? Am Ende aber alles halb so schlimm. Es wurde einfach alles Vorhandene angezogen und direkt im Anschluss der Kocher angeworfen. So kam es dann auch, dass Yvonne erwachte. Ich hatte unterdessen den Übeltäter meines Frostanfalls identifiziert. Der Schweiß meiner selbst war an der Außenseite des Schlafsacks kondensiert und nasse Daunen wärmen nur noch schlecht bis gar nicht. Dieses Problem war mir bereits bekannt und ich hatte mit dem Gedanken gespielt, mir eine Dampfsperre, auch VBL Linerbag genannt, zu besorgen. Sie verhindert, dass die Feuchtigkeit in den Schlafsack übergeht und im VBL Sack bleibt. Nachteil: Im Linerbag wird es etwas feuchter. Yvonne kam nun gleich auf die Idee, dass ich den für Notfälle eingepackten Biwacksack mal probieren könnte, der in etwa ähnlich aufgebaut ist, beide bestehen aus Nylon. Yvonnes Schlafsack dagegen war weniger nass, aber sie schwitzt auch weniger.

Ich machte mir aber über das Trocknen des Schlafsackes keine Gedanken, da mir beim ersten morgendlichen Toilettengang vors Zelt die Sonne und ein wolkenfreier Himmel entgegen lachte, obwohl Nebel angesagt war. So konnte ich mir sicher sein, dass es durch die Sonne im schnell aufgeheizten Zelt keine Stunde dauern würde bis das Teil wieder trocken wäre. Da das Wetter sich von seiner besten Seite zeigte, war der Plan nun klar. Nach dem Frühstück sollte es Richtung Längentaler Weißer Kogel gehen. Bei Müsli und Brötchen diskutierten wir bereits den weiteren Verlauf der Tour und wo wir die 2.Nacht nun verbringen würden.

10 Uhr Start, die Rucksäcke waren mit Proviant, Klamotten, Lawinenausrüstung und vorsorglich mit Gletscher-Equipment gefüllt und mit Schneeschuhen ging es weiter ins Längental hinein, was seinen Namen wirklich alle Ehre machen sollte. Es standen 1100 zu bewältigende Höhenmeter  nur 5 km Distanz gegenüber und wir hatten 8 Stunden dafür Zeit. Also ein realistisches Projekt. Anfangs ging es sanft ansteigend im Tal hinauf. Nach 200 Höhenmetern ging es nun richtig zur Sache. Wir standen vorm Ende der Moräne. Vor uns erhob sich eine Art Steinwallmauer, die wir rechts liegen ließen. Uns erschien der Weg links entlang am s-förmig nach oben gen Süden verlaufenden Steinwall (Moränenrücken) am sichersten, obwohl dieser nur knapp unterhalb der steilen Ausläufer der Lüsener Spitze verlief. Wir schlängelten uns an diesem Rücken etwas erhöhter als der unter uns verlaufende Gletscherabfluss nach oben. Spuren von Tourenskigehern waren erkennbar, also konnten wir mit der Entscheidung, hier lang zu gehen, nicht ganz falsch liegen. Nun wurde es richtig steil und die Höhenmeter purzelten. Der Wind kam aus Südwest und frischte ordentlich auf. Er brachte Wolken mit und auf ca. 2650 Meter Höhe am Ende des linken Moränenrückens, auf dem wir die letzten 100 Höhenmeter ohne Schneeschuhe aufstiegen, hielten wir an und verschafften uns im Lee eines großen Steines einen Überblick.

Angesicht zu Angesicht, der Gletscher und wir. Respekteinflößend und atemberaubend zugleich. Der Wind hatte mittlerweile böige Tendenzen. Yvonne hegte mehr und mehr Zweifel, den Gletscher zu begehen. Da wir keinerlei Erfahrungen, jedoch die Ausrüstung hatten und der Längentalferner eigentlich auch ohne Gletscherausrüstung begangen wird, wäre eine Begehung sicher nicht leichtsinnig gewesen. Die Entscheidung, nicht weiter zu gehen, wurde uns später auch vom Westenfalenhaus- Hüttenwirt bestätigt, der große Triebschneeansammlungen kurz vorm Gipfel prophezeit hatte. Wir pausierten also noch ein wenig und machten uns wieder auf den Rückweg.

Steighilfen eingeklappt und ab ging es. Mit leichtem und im Schnee gedämpften Schritt war die Talfahrt echt ungewohnt entspannend und schnell kamen wir dem Zelt wieder näher. Unterwegs trafen wir einen Schweizer und eine Slowenin, die zeitlich spät dran waren. Es war bereits 13 Uhr und sie hatten noch 800 Höhenmeter vor sich. Im Gespräch erfuhren wir aber, dass sie auch nur bis zum Gletscher und nicht weiter wollten. Als wir die Frage bejahten, dass das da unten unser Zelt wäre, entgegnete der Schweizer nur „Schon ein wenig masochistisch, oder?“ Gegen 14 Uhr waren wir wieder am Zelt. Unterwegs hatten wir viel Szenarien durchgespielt wie wir nun weiter verfahren würden. Yvonne machte sich dabei am meisten Sorgen, dass wir keinen Handyempfang hatten um mal bei den Großeltern nachzufragen wie sich Täve so machen würde. Vielleicht gab es schon ein Hilferuf und wir konnten ihn nicht empfangen. Am Auto in Lüsens hatten wir noch Empfang, doch bis dort runter wollten wir nicht erst. Also entschieden wir uns, die 200 Höhenmeter zum Westfalenhaus aufzusteigen. Wir reduzierten das Gepäck am Zelt, ich registrierte kurz, dass mein Schlafsack wieder vollkommen trocken war und weiter ging es. Wir wählten den direkten und sehr steilen Weg durch Gestrüpp und Gestein, der mit einem kleinen Schneefeld auch mit Schneeschuhen begehbar war. Der Normalweg führt dagegen flacher und mit Umweg zur Hütte. Nach 100 Höhenmetern dann ein Balken auf dem Display. Opa’s Nummer gewählt, Antwort: „Na klar, läuft alles super. Täve will noch zwei Hände voll bleiben“ Nun waren wir beruhigt und die Entscheidung, am gleichen Platz noch eine weitere Nacht zu bleiben, stand genau so fest wie die kleine Kaffeepause am Westfalenhaus. Kurz vor der Hütte trafen wir auf eine Gruppe von Tourenskigehern, die uns ebenfalls „uneingeschränkten Respekt“ zollten.

Der Hüttenwirt empfing uns sehr locker und freundlich. Wir bestellten etwas zu Essen und Kaffee. Draußen auf der Bank wärmte die Sonne noch eine halbe Stunde, dann mussten wir in die Hütte. Die Sonne war bereits hinter den hohen Gipfeln verschwunden. Da wir die einzigen Gäste waren, kamen wir mit dem Wirt ins Gespräch. Als er erfuhr, dass wir unterhalb seiner Hütte campierten, passierte was nicht vorhersehbares. Wir hatten gedacht, dass er uns mit Regeln und Gesetzen kommen würde, aber nein, er spendierte uns einen Zirbenschnaps mit dem Worten „Der wärmt Euch von innen. Ihr könnt es gebrauchen!“ Dann erzählte er uns noch von den 5000 bis 10000 Menschen, die hier jeden Winter den Berg runterfahren und von dem alten Herren, der hier 6 Tage lang in einer Gletscherspalte lag. Gut gesättigt machten wir uns nun langsam wieder auf den Rückweg. Es war gegen 17 Uhr als wir wieder am Zelt waren. Der Wind hatte ordentlich aufgefrischt und in unregelmäßigen Abständen wurde das Zelt durchgeschüttelt. Der Hüttenwirt hatte uns noch informiert, dass er noch eine Gruppe erwarten würde. Trotzdem wollte ich den Versuch noch im Hellen wagen, mich heute am Bach zu waschen. Yvonne zog es vor, im Zelt auf meinen Erlebnisbericht zu warten. Dieses Mal war ich schlauer, ich ließ die Schuhe an und reinigte mich in Sektionen. Erst der Oberkörper, dann die Mitte und zum Schluss die Füße. So kühlte der Körper nicht komplett aus, da nur Teilregionen blank gelegt worden. Außerdem vermied ich es so, dass ich splitternackt dastehen würde, falls genau in diesem Moment die Gruppe des Weges kommen würde.

Frisch und dieses Mal richtig gesäubert sowie mit ausreichend Wasser ging es zurück zum Zelt. Der Wind kühlte Einen schnell aus, doch im Zelt war es kuschelig warm. Wir beratschlagten noch den weiteren Verlauf der Tour und ließen unsere ersten Tage und Stunden im Schnee Revue passieren. Bald wurde es dunkel und als Gaslampe und Kocher angingen, wechselte Yvonne nun auch ihre Klamotten, während ich noch einen kleinen Happen zum Abendessen zubereitete. So richtig Hunger hatten wir nicht mehr, der Kaiserschmarn und die Käseknödelsuppe waren ausreichend portioniert. Vom letzten Abend hatten wir gelernt, dass Geschirr gleich mit Schnee zu reinigen, da ansonsten die Essensreste aufgrund der Kälte hartnäckig festfrieren würden. Dann kam wieder der gemütliche Teil, bei warmen Tee und Rum lauschten wir im Innenzelt dem Rauschen der Gaslampe und freuten uns auf die zweite Nacht bei Schnee und Kälte. Nur der Wind und das Gesäusel störten die Idylle ein wenig. Keine Ahnung, wann die Laterne ausging, aber der Flachmann war alle, Die Tafel Schokolade verputzt und der kuschelige Schlafsack rief „Komm‘ schon!“ Wir folgten dem Ruf und lagen gegen 21 Uhr in der Horizontalen. Ich stieg heute samt Inlet und Unterwäsche in den Biwacksack und dann in den Schlafsack. Gespannt war ich nun auf das Resultat. Außerdem war uns der Boden zu kalt, wir platzierten ein Rettungsdecke zwischen Zeltboden und Isomatten um wenigstens ein wenig die Kälte von unten zu vermeiden. Wir schliefen schnell ein, doch heftig auftretende Winde rissen uns immer wieder aus dem Schlaf. Dazwischen aber manchmal eine Stunde lang pure Windstille.

3.Tag | Finde einen Zeltplatz bei dieser Hanglage

Immer wieder hörte man in der Ferne lautes Grollen und damit verbundene Lawinenabgänge. Mit Stufe 3 „erheblich“ war also nicht zu scherzen. Heute war eigentlich starker Schneefall prognostiziert, aber nix da. Wieder herrlichster Sonnenschein bei leichter Bewölkung. Der Biwaksack hatte mich über Nacht zwar ohne eine weitere Schicht an Klamotten warm gehalten, aber feucht war der Schlafsack außen trotzdem wieder gewesen. Beim Frühstück wurden alle Reserven aufgebraucht und beim Kaffee wurden bereits die Abbauarbeiten verteilt. Yvonne kümmerte sich wie immer um das Verpacken der mittlerweile wieder trockenen Schlafsäcke und Isomatten, ich dagegen um das Verpacken der Klamotten und Accessoires. Yvonne durfte sich nun den 14 Heringen widmen. So war sie beschäftigt und konnte nicht auskühlen. Im Innenzelt war nun mittlerweile alles verpackt als es von außen hallte „Kein Sturm hätte diese Heringe raus gerissen!“ Sie hatten sich also bewährt. Keine halbe Stunde später standen wir auf unseren Schneeschuhen und hinterließen im Schnee einen gelb eingesäumten Kreis. Okay, dachten wir, die Spuren müssen wir noch schnell verdecken und dann ging es wieder talwärts nach Lüsens zum Auto.

Es war 10.30 Uhr und Keiner war uns bis dahin entgegen gekommen bzw. am Zelt vorbei gelaufen. Doch bald kamen uns die ersten französischen Tourengeher entgegen. Sie hatten gut gespurt und diese Spur war für uns der Leitfaden ins Tal ohne groß mehr im Schnee zu versacken. Kurz nach der Langentaler Alm kam dann die Sonne hinter den Steilwänden hervor, Pause und warmen Tee genießen. Die ruhige, verschneite Berglandschaft erfreute unser Gemüt. Das es noch so ruhige Ecken in den Alpen gibt, hätten wir nicht gedacht. Nun ging es den Steilhang hinab zum Jugendheim. Die Schneeschuhe sorgten für sicheren Halt, auch auf den teils vereisten Passagen. Dann war es geschafft. Während wir unsere Schneeschuhe abschnallten, schnallte sich gerade ein Paar ihre an. Wir kamen ins Gespräch und plauderten ein wenig über dies und das. Nettes Gespräch, aber irgendwann wollten Alle weiter. Gegen 12.30 Uhr waren wir wieder am Auto. Wir füllten Proviant auf, riefen kurze Opa an und packten die Gletscherausrüstung aus. An den Hängen der Lampsenspitze sollte diese nicht mehr notwendig sein. Wir fuhren nun bis nach Praxmar um von dort aus zu starten. Im Nachhinein hätte man das Auto auch in Lüsens stehenlassen und den Weg hin wie rück zu Fuß bewältigen können, Zeit wäre genügend vorhanden gewesen.

In Praxmar war schon etwas mehr Trubel, präparierte Pisten und Rodelhänge. Wir ließen uns Zeit beim Abmarsch und aßen erst einmal Mittag im Auto, gegen 14 Uhr hievten wir die nicht wirklich leichter gewordenen Rucksäcke auf und folgten der Rodelpiste. Es gab auch einen Weg geradezu hoch, der immer wieder den Rodelweg kreuzte. Wir wählten den etwas flacher verlaufenden und gut verfestigten in Serpentinen verlaufenden Rodelweg, da wir hier gut ohne Schneeschuhe vorankamen. Im Zirbenwald war nicht wirklich eine kleine Ebene für unser Camp auszumachen. Wir wollten nahe der Baumgrenze unser Zelt aufschlagen um windgeschützt zu lagern. Sturm aus Südwest war angekündigt und noch eine unruhige Nacht wollten wir Beide nicht haben. Mit gemütlichen Schritt bewältigten wir Kehre um Kehre. Yvonne klagt über Nackenschmerzen. Lange durfte es nicht mehr dauern, sonst würde die Stimmung kippen. Bald hatten wir die Kehr auf Höhe des Zimkogel auf 2000 Meter Höhe erreicht. Da ich nicht zwischen den Kehren im Sichtbereich der Rodler und Skifahrer campieren wollte und dort ja auch jede Menge Spuren von Skifahrern vorhanden waren, legte ich nun den Rucksack an dieser Kehre ab und die Schneeschuhe an. Yvonne wartete am Weg, während ich nun den Hang immer weiter abwärts und tiefer in den Wald ging, wo bald nur noch meine Spuren zu sehen waren. Ich hatte die Hoffnung auf einen ebenen Platz bald aufgegeben, da lächelte mich eine ideale Stelle an. Kurzer Check, ob diese geeignet ist, für gut befunden, also ab zurück zu Yvonne. Samt Gepäck ging es zum Camp, den Yvonne auch gleich das Prädikat „preisverdächtig“ aufdrückte.

Hier schlugen wir nun unser Zelt auf, nachdem wir auch hier wieder unsere Runden auf Schneeschuhen drehten um den Schnee zu verfestigen. Der Platz war super windgeschützt und nur die Zirbenkiefern um uns herum verbogen sich im Wind. Dieses Mal ging alles schon besser von der Hand. Die Heringe waren schnell platziert und noch schneller stand das Zelt. Von einem Bach war auf der Karte nichts zu sehen und in der Natur nichts zu hören. Also hieß es hier nun: Schnee schmelzen. Während Yvonne im Innenzelt alles wohnlich hergerichtet hatte, verfestigte ich noch weiter den Schnee ums Außenzelt und grub wieder ein Mulde im Vorzelt, dieses Mal mit erhöhter Sitzgelegenheit in der Grube um das Essen besser zubereiten zu können. Es war noch hell und bei geöffnetem Vorzelt genossen wird den Ausblick und kochten erst einmal heißes Wasser auf. Das dauerte nun ein wenig länger. Aus drei Töpfen komprimierten Schnee wurde ein Topf Wasser und das dauerte ungefähr alles in allem 10 Minuten. Benzin war aber genug vorhanden und Yvonne konnte das Aufkochen nicht lange genug dauern, so strömte immer wieder etwas Wärme ins Innenzelt.

Man kann es nun als Erfolg verbuchen, dass wir nun die dritte Nacht vor uns hatten und das ohne großes Kälte-Gemaule. Andererseits war es enttäuschend und gewohnt zugleich, dass Yvonne nur noch für die nötigsten Dinge das Zelt verließ, nachdem es stand. Mich dagegen treib es noch einmal aus dem Zelt, ich wollte noch einmal die Umgebung erkunden, vielleicht gab es doch irgendwo ein Rinnsal. Nein, ich hatte mit dem Schnee schmelzen kein Problem, nur wollte ich mich nie wieder mit Schnee waschen. Nach ca. 30 Minuten Rundgang musste ich mich damit abfinden, entweder Schnee oder Schweiß. Im Zelt wurde der morgige eventuelle Plan diskutiert, das Zelt früh morgens abzubauen, das Gepäck versteckt zu deponieren um dann die Lampsenspitze mit ihren entfernten 800 Höhenmeter zu erklimmen um danach den Weg zum Auto und nach Hause anzutreten oder aber noch eine weitere Nacht im Zelt zu verbringen. Das es am Ende ganz anders kommen würde, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

In leichter Dämmerung begannen wir mit der Essenszubereitung. Da im Schnee so einige Kiefernnadeln waren, wurde das kalte Wasser kurz im Kaffeefilter durchgesiebt und man kann es kaum glauben, dass Wasser schmeckte nach Schnee. Ein komischer Eigengeschmack, aber nicht störend. Alles dauerte nun etwas länger, immer wieder musste Schnee herangetragen werden. Ich kochte mir nun auch einen Topf mit lauwarmen Wasser auf um mich zu waschen. Während des Essen so vor sich hin köchelte, sprang ich, in der Hoffnung, heute Keinen mehr hier zu sehen, splitterfasernackt aus dem Zelt und flüchtete unter einen Baum, wo der Boden schneefrei war. Dort war es angenehm windstill und an den Füßen erträglich. Trotzdem sollte es keine Minute länger als nötig dauern. Ich roch nun wieder nach Seife und halbtrocken zog ich mich ins Zelt zurück. Mann Mann, war das war hier drin. Was so ein kleiner Kocher alles leisten kann. Bald war ich frisch bekleidet und konnte das fertige Essen servieren. Mal wieder Nudeln mit einer leckeren würzigen Tomatensauce. Da mir ordentlich warm war, saß ich weiter in der Essensgrube, Yvonne im Innenzelt und teilten das Essen unter uns auf. Der Kocher war mittlerweile aus, die Gaslampe an. Der Wind ließ auch bald nach, so dass bald nur noch das leise Rauschen der Lampe zu hören war. Es sollte wohl eine ruhige Nacht werden? Nach dem Essen wollte ich mich noch schnell ein paar Außenaufnahmen vom Zelt widmen. Keine natürliche Lichtquelle weit und breit und nur das rote Zelt färbte Schnee und Bäume rötlich schimmernd. Was für eine geniale Abendstimmung. Zurück im Innenzelt begnügten wir uns heute nur noch mit Tee, der Rum hatte es ja nur zwei Abende überlebt. Trotzdem war auch dieser Abend kurzweilig und lustig, wir hatten immer was zu bequatschen und stellten auch fest, dass Täve es hier sicher gefallen hätte. Wir resümierten bereits nach drei Tagen im Schnee, dass dies nicht unsere letzte Wintertour gewesen sein sollte.

In der Horizontalen warm verpackt verloren wir noch so manche Worte, die aber verstummten als dann auch die Gaslampe ausgeschaltet wurde. Im weiteren Verlauf der Nacht fing es an zu schneien. Es klingt ein wenig wie Regen, fällt aber sanfter aufs Zelt. In der Mitte des Tunnelbogens sammelte sich ein 10cm breiter Streifen an Schnee an, der aber immer wieder langsam am Außenzelt runter rutschte, sobald er zu viel wurde. Das war uns auch schon in der ersten Nacht passiert, also machten wir uns keine Sorgen und schliefen friedlich und tief ein.

4.Tag | Wir sind vom Schnee begraben

Nein, 4 Uhr morgens weckte uns kein Wecker, kein Geräusch oder unruhiger Schlaf. Im Gegenteil, es war wie bei jedem Campen. In der 3.Nacht gewöhnt man sich wieder an die verengte Schlafweise im Daunensack und schläft wie zu Hause, tief und fest. Das wurde uns nun zum Verhängnis. Ein lauter Knax und im Bruchteil einer Sekunde erdrückte uns eine zentnerschwere Schneedecke. Die beiden mittleren Zeltstangen konnten der Schneelast nicht mehr standhalten und lagen nun direkt auf uns, nur getrennt von der dünnen Zeltwand. Da wir glücklicherweise mit dem Kopf ungewohnter Weise nicht zur Vorzeltseite lagen, lagen die Schneemassen von Fuß bis Brust. Wir schreckten beide wie Klappmesser auf und versuchten mit vereinten Kräften die Schneemassen hoch- und wegzudrücken. Vergebens, ich schlug mich ins Vorzelt durch, auch das äußere Gestänge hing durch und konnte ohne Probleme von der geringeren Schneelast befreit werden. Wir waren immer noch in der Annahme, dass die Gestänge nur der Last nachgegeben hatten, aber nicht gebrochen seien. Als ich dann in Unterhosen und Schuhen die nackten Tatsachen von außen beleuchtete, war klar, dass beide Gestänge am dritten unteren Segment gebrochen waren. Auf dem Zelt lag eine Schneedecke von ca. 25 bis 30cm, die ich nun erst einmal mit Hilfe von Yvonne im Innenzelt beseitigen musste. Zwei Gestänge gebrochen, aber nur ein Ersatzsegment dabei. Hhm, die Reparaturhülse war sicher nutzlos, da ich das gebrochene Gestänge nicht im Durchmesser verkleinern konnte. Kein Stein, keine Zange, nix in der Nähe um es zu bearbeiten. Yvonne reichte mir die Ersatzteile raus, ich entfernte derweil die Verankerungen auf einer Seite um die Gestänge aus den Kanälen zu bekommen. Kurz nach dem ersten Halbsegment wurde nun der Gummi gekappt und das gebrochene Segment durch das neue ersetzt. Gummi wieder durchgefädelt, verknotet, zusammengesteckt, fertig. Nun die zweite Stange, das gleiche Spiel. Ich versuchte nun mein Glück mit der Hülse, die ich aber nicht drüberstülpen konnte. Also blieb nur eins um wieder Stabilität in den Bogen zu bekommen. Ich entfernte das gebrochene Segment und verkürzte den Bogen somit um dieses eine entfernte Segment und baute alles wieder zusammen. Nach einer Stunde lag ich dann wieder im Zelt, was sicher stand. Es war nun 5 Uhr, zwischenzeitlich demotivierte mich Yvonne mit Sprüchen aus dem Zelt „Komm‘ lass es, wir bauen ab und gehen zum Auto!“ Nun waren wir aber Beide froh, wieder im Schlafsack zu liegen. Keine Ahnung, ich lag sicher eine Stunde lang wach und schüttelte jede Flocke vom Außenzelt runter, soviel Respekt hatte ich nun vor der weißen Pracht. Doch irgendwann raffte es mich dahin als der Schneefall nachließ. Wir schliefen und schliefen und schliefen und erst um 10 Uhr öffnete ich die Augen. Mir war nun erst einmal der Gipfelsturm scheißegal, ich war froh, dass wir die Situation gut überstanden hatten. Meine erste Amtshandlung war der Gang vors Zelt um das Außenzelt auf Schäden zu kontrollieren. Dabei fiel mir die hohe Neuschneedecke auf, die unsere Schneeschuhspuren komplett verschneit hatte. Mögen es 30cm Neuschnee gewesen sein, aber nun war wirklich alles um uns herum weiß. Am Zelt waren keine Schäden zu sehen, also ab zurück ins Zelt und frühstücken.

Klar, passieren solche Dinge nun mal und wären sicher auch vermeidbar gewesen. Und klar, es wird Leute geben, die sagen „Wäre mir nicht passiert!“. „Wäre!“ Uns ist es aber passiert und man zieht seine Lehren daraus. Wir haben Lehrgeld bezahlt und müssen es in Form von neuen Gestängen auch bezahlen und das wird bei Hilleberg ordentlich ausfallen. Aber andererseits schreibt das Leben nun mal genau solche Geschichten und wird erst dadurch interessant und irgendwann auch belustigend, wenn man Jahre später noch darüber berichten kann. Jedenfalls war uns beim frühstücken noch nicht zum Lachen zumute. Da wir nun sowieso spät dran waren um noch die Lampsenspitze zu erklimmen, schoben wir nun eine ruhige Kugel. Nach ausgiebigen Frühstück packten wir alles zusammen und stapften zurück zum Rodelweg, dem wir nun talwärts wieder folgten. Immer mehr schimmerte die Sonne durch die Wolken und ein bisschen wehmütig sollte die Tour nun bald gegen frühen Nachmittag sein Ende finden.

Fazit

Unterschiedlicher kann bei so einer Tour das Fazit nicht ausfallen. Die Tour hätte bereits nach der ersten Nacht ihr jähes Ende finden können und man hätte wohl nie wieder einen Gedanken an Schnee und Zelten verloren. Ganz ehrlich, ich wusste selbst nicht, wie das Fazit bei uns ausfallen würde. Doch eines ist klar, es war für uns nicht das letzte Mal und gerade verbunden mit dem Interesse an Gletschertouren und Eisklettern wird es eine Fortsetzung geben. Nach drei Nächten in der Kälte ohne Heizung wären wir immer noch bereit gewesen, weitere Nächte draußen zu verbringen. Wir waren weder aus- noch unterkühlt, der vorhandenen Ausrüstung sei Dank. Auf die Frage von vielen Leuten hin, die wir unterwegs trafen, warum wir uns das antun und ob es freiwillig sei, können wir nur entgegnen: So etwas muss man freiwillig machen, sonst wird das zur Tortur. Auf die Frage warum? Ausrüstung, Physis und Kälte testen, für Finnisch Lappland im Winter oder für den einen oder anderen hohen Berg dieser Welt. Theoretisch kann man sich vieles aneignen, aber „learning by doing“ ist immer noch die beste Methode um (aus Fehlern) zu lernen. Wir haben viele, neue Erfahrungen gesammelt, die sicher in unsere zukünftigen Wintertourenplanungen einfließen werden, aber vor allem war es ein unvergessliches erstes Wintererlebnis.