Outdoor Tipps |

Wie wir uns das Leben draußen einfacher machen

 

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Holz, Feuer und das Entfachen
Alles rund um die Essenzubereitung
Der richtige Rucksack und das Drumherum
Das Zelt möchte gern „bemuddelt“ werden
Puristisch mit Tarp unterwegs sein
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Vorwort

Wer wie wir draußen viel unterwegs ist, bringt sich vieles autodidaktisch bei oder lernt aus Erfahrungen und Missgeschicken. Viele bewährten Dinge werden dann immer wieder so umgesetzt, aber ab und an auch in Frage gestellt. Bestimmte Dinge und Abläufe machen wir anders als die anderen, das ist ja am Ende das subjektive Empfinden wie man es am liebsten hat. Daher sind unsere folgenden Tipps nur Anregungen fürs Nachmachen, falls sie nicht schon längst bekannt sind. Habt Ihr Geheimtipps? Dann her damit, wir lernen immer gern dazu und probieren Neues aus.

Holz, Feuer und das Entfachen  zurück zur Liste

Das richtige Holz ist wichtig. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es einen Brennwert von Holz gibt. Wer schon mal ein Scheit Buche verbrannt hat, wird sicher gemerkt haben, dass dieses Stück Holz schwer ist und länger gebrannt hat als bspw. Weide- oder Pappelholz. Also wenn man die Wahl hat, sollte man für gute und lange Glut Buche nutzen. Unser Holzfavorit dagegen ist die gute alte Kiefer. Sie hat einen mittleren Brennwert, aber ich mag ihren Geruch und ihre Vielseitigkeit. Die kleinen von Rinde befreiten vertrockneten Ästchen am Baum, die man in ein bis zwei Meter Höhe abbrechen kann, eignen sich gut zum anzünden und die 3-4cm dicken Äste lassen sich gut mit einem Tritt brechen und zerkleinern. Hier ein weiterer Tipp: Ist ein scharfkantiger Stein in der Nähe, nutzen wir diesen immer und schlagen die Äste dort entzwei. Geht schneller und schont die Kniegelenke. Ist das Holz am Boden vom Regen durchnässt, findet man weiter oben in den dichteren Baumkronen meist trockenes Holz. Dafür haben wir immer eine 20m 3mm-Reepschnur dabei (auch als Wäscheleine etc.). An das eine Ende wird ein Stein oder ein nasser, schwerer, kurzer Ast befestigt und dieser wird dann über die trockenen Äste in den oberen Baumkronen geworfen. Dann an beiden Enden ordentlich ziehen und bald knackt es und man sollte sich vom Acker machen. Wir haben diese Sportart auf „Holz jagen“ getauft und die hat uns schon oft ein Feuer trotz Regen beschert. Hat man nun das richtige Holz zusammen, braucht man eine Feuerstelle. Ist eine vorhanden, ist alles gut. Zeltet man wild und möchte eine Stelle anlegen, graben wir ein 10cm tiefes Loch oder heben die Wiese samt Erde mit einem Messer ab. Letzterer Wiesen-Erd-Lappen dient auch schnell als Feuerlöscher, falls einmal das Feuer schnell gelöscht werden muss. Dazu die Erde vorher etwas nässen oder sie ist bereits genässt.

Beim Anzünden zeigt sich der wahre Outdoorer? Naja, bei diesem Battle stelle ich mich selbst gern ins Abseits. Wir haben weder Lupe, Feuerstein oder Reibholz dabei. Es tut ein Feuerzeug und ein Weichfaser-Anzündwürfel. Die wiegen nicht viel und sind ökologisch. Wenn man sich aber gern mit Jemanden ein Battle liefern möchte, dann empfehle ich die erste dünne und ggf. auch die zweite etwas dickere Rindenhaut der Birken, die sogar im nassen Zustand gut als Anzünder dient. Zusammengeknüllt brennen auch vertrocknete Blätter gut. Wenn’s dann einmal brennt, dann legen wir das noch etwas nasse Holz um das Feuer, zum trocknen und als Sichtschutz. Ansonsten qualmt man sich selbst sein Nest zu.

Alles rund um die Essenszubereitung  zurück zur Liste

Um beim Feuer zu bleiben: Wenn Ihr einen richtig guten und tiefen Glutherd habt, eignet der sich super um Brot oder Brötchen zu toasten. Dabei muss man aber schnell sein, wegen der Hitze an der Hand und dem verkohlten Essen. Einfach das Brötchen direkt auf die Glut legen, nach spätestens 5 Sekunden wieder runter nehmen. Et voila und es sieht aus wie aus dem Toaster. Töpfe und Lagerfeuer sind eine tolle Sache, Marlboro Stimmung pur. Wir sind aber von dieser Option abgekommen. Uns reicht schon der Ruß, den der Hobo unseren Töpfen antut, aber dort hält es sich in Grenzen und nur der Boden wird schwarz. Im Lagerfeuer sind wirklich alle Stellen schwarz und es passiert nicht selten, dass sich der Inhalt des Topfes im Feuer ergießt.

Wir kochen immer mit Deckeln und die Nudeln werden bereits ins kalte Wasser geschmissen, das spart Zeit und Energie. Wir nutzen keine Pfanne, sondern einen beschichteten Topf zum anbraten, was kein Öl bedarf. Wir haben viele Methoden der Kaffeezubereitung ausprobiert. Kennt Ihr den Ortlieb Kaffeefilter oder die Primus Kaffeepresse (wie Bodum)? Alles probiert und liegt nun bei uns rum. Wir haben uns nun ein faches Teesieb zugelegt. Wenn es nach mir ginge, wäre das noch nicht einmal nötig gewesen, da ich türkischen Krümelkaffee mag. So aber rühren wir den Kaffee normal ins Wasser ein und beim Eingießen in die Tassen wird einfach durch das Sieb gegossen. Fertig ist der krümelfreie Kaffee.

Nach dem Essen werden die Töpfe gleich gereinigt, das erspart kratzen und einweichen. Dabei nutzen wir gern auch mal körnige Erde, einen halben Fichtenzapfen, einen vertrocknetes Grasbüschel oder feinen Sand um auch die letzten Reste loszuwerden. Spülmittel nutzen wir nicht, es geht doch gut ohne und ist 100% umweltverträglich.

Der richtige Rucksack und das Drumherum  zurück zur Liste

Wir lieben es, wenn alles im Rucksack verstaut ist und nicht dort und da irgendwas am Rucksack rumbaumelt. Im Inneren ist alles sicher und fest vestaut, vor Nässe geschützt und ordentlich sortiert. Außerdem sind die Abmaße einer Kraxe auf Körperbreite abgestimmt und in der Höhe gut abschätzbar, wenn nix Anderes nach außen ragt. So bleibt man beim Passieren von engen Passagen nirgends hängen oder muss sich quälend mit 25kg auf dem Buckel bücken. Auch die Zeltstangen gehören in den Rucksack, das haben wir 2016 in Kirgistan geschätzt, als der Rucksack mal 20m den Hang runterrollte. Außen wären sie zu Schaden gekommen, innen waren sie gut gschützt. Wir meistens fast immer die Regenhülle drüber gezogen, da sie bei Sonne den Rucksackstoff schützt und bei Regen ja sowieso. Leider haben wir auch schon mit Regenhüllen erfahren müssen, dass der Regen seinen Weg in den Rucksack gefunden hatte und Sachen nass geworden sind. Wir vermuten den Weg über den Rücken. Daher machen durchaus Ponchos auch Sinn, die Rucksack und Person gleichermaßen abdecken. Wir bevorzugen dagegen einen großen robuten Müllbeutel, der im Rucksack steckt. Obwohl wir Beide Rucksäcke mit wenig Außentaschen, Schlaufen und Nähten lieben, sind wir mittlerweile von sogenannten FrontAccess-Verschlüssen überzeugt, da man schnell an Sachen herankommt, die sich in der Mitte des Rucksackes befinden.

Da wir zu zweit unterwegs sind, kann ich nur von einer Gepäckverteilung debattieren, die weit entfernt von Alleinreisenden ist. Als ich früher allein gereist bin, kamen aber Schlafsack und Klamotten unten ins separate Fach, Zelt und Ausrüstung, sowie Essen oben ins Hauptfach. Zu zweit hat man den Luxus, sich das Zelt- und Ausrüstungsgewicht zu teilen und abhängig von Kondition und Geschlecht das gewicht zu verteilen. Yvonne trägt immer alle drei Schlafsäcke, Isomatten, Zelt, Gestänge, Trekkerchairs und ggf. noch andere leichtere Sachen wie Inlets oder Crocs, die voluminös sind. Im Schlafsackfach wird das Zelt zur ersten Hälfte in den Rucksack eingerollt, der Rest wird in die vorhanden Lücken gestopft und komprimiert. Dabei wird das Zelt in ein robuste, wasserdichte Mülltüte eingerollt, denn nicht selten verpackt man das Zelt feucht und im gleichen Rucksack befinden sich ja auch die Schlafsäcke.

Ich dagegen bekomme den ganzen sperrigen, schweren anderen Mist. In meinem Schlafsackfach kommen ein Großteil an Klamotten rein, ins Hauptfach unten an den Rücken das Kochequipment samt Kocher und Flasche, oben drauf das Essen und zum Rest noch andere komprimierbare Dinge. Unsere Klamotten verpacken wir dabei immer Jeder für sich in 1-3 Stoffbeutel, die mit Fähnchen markiert sind. So greift man immer gleich nach dem richtigen Beutel und die Sachen sind nach ihrer Art getrennt (Unterwäsche, Hosen/Shirts 2.Lage, 3.Lage, Regenklamotten etc.)

Neben den Schuhen halte ich den Rucksack für das wichtigste Utensil, was zu Einem passen muss wie ein Neoprenanzug. Bei Gewichten zwischen 20 und 30kg ist jeder noch so kleine Reibungspunkt an Hüfte oder Schulter früher oder später eine offene Wunde. Daher ziehen wir nie Wanderhosen mit Gürteln oder wulstigen Nähten an, da diese unter dem Hüftgurt drücken können. Die Hüftknochen sollten mittig (unten) sitzen und der Gurt straff sitzen. Beim Aufsetzen des Ruckackes stecke ich immer meinen Fuß unter den Sack und befördere mit Schwung den Rucksack auf den Rücken, dann Schultergurte mittelmäßg festziehen bis der Hüftgurt auf der richtigen Höhe sitzt, diesen dann festzurren und nun mit dem Spielraum der Schulter- bzw Anpressgurte spielen und variieren. So kann man mal die Hüfte, mal die Schultern entlasten. Als praktisch empfinde ich Handschlaufen, die vor der Brust eingehangen werden, da diese gefühlt den Rucksack ein wenig nach vorn ziehen und entspannteres Laufen möglich ist. Wer mit schweren Lasten nicht zurecht kommt, kann auch mit Teleskopstöcken wandern, die entlasten den Rücken um ca. 30% und geben in unwegsamen Gelände Stabilität.

Das Zelt möchte gern „bemuddelt“ werden  zurück zur Liste

Dadurch bedingt, dass wir immer zuerst den Nicht-Eingang einrollen, wissen wir auch immer, dass zuerst der Eingang aus dem Rucksack geholt wird. Das ist wichtig in windigen oder regnerischen Situtationen, wo das Zelt schnell errichtet werden muss. Sicher ist die Art des Zeltaufbaus typabhängig, daher beziehen wir uns nun auf Tunnelzelte. Die Zeltstangen liegen bereits zusammengesteckt bereit, das Zelt wird an dem einen Ende mit Heringen im Boden fixiert. Nachdem alle Gestänge im Kanal sitzen, werden diese gespannt und nun das Zelt am anderen noch nicht mit Heringen fixiertem Ende aufgeschüttelt und gespannt. Heringe rein und schon steht die Burg in seinen Grundmauern. Generell, egal welches Wetter ist, werden alle Abspannleinen fixiert, Der Zeltboden bzw das Außenzelt wird nur an den vier Endpunkten gehalten.

Es empfiehlt sich zum Schutze des Innenzeltbodens und zur Vermeidung von Kondenswasser eine Footprint zu nutzen. Mit Ihr ist es sogar möglich, ohne Innenzelt jahreszeitlich bedingt unterwegs zu sein und somit die Footprint als Schlafunterlage direkt zu nutzen. Fürs Kochen im Zelt wird diese dann einfach aus dem Außenzelt ausgehangen und zusammengerollt. Ja, Ihr habt richtig gelesen, wir kochen im Zelt, aber nur dann, wenn es das Wetter draußen nicht zulässt. Bei richtiger Handhabung und guter Durchlüftung passiert nichts und wärmt sogar noch ein wenig das Zelt.

Vorm Abbau des Zeltes, wenn nicht bereits durch die Sonne erledigt, wird das nasse Außenzelt mit einem Lappen abgewischt, aber aufgepasst: Nicht den Lappen nehmen, den ihr vorher fürs Innenzelt oder Schuh reinigen genommen habt. Die kleinen Sandkörner oder Steine sind wie Schmirgel fürs Zelt. Nachdem das Zelt komplett wieder da liegt ohne Gestänge, wird es auf die Breite des Rucksackes gefalten und die Heringe auf der Seite des Einganges bleiben noch im Außenzelt stecken.  So kann das Zelt nicht wegfliegen und wird bis zur Hälfte zusammengerollt. Dann kommt die halbe Rolle in den Rucksack und der restliche Teil kann nun auch verstaut und gestopft werden.

Selbstgebauter Leinenspanner (Tightline)

Speziell bei unseren beiden Hillebergs haben wir ein Problem, dass sicher Jeden schon aufgefallen ist: Die unterschiedliche Materialspannung bei Kälte und Wärme. Baut man sein Zelt am Nachmittag in der Sonne auf und spannt es ordentlich ab, hängt es nach Sonnenuntergang ordentlich durch und man muss nachspannen, was zur Folge hat, das am Morgen darauf in der prallen Sonne das Zelt wieder überspannt ist. Das Material dehnt sich also bei Kälte aus und zieht sich bei Sonne zusammen. Um immer wieder diese Abspann-Tanz-Orgien ums Zelt zu vermeiden, bieten sie Tightliner an, die es auch zu kaufen gibt. Bei einem Preis von 19 Euro pro Paar waren mir die MSR-Teile jedoch zu teuer, denn ich hätte 4 Paar gebraucht. Also habe ich mir selbst geholfen und mit Mac Gyver telefoniert. Das Resultat seht ihr rechts im Bild.

Mit dem Gummi möchte ich den Spannungsausgleich zwischen Kälte und Wärme schaffen, sprich beim Zeltaufbau (tagsüber, bei Sonne, im Warmen) werden die Expander voll gespannt, sprich der Gummi wird maximal belastet bis die statische, dünner Leine das Maximum erreicht hat und auch voll gestreckt ist. Bei Temperaturveränderungen nach unten (Kälte) dehnt sich das Material aus, die Leinen hängen nun nicht mehr schlaff da, sondern werden durch die Gummipannung kompensiert. Dieser zieht sich zusammen und spannt das Zelt automatisch. Zwischen Minimum und Maximum liegen ca. 3cm Unterschied, die m.E. ausreichen sollen. Durchaus macht es Sinn, noch mehr Spielraum einzubauen, um immer im Mittelmaß abzuspannen und Spielraum nach unten und oben zu haben. Derweil probiere ich aber erst einmal diese Teile aus.

Da an den seitlichen Abspannleinen Rundleinen existieren, hätte ein direktes Einbauen eines Expanders in die Leine keinen Sinn gemacht, da die Funktion durch Reibung am Hering beeinträchtigt wurde wäre. Diese Expander werden nun am Umkehrpunkt der Abspannleine (Dort, wo sich normalerweise der Hering befindet) mit dem Haken eingeklickt und die kleine Schlaufe kommt in den Hering.

Bei den Belüftungsabspannleinen vorne und hinten habe ich die Expander direkt in die vorhandene Leine mit zwei gesteckten Sackstichen (loser Überhandknoten mit gegenläufigen Überhandknoten) eingebunden, da dort ja nur eine direkte Leine vorhanden ist. Also viel Spaß beim Nachbauen, Fragen gerne direkt an mich.

Puristisch mit Tarp unterwegs  zurück zur Liste

Ich hielt eigentlich ein Tarp immer für nutzlos und überflüssig, doch nach Anschaffung des Hilleberg Tarp UL 10 und mehreren Einsätzen sind wir der Meinung, dass auch dieses Teil seine Daseinsberechtigung hat. In sommerlichen Gefilden mit jeder Menge Mücken würde ich doch ein Zelt mit Innenzelt bevorzugen, aber in kälteren Regionen und im Falle von wild zelten ist mittlerweile das Tarp Schutzoption Nummer 1 geworden.

Ausstattung | Allgemeines

Klar, das Hilleberg Tarp ist preislich gesehen der Supergau. Für 220 Euro gibt es schon ganze Zelte und viel muss ein Tarp ja eigentlich nicht können als Dich vorm Regen zu schützen. Also wozu diesen Preis bezahlen? Wir als Hilleberg-Groupies kennen bei unseren beiden Zelten mittlerweile die hohe Qualität, die nun auch mal ihren Preis hat. Dafür bekommt man mit 750gr eine mittig der Länge nach zusammengenähte Kerlon-1200-Plane. In einer Ecke wurde in das Tarp der Stopfbeutel eingenäht. An den 4 Ecken und mittig an den Seiten (weitere 4) befinden sich gesamt 8 Abspannleinen (3mm dick, ca. 3m lang). An den Enden befinden sich keine Schlaufen oder Knoten. Das ist sinnvoll, da man die jeweilige Leine individuell an die Gegebenheiten anpassen und modifizieren kann. Das setzt aber nun voraus, dass man sich mal mit Knoten und Schlaufen beschäftigt. Nicht immer kann man zur Arretierung Heringe verwenden, die hier gar nicht zum Lieferumfang gehören. Ich habe generell 8 Heringe dabei, die notwendig wären, wenn man in baum- und steinlosen Gegenden unterwegs ist und keine hohen Abspannpunkte hat. Hier benötigt man dann als künstliche Zeltstangen Wanderstöcke. Diese und auch starke Äste können super in die mit 3cm Durchmesser vorhandenen Ringe gesteckt werden, die als Verbindung zwischen Tarp und Leine dienen. Die Schlaufen an den Tarps sind zusätzlich mit Stoff am Kerlon 1200 Gewebe verstärkt und somit sehr strapazierfähig. Mittig der Länge nach befindet sich eine mehrfach abgenähte Verbindung zwischen den beiden Seiten (ergo besteht das Tarp aus 2 Teilen 3.5m x 1.45m). Diese Naht musste ich gleich nach dem ersten Einsatz mit Silnet abdichten, da es bei einem Starkregen dort durch tröpfelte.

Knotenkunde | wichtig für den Aufbau

Für die Benutzung des Tarps sind ein paar Knoten wichtig, die abhängig von den Gegebenheiten vor Ort sind. Dabei unterscheide ich eigentlich nur in zwei Kategorien. Ein Knoten für die Befestigung an den Heringen und ein Knoten für die Befestigung um Gegenstände wie Bäume. In Ausnahmefällen ist es sicher von Vorteil weitere Knoten zu kennen, man muss sich halt nur zu helfen wissen.

Für die Heringe kommt immer der Mastwurf mit den zwei gegenläufigen Schlaufen (bekannt aus dem Kletterbereich) zum Einsatz, ist einfach zu legen, zieht sich selbst fest und ist auch leicht wieder zu lösen. So sieht der Mastwurf in der Praxis aus. Ist keine große Wissenschaft und schnell erlernbar.

Für die Befestigung an Bäumen (mein häufigster Arretierungspunkt) sieht es schon ein wenig anders aus. Klar, kann man die Leine schon irgendwie am Baum fixieren, aber lässt sie sich dann auch wieder leicht lösen? Ich habe lange nach einer Lösung gesucht und kann auch nicht beurteilen, ob es für meine Lösung einen Namen gibt. Jedenfalls habe ich lange gebastelt und eine tolle Variante gefunden, um nur durch einen Zug am Ende der Leine diesen Knoten zu lösen und so eine schlaufen- und knotenfreie Leine zu erhalten. Gern möchte ich Euch diese Lösung hier in Wort und Bild nahe bringen. Mein Name für diesen Knoten: Slipstek-Schlaufe

  1. Spannt das Tarp und die Leine bis zum Baum etwas straffer um den Punkt zu lokalisieren, an dem Ihr als erstes den Slipstek (Flaschenknoten) wie im Bild 1 zu sehen legt. Die Schlaufe im Knoten etwas fest ziehen, so dass sie gut fixiert ist und sich nicht gleich wieder löst.
  2. Legt nun das noch verbleibende Ende um den Baum, formt eine Schlaufe, die Ihr wie im Bild 2 zu sehen ist dann durch den Slipstek-Knoten führt.
  3. Nun am Seil ziehen, dass zum Tarp führt um die Slipstek-Schlaufe zu verkleinern und den Knoten zu arretieren (Bild 3). Die im Schritt 2 gelegte Schlaufe durch den Slipsteck verhindert, dass sich der Knoten löst. Er ist auch an dieser Stelle fixiert und verschiebt sich nicht mehr, was parallel eine Längenänderung der Leine verhindert.
  4. Zum Lösen des Knotens zieht Ihre einfach am Endstück der Leine und am Seilstück, was um den Baum führt (Bild 4). Dadurch werden beide Knoten gelöst und das Seil ist ohne weitere Handgriffe wieder frei von allen Schlaufen und Knoten und kann verpackt werden.

Auf- und Abbau

  1. Nachdem ich das Tarp ausgepackt habe, orientiere ich mich immer an zwei Indikatoren wie ich das Tarp der Länge nach ausbreite. Logischerweise nutze ich die 3.5m Länge und liege auch so der Länge nach unterm Tarp. Zur Orientierung hilft zum Einen die Mittelnaht. Hat man diese gefunden, weiß man sofort, wo die längere, wo die kürzere Seite ist. Zum Anderen dient mir das rechteckige Abmaß des eingenähten Beutels in der einen Ecke als Orientierung. Die kurze Seite des Beutels ist parallel auch die kürzere Seite am Tarp, gleiches gilt für die längere Seite.
  2. Habt Ihr nun die passenden Befestigungspunkte und auch den passenden Untergrund gefunden (und glaubt mir, diese Suche dauert manchmal ein wenig!), dann kann es ans Abspannen gehen. Mein Tipp: Zwei Bäume im Abstand von ca. 4-5m oder 5 Schritten eignen sich am besten. Wenn dazwischen auch noch der passende Untergrund existiert, habt Ihr den perfekten Platz gefunden.
  3. Nun werden die Leinen, die sich an der Mittelnaht befinden zuerst abgespannt. Hierfür nutzen wir wie oben beschrieben die Slipstek-Schlaufe. Dabei sollte man darauf achten, dass die Leinen ca. auf Brusthöhe an den Bäumen fixiert werden, da durch die seitliche Abspannung das Tarp noch ein wenig nach unten gezogen wird. So hat man am Ende aber noch genügend Raum nach oben, wenn man unterm Tarp sitzt. Genauso kann man die Höhe auch an beiden Enden unterschiedlich gestalten, wenn von der einen Seite der Wind bläst. So fixiert man an der windzugewandten Seite die Leine weiter unten, auf der anderen Seite weiter oben.
  4. Nun die Leinen mit dem Zurrer festziehen, fertig.
  5. Als nächstes die zwei Leinen abspannen, die nicht an den Ecken liegen. Diese beiden befinden sich mittig an den beiden langen Seiten. Da ich mindestens eine dieser Seiten gern bis zum Boden runter abspanne oder zumindest knapp (30cm) über selbigen abschließen sollten, nutze ich hier oft die Heringe und den Mastwurf und halte die Leine sehr kurz. Die andere Seite zur windabgewandten Seite oder die als Zugang oder Aussicht dienen soll wird nun je nach Fixpunkten vor Ort an Baum oder Hering befestigt.
  6. Nun folgen die restlichen 4 Leinen, erst beide auf der einen längeren Seite, dann auf der anderen längeren Seite. Nun noch einmal letzter Check und alle Leinen festzurren und das Tarp möglichst faltenfrei spannen. Warum faltenfrei? Sieht professioneller aus, aber am Ende stört die Falte nicht, könnte aber bei einem Starkregen dazu führen, dass sich das abfließende Wasser an einer Stelle konzentriert sammelt und bedingt durchs Gefälle unters Tarp laufen könnte.
  7. Fertig ist nun die typische Zeltform, die nun ein wenig variiert werden kann. Um besser an seine Sachen ran zu kommen oder eine Aussicht genießen zu wollen, kann man die eine der langen Seiten auch komplett öffnen, ergo alle 3 Fixpunkte lösen, längst über das Tarp schwingen und erst über Nacht wieder fixieren.
  8. Eine weitere Option nutze ich sehr häufig. Ich nehme einen langen Stock zur Hand und hebe das Tarp damit vorübergehend hoch um besser drunter zu kommen. Dabei bleiben alle Leinen so fixiert wie sie sind, nur bei einer Leine, wo der Stock in den Ring am Tarp gesteckt wird, wird so weit gelockert bis der Stock drunter passt. Hier ein Foto wie ich es meine.

 

Fortsetzung folgt oder habt Ihr Tipps?


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