Eisklettern  |  Wintersport auf die andere Art

 

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Vorwort
Vorbereitung ist alles
Autodidakt oder Kursjunkie
Unsere ersten Schritte
Die richtige Ausrüstung
Eisklettergebiete
Nützliche Links

 

Vorwort  zurück zur Liste

Man kann Eisklettern gern und durchaus eine Trendsportart nennen, aber die Faszination ging von meiner Seite schon lange Jahre zuvor aus. Als ich um die Jahrtausendwende das Freiklettern für mich entdeckte, dachte ich schon ein wenig weiter. Ich mochte das Hallenklettern nicht und wäre gern auch den Winter über im Freien klettern gegangen. Am freien, nassen und kalten Fels hört aber der Spaß schnell auf. Ich interessierte mich also nur theoretisch fürs Eisklettern, doch irgendwann schenkte mir meine Exfreundin im Jahre 2004 einen Eiskletterwochenende in Lenggries. Das hätte sie nicht machen dürfen. Nun war ich infiziert. Doch für jeden Sport braucht man auch Mitstreiter, Gleichgesinnte, die die Liebe zum Sport teilen und da lag genau mein Problem.

Letztes Jahr konnte ich dann endlich mal mit Yvonne am freien Felsen klettern, nachdem sie sich in der Halle mit der vertikalen Bewegung angefreundet hatte. Diesen Winter waren wir wieder viel draußen unterwegs und eines kam zum anderen und am Ende waren wir uns einig: Wir haben uns in die kalte Jahreszeit verliebt, wo die Natur noch einsamer und noch schöner ist. Was bietet sich dann nicht mehr an, auch noch mit dem Eisklettern anzufangen. Doch nun wussten wir aber auch, dass wir ordentlich Geld in die Hand nehmen mussten um die Ausrüstung anzuschaffen, ohne zu wissen, ob wir diesen Sport auf Dauer lieben würden. Danke an dieser Stelle noch einmal an Petzl Deutschland, die uns hier wirklich fabelhaft unterstützt haben, so dass die Entscheidung, die Sache nun anzugehen, sehr viel leichter fiel.

 

 

Vorbereitung ist alles  zurück zur Liste

Immer wieder habe ich mich mit dem Thema theoretisch beschäftigt, viel belesen. Viele Knoten und Sicherungstechniken konnte ich so aus dem Felsklettern auf das Eisklettern projizieren. Zu diesem theoretischen Wissen kam nun auch die aufwändige Recherche hinzu, was man denn alles zum Eisklettern braucht. Ein Halbseil war schon vorhanden, steigeisenfeste Schuhe auch. Nun war es ja nur noch der Großteil an Equipment, der fehlte. Steigeisen, Eisgeräte, Eisschrauben, ein zweites Halbseil, Helme und natürlich mal die in die Jahre gekommene vorhandene Ausrüstung mit neuen Exen, Schlingen und Schraubern ersetzen. Am Ende war es Petzl, wo wir das beste Equipment fanden. Die Steigeisen Lynx und die Quark Eisgeräte stellten sich als bewährt und vielseitig einsetzbar heraus, genau das, was wir suchten.

Nebenbei schaute ich schon mal nach Eisklettergebieten in unserer Region am westlichen Bodensee. Das stellte sich jedoch schwieriger als gedacht heraus. Die richtigen Hotspots liegen leider in tieferen Alpen, von uns 3 Autostunden entfernt. Bald waren aber auch ein paar Anlaufpunkte in der Nähe gefunden, jedoch machte ich mir meine Gedanken darüber, wie ich stets die Qualität des Eises mit den vorherrschenden Temperaturen abgleichen könnte. Einen weiten Weg zu den Eisfällen antreten um dann zu sehen, dass es nicht kletterbar ist, kam nicht in Frage. Hier empfehle ich Euch den Eiskletterstammtisch bei Facebook, wo stets Bilder und Zustände von Eisfällen gepostet werden und man auch fragen kann, ob Jemand Infos zu Gebieten hat. Der Ton in dieser geschlossenen Gruppe ist für Facebook ungewöhnlich locker und höflich.

So, theoretisches Wissen verfestigt, Equipment lag dann auch irgendwann zu Hause einsatzbereit und die Klettergebiete waren auch lokalisiert. Was nun fehlte, waren kalte und beständige Temperaturen.

 

 

Autodidakt oder Kursjunkie  zurück zur Liste

Das ist eine berechtigte Frage, die ich auch im ODS-Forum gestellt hatte. Die Antworten fielen unterschiedlich aus. Leider lässt sich aber in unserer Gesellschaft eine Tendenz ein erkennen, die erschreckend für mich ist. Für alles gibt es einen Anfängerkurs, dem dann hunderte von Aufbaukursen folgen. Wo eine Angebot ist, da gibt es auch Nachfrage. Muss man aber dem Angebot folgen? Muss man sich so lange an die Hand nehmen lassen um vielleicht am Ende so viel Angst vor Selbständigkeit zu haben, dass man ohne Babysitter nicht mehr vor die Tür geht?

Ich war schon immer ein Autodidakt, der sich Fachliteratur reinzieht, Videos anschaut, im Internet recherchiert, trocken gewisse Dinge ausprobiert um das dann in der Praxis anzuwenden. Das Freiklettern am sächsischen Fels habe ich mir so zu Gemüte geführt. Wichtig ist natürlich dabei, mit einem gesunden Menschenverstand an die Sache zu gehen, lieber mehr Vorsicht als Ehrgeiz, besser ein Schritt zurück als zwei nach vorn. Eines ist klar, passiert Dir als Autodidakt da draußen was und Du musst auf die Frage „Hast Du keinen Anfänger-Aufbau-Fortgeschrittenen-Könner-Profi-Kurs belegt?“ mit Nein antworten, wirst Du in der Luft zerrissen. Ob Dir das Gleiche mit einem Kurs passiert wäre, wird nicht hinterfragt.

Wir sind weder geizig noch stur, lassen uns auch gern was von Leuten erklären, aber bitte kein Kurs mit 10 Leuten mehr. Daher wollen wir auch anfangs die bekannten Klettergebiete meiden, suchen uns kleine, unbekannte Eisfälle, wo wir ohne skeptische Blicke probieren und testen können. Erste Stunden im Eis haben uns gezeigt, dass wir damit gut zurechtkommen. Schnell stellt man für sich fest, welche Lehrbuchmeinung für Einen selbst passt, welche Technik besser funktioniert und woran man noch arbeiten muss.

Schlussendlich ist für mich sicher das Glücksgefühl und der Stolz, eine Sache selbst erlernt zu haben, größer als bei einem Kursteilnehmer. Den Vergleich konnte ich ziehen, als ich damals mal einen Eiskletterkurs geschenkt bekam. Das „Vorgekaute“ ging in einem Ohr rein, im anderen raus. Bringt man es sich selbst bei, vertieft es sich intensiver, bleibt viel mehr hängen. Natürlich muss man dann und wann aber auch offen für Kritik am Eisfall sein, wenn Profis Tipps geben wie es besser läuft.

 

 

Unsere ersten Schritte  zurück zur Liste

Im Winter 2017/18 hatten wir nun die Ausrüstung zusammen und während wir bei einem Hüttenurlaub am Kolsassberg waren, wollten wir allein und unauffällig ohne große Aufmerksamkeit im benachbarten Wattenstal den ersten Kontakt zum Eis wagen. Wir wollten weder groß hinaus, noch am Limit klettern. Wichtig war mir insbesondere dabei, ob es Yvonne auch gefallen würde.

An den Sagfällen war wenig los, was vermutlich auch am schlechten Zustand des wenig vorhandenen Eises lag. Jedoch reichten uns die 3 Meter Vertikale aus, um gut von oben toprope gesichert sich mit Equipment und Eis vertraut zu machen. Da Täve mit am Start war und er sich schnell langweilte, dauerte dieser erste Versuch keine 2 Stunden. Danach wussten wir aber, dass wir Beide mehr wollten.

Kurz vor Ende des Winters waren wir gerade auf dem Weg ins Tösstal. Unterwegs fuhren wir an mehreren Eisfällen kurz nach Fischingen entlang. Die Murgstraße liegt in einem engen Tal, direkt an der Straße aller paar 100 Meter ein Eisfall. Wir bogen auf einen Parkplatz ab und trauten uns an einen schmalen und ca. 5m hohen Eisfall heran. Von oben kam man gut heran um an einem Baum toprope zu sichern. Trotz des nassen Eises konnten wir nun die ersten Eisschrauben setzen, eine Abalakov setzen und auch mal vorsteigen.

Wieder war Täve mit im Schlepptau und er war begeistert von dem Eisfall, nur leider fehlt uns die Ausrüstung für ihn, sodass ihm schnell langweilig wurde. Jedoch konnten wir kurzzeitig intensiv 3 Stunden klettern. Dann war der Winter vorbei und nun sind wir heiß auf den kommenden Winter 2018/19. Mehr Routine, mal ein Wochenende nur Eisklettern, so sieht der Plan aus.

 

Die richtige Ausrüstung  zurück zur Liste

Wie bereits oben geschrieben, haben wir uns autodidaktisch diesem Thema angenommen, bereits viel belesen und auch die ersten Schritte gemacht. Daher ist unsere Ausrüstung sicher noch nicht vollständig, dafür aber schon ausreichend, um weitere Schritte am gefrorenen Wasser zu machen.

Woran denkt man bei einem Eiskletterer zuerst? Richtig, an Steigeisen und Eispickel, wobei letzterer Begriff die falsche Wahl ist, denn beim Eisklettern heißen diese Teile Eisgeräte, Eispickel sind die Teile, die man für Gletschertouren nimmt und meist einen geraden, längeren Schaft haben. Dazu später aber mehr. Wenn man weiter recherchiert, stößt man auf weiteres Equipment wie steigeneisenfeste Schuhe, Eisschrauben, Halbseile und Abalakov-Fädler. Kommt man bereits aus dem Klettersport, spart man sich die Anschaffung weiterer Dinge wie Klettergurt, Helm, Schlingen, Karabiner, Exen und Sicherungsgeräte.

Daher hielten sich unsere Anschaffung im finanziellen Rahmen, da die Ausrüstung ja dann auch einige Winter genutzt werden kann und keine laufenden Kosten entstehen. Sicher werden wir jede Saison hin und wieder etwas dazu kaufen oder austauschen, aber aktuell sind wir gut ausgerüstet und das auch dank der Unterstützung von Petzl, die mit Ihrer Produktpalette und Ihrem Know-How keine Wünsche offen lassen.

 

Schuhe  Für Eisklettern kommen nur noch Bergstiefel der Kategorie C oder D in Frage. Von der Kategorie B/C würde ich abraten, da die Sohle als bedingt steigeisenfest beschrieben wird. Es kann durchaus sein, dass die Sohle ein wenig nachgeben kann, also Kipphebel- Steigeisen nicht halten und nur Eisen mit kompletter Riemenbindung in Frage kommen. Wir haben den La Sportiva Nepal Extreme und den Lowa Weißhorn GTX, beides Schuhe der Kategorie D. Beide sind dafür geeignet, Steigeisen mit Kipphebel hinten und Frontbügel vorn arretiert zu werden, das setzt voraus, das Kanten vorn und hinten oberhalb der Sohle vorhanden sind, wo Bügel und Hebel verspannt werden. Was die Stiefel dann zusätzlich bieten, entscheidet der Geldbeutel und die Präferenzen. Preislich sollte man aber bei neuen Schuhen um die 300 Euro + rechnen. Austauschbarer Zungenschaft, herausnehmbarer Innenschuh, Goretex und integrierte Gamaschen sind nur einige Features, die man bei den renommierten Marken wie La Sportiva, Scarpa oder Lowa dazukaufen kann.

 

Steigeisen  Es gibt grundlegend zwei Arten von Steigeisen: Für Gletschertouren und für Eisklettern. Für leichte Eistouren kann man durchaus auch mal Gletscher- Steigeisen nutzen, anders herum genau so. Sucht man jedoch was spezielles, dann muss man sich entscheiden. Wir entschieden uns für Eiskletter- Steigeisen, aber warum und was unterscheidet beide? Die sogenannten Allround- Steigeisen haben einen wesentlichen Unterschied zu den Steileis- Steigeisen. Bei den Steigeisen, die man auf Gletschertouren nutzt, sind die Frontalzacken horizontal ausgerichtet um möglichst eine große Auflagefläche, auch auf weichen Firn, zu bieten. Im dauerhaften Steileis würden die Horizontal- Frontzacken dann falsch beansprucht werden und hier kommen die Vertikal- Frontzacken der Steileis- Steigeisen ins Spiel. Diese sind genau dafür ausgelegt. Daher haben wir uns auch für die Petzl Lynx entschieden, da sie mit kleinen Kompromissen auch auf dem Gletscher benutzt werden können. Außerdem sind die zwei Frontalzacken austauschbar oder sogar auf eine Monozacke modifizierbar. Für beide Arten gibt es Steigeisen mit unterschiedlicher Befestigung. Hier muss man darauf achten, wie Schuh und Eisen zusammen passen. Braucht man Steigeisen mit Hebel hinten und Körbchen vorn oder kann es vorn auch ein Bügel sein. Meist sind alle Modelle mit Körbchen erhältlich, einige Modelle lassen sich dann auf Frontbügel umbauen. Alle Eisen sollten Antistollplatten haben, die dafür sorgen dass der zusammengedrückte Schnee unter den Steigeisen nicht dran haften bleibt und man einen fetten Klotz am Bein mit herum schleppt. Beim Material würde ich, trotz höherem Gewichts, auf Stahl zurückgreifen. Leichtsteigeisen aus Aluminium haben für mich in so einem Bereich, wo man sich auf das Material mehr als nur 100% verlassen muss, nichts zu suchen.

 

Eisgeräte  Die dritte Wissenschaft für sich und auch hier wird zwischen verschiedenen Bauarten und Einsatzzwecken unterschieden. Klar ist, dass man beim Eisklettern Eisgeräte benötigt und keine Eispickel. Eispickel sind für Gletschertouren geeignet und haben meist einen geraden bis sehr leicht gebogenen Schaft. Haue und Schaufel sind meist in 90 Grad zum Schaft angeordnet, weil genau dort der Pickel meist angefasst wird um als Gehhilfe zu nutzen. Dabei ist der Schaftdorn am Ende des Schafts wichtig, mit dem man im Schnee Halt findet. Alles das ist bei einem Eisgerät fürs Eisklettern unwichtig. Hier wird das Gerät ganz anders benutzt. Die Haue und das Ende des Schafts sind die wichtigsten Teile. Beide Teile sind mehr gebogen um einen besseren Hebel auf das Eis und besseren Schwung zu erzeugen. Am Schaftende ist meist ein mehr oder weniger stark ausgeprägter und verstellbarer Griff vorhanden. Ob man am Ende Eisgeräte mit Schaufel und Hammer an der Haue kauft oder nicht, ist Einem selbst überlassen. Bei unseren Petzl Quark haben wir erst einmal diesen Mix gekauft, jedoch sind Schaufel und Hammer nachträglich noch abmontierbar. Für kurze Touren sind Leashs (Gummizugbänder) nicht unbedingt notwendig, aber in Mehrseillängen sicher eine Option, dass die Eisgeräte Einem nicht verloren gehen. Die Leash ist eine Fangleine in V- oder Y-Form, die im Klettergurt und an den Schaftenden der Eisgeräte befestigt wird. Neben Petzl haben sich auch Grivel, Black Diamond und Edelrid einen Namen bei den Eisgeräten gemacht und bieten ein umfangreiches Sortiment an. Bei den Eisgeräten muss man nun selbst entscheiden, wie weit man in diesem Bereich gehen möchte. Ich denke Modelle wie die Quarks oder Viper / Fusion von Black Diamond sind gute Allround- Geräte mit denen ein Anfänger nichts falsch machen kann.

 

Seile  Bei den Seilen haben sich die Nutzung von zwei Halbseilen zwischen 7 bis 9 mm (Doppelseil) durchgesetzt, da zwei Sicherungsketten mehr Sicherheit bieten und somit die Redundanz erhöhen. Was das bedeutet? Ein Halbseil als Sicherungskette würde ausreichen, um einen Sturz aufzufangen, aber ein zweites Halbseil ist eine zweite unabhängige Sicherungskette, die zusätzlich Sicherheit bietet. Dieser Überfluss an einem zweiten Seil nennt man Redundanz. Außerdem verringern zwei Halbseile die Reibung, da sie im Gegensatz zu Zwillingsseilen nicht zwingend parallel in die Sicherung eingebaut werden müssen. So kann man eine linke und rechte geradlinige Sicherungskette aufbauen und vermeidet so einen Zick- Zack- Kurs des Seils. Nicht ganz außer Acht sollte man die volle Abseillänge, d.h. zwei 60 Meter Halbseile zusammen gebunden ergeben 60 Meter Abseillänge. Bei kurzen Routen bis 10 Meter oder Toprope kann man auch ein Einfachseil benutzen. Wichtig bei allen Seilen sollte eine dauerhafte Imprägnierung sein, da bei Eis und Schnee es unvermeidbar ist, dass das Seil nass wird. Ohne Imprägnierung saugt es sich voll, wird steif und unhandlich. Das geht soweit, dass man mit einem gefrorenen Seil nicht mehr sichern kann. Bei der Länge sollten 60 Meter ausreichend sein, es gibt aber auch die 50 oder 70 Meter Option. Bei der Wahl von zwei Seilen sollte auf deutlich unterschiedliche Farben geachtet werden, die fürs Auge aber auch für das Ohr eindeutig zu unterscheiden sind. Will man seinem Partner zurufen, welches Seil er ausgeben soll, dann sind klar klingende Farbwortbefehle wie rot und blau besser als braun und blau zu verstehen. Als Sicherungsgerät ist sicher ein Tube die erste Wahl, wo man beide Seilstränge parallel laufen lassen kann. HMS habe ich noch nicht ausprobiert und stelle ich mir schon sehr schwierig vor, gerade wenn nur ein Seil ausgegeben werden soll. In der Not aber würde es sicher auch gehen. Wir haben uns für die Petzl Rumba 8mm entschieden, da es sie in rot/blau gibt und eine Imprägnierung haben.

 

Eisschrauben Bei den Eisschrauben kommen wir zur letzten der vier Wissenschaften. Hier gibt es nur einen Einsatzbereich im Eis, alle Modelle haben viele Gemeinsamkeiten, jedoch gibt es von preiswert bis teuer alles, begründet durch Ausstattungsmerkmale und Materialien. Eine klassische Eisschraube hat einen hohlen Innenschaft mit Außengewinde. Dabei gibt es unterschiedliche Längen (logisch, bei zunehmender Länge nimmt auch die Festigkeit im Eis zu) für unterschiedliche Eisdicken. Das eine Ende ist spitz gezackt um die Eisschraube gut im Eis zu platzieren und einzuschrauben. Am anderen Ende ist eine Metallöse locker fixiert. Soweit die Grundausstattung. Bei den Materialien gibt es Stahl, Aluminium und Titan. Wer Gewicht sparen und Geld ausgeben will, der sollte Titan wählen. Mir war vorrangig die Haltbarkeit wichtig, weniger das Gewicht. Daher entschied ich mich wie auch bei den Steigeisen wieder für Stahl. Höherwertige Modelle bieten dann noch eine Kurbel an der Metallöse an, die wiederum in ihrer Bauweise und Benutzung variieren. Am kompaktesten gefällt mir da noch die Express Eisschraube von Black Diamond. Eine davon habe ich im Sortiment, da ich diese für das Bohren von Heringslöchern beim Winterzelten brauchte. Nachgekauft hatten wir uns dann die Petzl Laser, leider das falsche Modell ohne dem Zunamen Speed, also ohne Kurbel. Schnell stellte sich heraus, dass die Kurbel das wichtigste an der Schraube ist. Nur mit ihr bekommt man die Schraube schnell und sauber ins Eis. Dafür hat die Laser zwei Ösen für Schlingen oder Exen. Ich habe dann nachträglich Kurbeln an die Schrauben angebracht ohne die Haltbarkeit zu beeinflussen. Ich werde hier zeitnah mal Fotos davon einstellen. Die Kurbel hat ungefähr die Größe der Black Diamond Express. Man kann sich aber auch die Petzl Turbine Kurbel nachkaufen. Das ist eine lose Kurbel, die dann in die Sicherungsöse eingeführt wird um kurbel zu können. Als Schutz kann man die Schrauben in einer Rolltasche verstauen (ähnlich einer Werkzeugtasche beim Auto). Ich habe die Schrauben mit einem Plastikrohr geschützt, welche ich über das Gewinde stülpe. Unten kommt dann die orangene Petzl- Kappe drauf, die die 4 Zacken schützt. Black Diamond, Petzl aber auch Grivel sind hier sicher die renommiertesten Marken.

 

Helm Hier haben wir uns für den extrem leichten Petzl Sirocco entschieden, in schwarz und weiß. Man spürt diesen Helm so wenig, dass man sich manchmal auf den Kopf fasst, weil man das Gefühl hat, ihn nicht aufzuhaben. In Größe S/M wiegt der Helm nur 160 Gramm, lässt sich super einfach und schnell einstellen und auf die Kopfgröße (auch mit Mütze) individuell anpassen. Dazu gibt es ein Set aus Polstern um eine 100%ige Anpassung vorzunehmen. Wir nutzen den Helm zum Klettern im Sommer, für Klettersteige und mittlerweile auch zum Eisklettern. Neben seiner Funktionalität sieht er auch noch chic aus. Er ist für Stirnlampen geeignet und die passenden Clips halten die Lampe fest am Helm.

 

Klamotten Ich möchte nicht zu weit ausholen und erklären, welche drei Schichten man wie kombiniert. Eher möchte ich auf die 2. und 3. Schicht eingehen, wie diese beschaffen sein sollte und welche Accessoires gerade beim Eisklettern ihre Berechtigungen haben.  Je nach Temperaturen und Sonneneinstrahlung kann es am Eisfall schon extreme Wohlfühlbereiche geben. Klettert man, reichen 2 Schichten Klamotten durchaus aus, sichert man den Partner, wir Einem schnell kalt und eine 3.Schicht ist angesagt. Dazu kommt noch die Nässe des Eisfalls. Generell empfiehlt sich, eine stark wasserabweisende oder wasserdichte Hose zu tragen. Findet Euch mit den Gedanken ab, dass man sich als Anfänger schnell die ersten Rissen in den Hosen holt, weil man mit den Steigeisen hängen bleibt. Je verstärkter also die Hosen im Wadenbereich sind, umso besser. Es ist schwer einen Kompromiss aus wärmenden Materialien, die nicht auftragen und die Bewegung einschränken, zu finden. Hier also eine kleine Liste, was wir besonders gern beim Eisklettern dabei haben.

  • Arcteryx Beta SV Bib Hose (Goretex Winterhose, aber eine Regenhose tut es sicher anfangs auch)
  • Arcteryx Beta AR Jacke (Goretex Jacke, die die 2.Schicht vor Nässe schützen und ggf. ein wenig wärmen soll)
  • Arcteryx Cerium LT Hoody (dünne und sehr leicht Daunenjacke für den Standplatz )
  • Roeckl Raron (dünne,wasserdichte Überziehhandschuhe, die mit vielen Schichten an der Hand kombinierbar sind)
  • mehrere Handschuhausführungen (dünn/dick, Finger/Fäustling)
  • Halstuch (Head) als Gesichtsschutz
  • dünne Mütze, die unter den Helm passt

 

Zubehör Hier möchte ich kurz und knapp auf nützliches Zubehör eingehen, was rund ums Klettern sicher nicht elementar ist, aber vielleicht ein wenig Erleichterung in den Eisklettertag bringt.

  • Taschenofen, um sich in der Pause wärmen zu können
  • Schneeschuh, um überhaupt erst einmal zu den Eisfällen zu kommen
  • Gamaschen, wenn nicht bereits an den Hosen integriert
  • Wanderstöcke, da die Wege zu den Eisfällen meist tief verschneit sind
  • Thermoskanne und Snacks, um neben dem Sport auch was Essen und Trinken
  • Isomatte, um sich, seinen Arsch und sein Gepäck vor Nässe zu schützen

 

 

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