Bayrischer Wald Alpen Berchtesgaden 2011 |

Erster Urlaub zu Dritt | Wir tasten uns an die Natur ran

Vorwort

2011 war das Jahr von Täve. 2010 hatte sich die Urlaubsplanung auf Reunion, Mauritius und Seychellen bereits eingeschränkt und die Buchung der Flüge sollte bald vorgenommen werden, da kam Yvonne mit einem Schwangerschaftstest nach Hause. Ich freute mich doppelt, über das positive Ergebnis und dass die Flüge noch nicht gebucht worden. Nun stand zwar kein Urlaub auf dem Plan, aber alles war so egal geworden.

Im Juni kam dann Täve doch einen Monat eher als geplant ans Tageslicht und so war der Jahresurlaub im August doch nicht mehr nur ein schnöder „Zuhause-Urlaub“. Mit einem Monat hätten wir keine Touren unternommen, aber der Kleine war robust und mit zwei Monaten planten wir nun eine spontane Tour durch Deutschland, Österreich und Schweiz. Schnell waren die Unterkünfte gebucht, Zelt kam nicht in Frage, Natur und wandern aber schon. Also ging es nun los.

 

Die Reise

Erste Station sollte Bayrischer Wald, konkret Eisenstein heißen. Eine rudimentäre Ferienwohnung, bei der in Yvonne Erinnerungen hochkamen. Genau in dem gleichen Gebäudekomplex hatte sie Jahre zuvor im Rahmen ihrer Klassenabschlussfahrt übernachtet. Vor Ort durchstreiften wir die böhmischen Grenzwälder mit unberührten Seen genau so wie den bayrischen Teil. Der Große Arber wurde bestiegen und Tag darauf hieß das nächste Ziel Zürich. Nein, keine Städtereise, sondern mein Schwesterherz endlich mal besuchen. Dort angekommen, bekam ich erst einmal einen Anruf von mein Dresdner Kollegen, die mir im Urlaub genüsslich mitteilten, dass unser Büro schließen würde. Super, sowas im Urlaub zu erfahren, aber hier und jetzt im Jahr 2016 kann ich sagen, dass es Schicksal gewesen ist und wir uns so wohlfühlen, dass ein anderer Verlauf unvorstellbar gewesen wäre. Nach dem Schock und zwei Nächten Städtetour folgten wir dem Ruf der Berge in die Walliser Alpen.

Über einsame Pässe und enge Straßen ging es ins verlassene Sackgassental von Saas Balen. Da der Schweizer Franken schlecht zum Euro stand, lief es mit dem Tourismus nicht gerade rosig, also hatten wir die Berge für uns allein. Einen Tag Monte Moro Pass auf 2890m, einen anderen Tag Zermatt und Wanderugn Richtung Hörnlihütte. Dazwischen immer mal wieder Radfahren, während Yvonne mit Täve Mittagsschlaf hielt. Hier gefiel es uns super und wir werden schon allein wegen der vielen Viertausender wiederkommen, dann aber nur noch im Zelt oder in Hütten.

Weitere Station war nun das Ötztal, Längenfeld. Wir kamen am Sonntag an, einen Tag nach dem Ötztaler Radmarathon. Es waren noch unzählige Radler unterwegs, uns trieb es aber erstmal zu Fuß in die umliegenden Berge. Auch das Timmelsjoch wurde abgewandert, vom Gipfel bis ins Tal.

Letzte Station sollte Berchtesgaden sein. Ein schöner Landgasthof, der nahe zu allen Attraktionen lag. Das Kehlsteinhaus wurde erklommen, im Schatten des Watzmann gewandert und bald hatte diese Station auch ihr Ende gefunden.

 

FAZIT

Gott, waren die Laute besorgter Eltern und Mütter grauenvoll. „Wie könnt Ihr nur mit einem 2 Monate altem Kind auf fast 3000 Metern wandern?“ Kommt schon, wenn es Täve geschadet hätte, dann hätte es geschrien, aber nein, der Kleine war stets glücklich und zufrieden. Genau dieser Urlaub hat ihn vermutlich so geprägt, dass er mittlerweile mehr und lieber draußen ist als wir. Er liebt die Natur, weil wir es ihm so beigebracht haben. Dieser Urlaub war die beste Entscheidung und hat uns Drei zu einer krassen Familie zusammen geschweißt.


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