Alles rund um Kocher |

 


GAS, HOLZ, BENZIN | EGAL, HAUPTSACHE ES BRENNT

 

Hier möchte ich nach und nach alle inL unserem Besitz befindlichen Kocher näher testen und meine Meinung offenbaren. Dabei möchte ich auch immer den Zeitvergleich zwischen herkömmlichen Edelstahltöpfen und den Lamellen- Pots anstellen, die mich seit der ersten Minute faszinierten. Es werden auch Videos und Bilder folgen. Dabei werde ich objektiv an die Sache gehen, obwohl mein Herz dem puristischen Benzinkocher gehört. Meine Ausführungen hier stellen meine Erfahrungen, meine Vorgehensweisen und meine Vorzüge dar.

 

Seitenübersicht | direkt zu den Artikeln klicken!
Meine Brenner und ich
Benzinbrenner | Liebe auf den ersten Blick
Hobo und ich | Eine Freundschaft für immer
Gasbrenner und ich | Fremdgehen auf Umwegen
Transport im Flugzeug
Optimus Polaris im Test
MSR Micro Rocket im Test
Solo Stove Hobo im Test
MSR Dragonfly im Test

 

Meine Brenner und ich  zurück zur Liste

Mein Fuhrpark umfasst(e) bis jetzt diese Kocher in chronologischer Reihenfolge:

    • 1998 – 1999 Juwel Benzinkocher ( billig, schwer, vorheizen mit Brennpaste, integrierter Tank | mein Kumpel hat sich mal beim vorheizen die Augenbrauen angebrannt, ich habe noch zwei Tage später Tränen gelacht wie der aussah – habe ihn schnell wieder verkauft und mir den MSR zugelegt)
    • 1999 – 2010 MSR XGK II  (Multifuel Brenner, sehr laut, nicht regelbar | Der kannte nur zwei Stufen, aus oder full Power)
    • seit 2010 MSR Dragonfly (Multifuel Benzin Brenner, nicht mehr so laut, fein regelbar, sehr standfest | immer ein treuer Begleiter
    • seit 2015 MSR Mirco Rocket Gasbrenner (klein im Packmaß, für Gasbrenner laut, saubere Arbeitsweise)
    • seit 2015 Solostove Titan Hobo Holzbrenner (keine Brennstoffe notwendig, Lagerfeuerstimmung, dreckige Töpfe)
    • seit 2016 Optimus Polaris (Multifuel Gas Benzin Brenner)

 

Benzinbrenner | Liebe auf den ersten Blick  zurück zur Liste

Vielleicht liebe ich das Spiel mit dem Feuer, sicher lieber ich auch den Benzingeruch, aber stets habe ich bei Benzinkochern pragmatisch gedacht. Überall auf der Welt gibt es Benzin, kein Problem mit der Besorgung von Gaskartuschen. Da ich genau aus diesem Grund die Benziner bevorzugte, wollte ich auch nie mit dem Reinbenzin anfangen. Das Zeug ist ja auch nicht an jeder Tankstelle vorrätig. Ich koche also seit jeher mit normalen 98er Benzin von der Tankstelle, ungefiltert. Schließlich ist ja ein kleiner Vorfilter in den Benzinflaschen. Die Kocher haben immer super funktioniert, die Düsen wurden immer mal geschüttelt, die Nadel hielt die Düse frei.  Dazu kommt, dass Reinbenzin 1 Liter um die 7 Euro kostet. So lange also das Normalbenzin günstiger ist, nehme ich das.

 

HoBo und ich | Eine Freundschaft für immer  zurück zur Liste

„Hobo“ Was ist das denn? Der Begriff Hobo stammt aus dem vergangenen Jahrhundert. Er stand und steht vereinzelt sicher noch heute für nordamerikanische Wanderarbeiter. Da diese auch immer mit so einem kleinen Ofen ihr Essen zubereiteten, wobei die modernen Hobo’s außer dem Wirkungsprinzip nicht mehr viel mit den alten einfachen Hobo’s der Wanderarbeiter zu tun hat.

Es handelt sich also primitiv gesagt um eine Konservendose, mit Löchern und einem Aufsatz. Dort stellt man einen Topf zum Kochen drauf und befeuert den kleinen Ofen mit kurzen, dünnen Stöckchen. So dient er neben Kochen auch zum Wärmen. Natürlich gab es seit 100 Jahren eine Weiterentwicklung in Sachen Wirkung, Materialien, Aufbau und Gewicht. Es würde hier Seiten füllen, wirklich jeden Hobo vorzustellen. Bei der Entscheidung, welcher Hobo der Beste ist, zählen oft viele subjektive Kriterien wie Gewicht, Preis und Packmaß, aber auch Bedienung und Wirkungsrad. Auf dem Markt haben sich neben den Standard Hobo’s (einwandig, einfacher Aufbau) auch die WGS (Wood Gas Stoves) durchgesetzt. Letztere nennt man auch Holzvergaser. Mehr dazu im Detail im Test mit dem Solo Stove Hobo.

 

Gasbrenner und ich | Fremdgehen auf Umwegen  zurück zur Liste

Immer wieder sah ich in Camps Leute, die es tatsächlich schafften, sich während der Essenszubereitung zu unterhalten. Wir dagegen lauschten dem lauten Rauschen des Benzinkochers. Richtig beeindrucken konnten mich die Gaskocher aufgrund ihrer Kartuschen nie und werden es für entlegene Gebiete auch nie tun. Gezwungenermaßen mussten wir ja nun auf Hawaii fremdgehen und einen Gaskocher kaufen, es gab nichts anderes. Schon dort wurden wir mit den Problemen der Kartuschenbeschaffung konfrontiert und das in der Zivilastion. Im Internet recherchieren, wo es Sportläden gibt, ob die auch Schraubkartuschen führen. Wie kommt man dort hin usw.  Dieses Spiel auf jeder Insel. Überschüssige teuer bezahlte Kartuschen mussten dann noch den Flughäfen zurückgelassen werden, also auch noch Geldverschwendung.

Aber der Vorteil dieser Gasbrenner liegt klar auf der Hand. Saubere Arbeit und Installation, kein Vorheizen, gute Heizwerte. Zukünftig werden wir den Gasbrenner für Kurztrips in heimischen Gefilden nutzen. Mit einer 230gr Kartusche (mittlere Größe 8.5cm hoch) kommt man bei  3x benutzen pro Tag ca. 2 bis 3 Tage hin. Da wir jetzt Kartuschen vorrätig haben, legten wir uns auch gleich noch eine Gaslaterne zu (siehe Ausrüstung)

 

Transport im Flugzeug  zurück zur Liste

Ein sehr heikles Thema bei dem es keine Generallösung gibt, da bei der Sicherheitskontrolle immer noch Menschen arbeiten und die nach Willkür entscheiden, ob man mit dem Kocher ein Flugzeug entführen kann oder nicht. Nette Anekdoten haben wir diesbezüglich schon genug erlebt, die letzte endete damit, dass man uns auf den Weg nach Hawaii den Holz-Ofen und das angerußte Kochgeschirr entnommen hatte. Zum Glück zahlte im Nachhinein meine Haftpflicht den Schaden, der sich auf 350 Euro belief.

Hier kann ich also nur Erfahrungen und Vorgehensweisen schildern und Ihr selbst müsst wissen wie Ihr an die Sache herangeht.

  • Benzinflasche immer gründlich ausspülen und offen ohne Deckel im Handgepäck mitführen, Schriftzüge, die auf eine Brennstoffflasche hindeuten, mit Panzertape abkleben, so sieht die Flasche wie eine Trinkflasche aus. Der Deckel kann im Aufgabegepäck verstaut werden.
  • Die Pumpe auch trocknen und an der frischen Luft lagern, damit der Geruch verfliegt. In ein kleines Tuch wickeln und separat vom Kocher irgendwo im Handgepäck bei den Batterien oder Ladegeräten verpacken
  • Den Kocher säubern, ggf. von Ruß und Geruch befreien und im Kocherbeutel im Handgepäck mitnehmen

Bei Kanada, Azoren, Island, Finnland, Kirgistan und USA konnten wir folgende Erfahrungen selbst sammeln:

Kanada  Der Rucksack, wo die ungesäuberte Brennstoffflasche drin war, kam 5 Tage später an, weil sie in München näher inspiziert wurde und auch als solche gut zu erkennen war. Der Kocher war ebenfalls im Rucksack. Hier gab es keine Beanstandungen. Beide Utensilien waren bereits benutzt. Lufthansa lieferte das Gepäck durch Aircanada dann in unser Hotel, Rucksack war kaputt, aber im Nachgang bezahlte Lufthansa die Reparatur. Flughäfen, die wir passiert hatten: Dresden, München, Montreal, Toronto.

Azoren  Der Brenner war im Handgepäck, die Flasche im Aufgabegepäck. Bei SATA keinerlei Probleme, auch nicht auf den vier Inlandsflügen. Flughäfen, die wir passiert hatten: Frankfurt, Sao Miguel, Terceira, Corvo, Flores, Faial und Sao Jorge.

Island  Auch hier mit Airberlin kein Problem, Brenner im Handgepäck, Flasche im Aufgabegepäck. Flughäfen, die wir bereist hatten: München, Reykjavik und Isarfjördur.

USA  Hier wollten wir 100% sicher gehen und den paranoiden Amis jede Chance nehmen, was zu beanstanden. Brenner wieder mit im Handgepäck, Flasche dieses Mal als leere Trinkflasche getarnt auch. Dass die TSA uns dann aber Kochgeschirr und Holzofen abnahmen war echt verblüffend. Auf Hawaii kauften wir dann den Gasbrenner MSR Micro Rocket. Ich ließ es nun darauf ankommen und siehe da. Auf 6 Inlandsflügen und einem Langstreckenflug hatte ich nun den Gasbrenner und den Benzinbrenner im Handgepäck. Niemand hat irgendwas beanstandet, nicht einmal eine Detailkontrolle fand statt. Flughäfen, wir wir bereist hatten: Frankfurt, Washington, Chicago, San Francisco, Maui, Big Island, Oahu, Molokai und Kauai.

Finnland  Hobo und Benzinkocher samt Flaschen und Pumpe im Handgepäck. Dieses Mal wollten sie mich dann doch richtig filzen. Ich dachte, der Benzinkocher sei das Problem. Er packte ihn aus, schaute ihn an und auf meine Frage hin, ob dieser im Handgepäck denn nicht erlaubt sei, antwortete er nur kurz „Nein, kein Problem“. Das Problem waren am Ende die Anzündwürfel, die als schnell brennbares Material konfisziert worden. Ansonsten weder bei den ausgewaschenen Benzinflaschen, dem benutzten und nach Rauch stinkenden Hobo oder die nach Benzin müffelnde Pumpe keine Beanstandungen. Flughäfen, die wir passiert hatten: Frankfurt, Helsinki und Ivalo.

Kirgistan  Auch hier Hobo, Benzinkocher, Pumpe und Flaschen im Handgepäck. Kein Problem, nicht einmal eine Kontrolle oder Inspektion. Flughäfen, die wir passiert hatten: Zürich, Istanbul (Atatürk / Sabiha Gokcen) und Bishkek.

Bei weiteren Flugreisen werden Brenner, Flasche und Pumpe zukünftig immer im Handgepäck mitgeführt. Nur der Hobo muss wohl immer wieder das Risiko ertragen, aus dem Aufgabegepäck entfernt zu werden. Dieses wuchtige Teil will und kann ich nicht im Handgepäck mitführen. Ich werde hier berichten, was uns noch so widerfahren wird.

 

Optimus Polaris im Test  Details und Beschreibung  zurück zur Liste

Anfangen möchte ich mit dem neuesten Modell. Der Vorteil dieses Kochers ist offensichtlich die Benutzung von Benzin und Gaskartuschen gleichermaßen. Im Detail wird die Raffinesse des Kochers erst sichtbar. Es gibt nur EINE Düse für ALLE Brennstoffe. Kein lästiges Wechseln mehr. Okay, sind wir ehrlich. Wer hat schon mal an einem Tag Diesel, Benzin, Gas und Petroleum verbrannt. Kommt doch eher selten vor, aber besser haben als hätte.

Wer ein „Gas-Fan“ ist findet sicherlich leichtere und kompaktere Kocher (siehe MSR Micro Rocket). Wer als „Benzin-Fan“ einen puren Brenner sucht, bekommt sicher günstigere Modelle. Wer aber für jeden Supergau am Ende der Welt gewappnet sein und auch jeden alkoholhaltigen Tropfen verbrennen möchte, der braucht dieses Schmuckstück.

Er ist funktionell, robust und stabil, super verarbeitet, wenige Plastikteile. Mir scheint, er wurde für die Ewigkeit gebaut. Alles lässt sich einfach und schnell auseinander bauen ohne ein Diplom zu haben. Der Aufbau, die Benutzung und der Abbau sind intuitiv und wirklich auch für den technischen Tiefstflieger einfach.  Wo Licht ist, da ist auch Schatten.

Allem voran fiel mir des deplatzierte Prellblech auf. Dieses kleine Manko schränkt aber die Funktionstüchtigkeit keinesfalls ein, nur erwartet man bei so einem Highend-Teil doch Perfektion, oder? Das Prellblech wird durch drei kleine Arme an der Brennerglocke gehalten. Diese drei Arme trennen am Ende die Gesamtflamme drei Teile. Leider sind diese drei Arme 1cm versetzt zu den Standfüßen und der Topfauflage (siehe linkes Bild). Das bedeutet nun, dass im Betrieb die Flamme direkt die Enden der Auflagen unter Beschuss nimmt und diese anfangen zu glühen. Wäre die Prellblecharme bündig mit den Topfauflagen, würde sich genau dort die Flamme teilen und die Enden würden nicht mehr glühen. Habe es temporär versucht und das Prellblech so montiert. Funktioniert also eigentlich super und könnte man fast so lassen, nur durch den seitlichen Schlitz, wo im Original das Prellblech eingehangen ist (siehe rechtes Bild, roter Kreis) stößt eine 5mm kleine Flamme nach außen auf den Korpus. Auch nicht schön. Viele Besitzer sind der Meinung, mit dem Schönheitsfehler kann man leben. Muss ich also wohl auch tun.

Ein weiterer kleiner Nachteil störte mich beim Gasbetrieb. Die Kartusche wird am Schlauchende angeschlossen. Diese Arretierung besitzt aber keinen Regler, keinen Verschluss. Man arbeitet nur mit dem Feindosierer direkt am Kocher. Schließt man nun nach dem Kochvorgang die Zufuhr am Kocher um diesen von der Kartusche zu trennen, bleibt im Schlauch  Restgas. Das hat zum einen zur Folge, dass dieses Restgas ungenutzt bleibt und beim Abtrennen der Kartusche entweicht. Außerdem dreht man das Regelventil direkt am Brenner im heißen Zustand zu und nach erkalten geht dieses etwas schwerer auf. Abhilfe schafft man nach meinen ersten Erkenntnissen nur, indem man sofort nach Kochende, das Ventil schließt, die Kartusche abschraubt und das Ventil wieder aufdreht bis die Zuleitung erkaltet ist. Positiv sind mir im Gasbetrieb die beiden ausklappbaren Füße am Schlauchende aufgefallen. Sie ermöglichen es, das Gas flüssig (Kartusche auf dem Kopf) oder gasförmig (normal im Stand) zu verbrennen, je nach Temperatureinsatz und Leistungswunsch.

Einige berichten über Probleme beim Anzünden des Kochers, wenn Gas benutzt wird. Abhilfe konnte ich damit schaffen, dass ich den Kocher mit dem Düsenauströmer waagerecht hielt und mit normalen Feuerzeug das Gas entfachte und parallel langsam höher regelte. Mit Gas rauscht er auch noch laut, aber auf jeden Fall leiser als im Benzinbetrieb. Wenn das laute Geräusch stört, der sollte sich eine Polar Dawg 2 an die 30 Euro kostet. Diese werde ich mir sicher auch noch zulegen, dann kann Mausi am Morgen noch weiterschlafen während ich das Buffet zusammen koche. Mit diesen Leisebrennern wird eine Flamme „geformt“ ähnlich der von Gasbrennern. Mit Leistungsverlust ist nicht zu rechnen.

Die mitgelieferte 400ml Flasche kann nur bis 300ml befüllt werden, also sollte die ungefähr für 75 Minuten im Vollbetrieb halten (bei 2,5min für 1 Liter Wasser macht das 30 Liter). Grob gerechnet komme ich auf 4ml/min. Da wir etwas ausgedehnt abends kochen (20min) und morgens nur Kaffee oder mal Milch (10min), kalkulieren wir pro Tag 30min ein, also 120ml. Bei einer Woche kommen wir also immer gut mit einer 1 L Flasche aus und haben noch Puffer um nebenbei mal ein Tee oder ein Mittagessen zu kochen.

Das Ventil an der Pumpe hat ein Sicherheitsmechanismus, sprich ohne angeschlossenen Schlauch fließt kein Benzin. Zum Vorheizen Regler am Brenner öffnen, nach 2 Sekunden wieder schließen und weißes Wattepad am Boden anzünden. Wenn alles verbrannt ist, langsam den Regler öffnen und los kann der Spaß gehen.

Ein Liter kaltes Wasser im Primus Primetech Powertopf (übrigens passen nur 1L und 1.8L Topf, da beim 3L Topf der Lamellenrand stört, Abhilfe schafft ein Verbiegen der Auflagen nach außen) wurde nun unter Volldampf mit Deckel und unter normalen Außentemperaturen zum kochen gebracht. Full Power, d.h. laut Hersteller 4200W, im Gasbetrieb nur 3300W. Den Unterschied merkt man allein daran, dass die Topfablage am inneren Rand ordentlich glühen. Nach 2m30s ist alles vorbei (dokumentiert leider nur 2m47s), das Wasser brodelt. Was für ein Powergerät. Ausgeschalten wird der Kocher nicht durch Drehen am Regler, sondern durch Drehen der Flasche in die Off-Stellung. Nun zieht die Pumpe kein Benzin mehr, sondern nun noch Luft. Nach dem Drehen dauert es ca. 5 Sekunden und dann spuckt er kurz und geht aus. Der Druck ist raus und die Leitung kann abgeschraubt werden. Saubere Lösung.

Test mit der neuen Polar Dawg (Leisebrennerkappe)

Es gibt keinen leisen Power, also entweder akzeptiert man die lauten Benzinkocher oder gibt sich mit leiseren Gasbrennern ab. So dachte ich es bist jetzt und so war zwischen uns immer Funkstille, wenn gekocht wurde. Im Umkreis von 50 Meter nahm man keine Geräusche mehr war und auch danach hatte man immer noch ein Tinnitus im Ohr. Irgendwann vor geraumer Zeit hörte ich dann was von „Leisebrennerkappen“ oder auch „Silencer“. Gott, diese Worte versprachen ja förmlich Kochidylle. Mir waren aber immer die 50 Euro zu teuer und irgendwie hatten wir uns mit den „Schreihälsen“ arrangiert.

Dann fasste ich nach langer Recherche doch den Entschluss, mal zu schauen, wie diese PolarDawg denn funktionieren. Bestellt, geliefert und gleich mal auf dem Balkon ausprobiert. Altes Prellblech ab, neue Kappe rein. Sie ist passgenau und wird exakt für den gewünschten Kocher produziert. Beim ersten Einsetzen saß sie noch locker drin, mittlerweile müsste ich ordentlich Kraft aufwenden um sie aus der Brennerglocke zu bekommen. Ohne Arretierung hält sie nun ihre Stellung. Ventil auf zum vorheizen. Gleich beim ersten Benutzen fällt mir das größte beschriebene Problem auf.

Das herausschießende Benzin prallt nicht gegen ein Blech um dann auf das Wattetuch zu fallen, damit genau dort die Leitung vorgeheizt wird, sondern es spritzt in die Kappe und aufgrund des hohen Randes verbleibt es auch dort drin. Ich habe noch keine Dauerlösung gefunden, behelfe mir aber momentan damit, dass ich den Brenner schräg halte und das Ventil weniger aufdrehe. So kommt Benzin mit weniger Druck raus uns läuft an der Seite runter. Jedoch heizt der Kocher immer noch die Brennerkappe länger vor, was völlig unnütz ist. Nachdem dann alle Flammen erloschen sind, wird der Kocher angezündet. Da er nicht so 100%ig vorgeheizt ist wie mit dem Prellblech, spuckt er noch ein wenig Benzin, ich drehe also langsam aber stetig mehr auf.

Super, er ist wirklich leiser, ABER nicht leise. Im Vergleich zum Prellblech kann man sich nun 3/4 Leistung gut unterhalten, bei voller Power, wo dann die Flamme bereits über der Kappe wieder gelb flackert, wirds auch laut. Fortan werden wir nun den Kocher so einstellen, dass am Ende wirklich nur die blaue Flamme aus den kleinen Löchern schießt. Ich finde ihn nun in den kleinen Drehbereichen noch besser dosierbar. Dachte ich erst, dass die Kappe die Flamme nachteilig beeinflussen würde, was die Leistung anbelangt, musste ich mich gestern eines Besseren belehren lassen.

Bei einem Test mit kalten Wasser und kalten Topf schaffte ich in zwei Versuchen erst 2m48s und dann noch einmal 2m35s. Echt der Wahnsinn. Eine volle Kaufempfehlung möchte ich jetzt noch nicht abgeben, da mich ein wenig das komplizierte und sicher auch mit höherem Verbrauch verbundene Vorheizen stört. Wenn ich hier eine Lösung gefunden habe, die nicht bedeutet, dass ich Benzin extra auf den Lappen träufeln muss, dann gibt’s einen dicken Daumen nach oben.

Bestellen kann man das Teil hier, Lieferzeit allerdings 2 Wochen, da es anscheinend je Bestellung produziert wird. Wenn Ihr mit der Kappe Erfahrungen gemacht und Tipps habt, immer her damit.

 

MSR Mirco Rocket im Test  Details und Beschreibung    zurück zur Liste

Der Brenner lässt sich unkompliziert auf Schraubkartuschen arretieren. Dabei sollte man bei den letzten Drehungen etwas zügiger drehen, da ansonsten schnell Gas entweicht. Die Kartusche ist selbst schließend und wird mit einer im Brenner befindlichen spitzen Zuleitung geöffnet, sobald man diesen auf die Kartusche dreht. Hat den Vorteil, dass man nach dem Kochen den Brenner immer wieder von der Kartusche trennen kann um alles besser und sicherer verstauen zu können.

Das Anzünden und kochen ist gegenüber dem Benzin-Kochen eine saubere und simple Sache. 1 Liter Wasser bringt die Düse, die auch ordentlich Krach macht, in 3.5 Minuten zum kochen. Die Flamme ist sehr präzise regelbar und auch der Regler ist einklappbar. Dieser Gasbrenner unterscheidet sich von anderen, dass er am Ende genau so viel Krach wie ein Benziner macht. Wir sind das gewohnt, also stört uns das nicht.

Durch die breite Kartusche steht der Brenner sicher auf flachen und glatten Oberflächen. Da der Boden der Kartusche aber unflexibel ist, gestaltet sich der Stand auf unebenen, schrägen oder hügeligen Flächen zum Wackelakt. Das kenne ich von den Benzinern mit breiten Einzelfüßen besser.

Beim Kochen ist die Flamme ziemlich weit über dem Boden. Wir wollten uns keinen zweiten Windschutz kaufen, aber die flachen vorhandenen von den Benzinbrennern schützen nicht genug. Somit muss dann immer eine kleine künstliche Erhöhung gebaut werden, damit der Windschutz Sinn macht. Die hohe Lage des Topfes über dem Boden hat außerdem den Nachteil, dass die gesamte Einheit Kartusche- Brenner- Topf sehr hoch ist und anfällig für

Das Flammkreuz auf der Düse haben wir gleich in der ersten Woche verloren, aber nie wirklich vermisst. Also geht auch ohne. Wann werde ich nun diesen Gasbrenner benutzen, bei den vielen Kochern? Sicher auf Wochenendtouren, nie auf längeren Reisen in abgeschiedene Gebiete. Die Kartuschen sind hier das Problem. Benzin bekommt man überall her.

Zeitnah werde ich hier noch ein Video für die Lesefaulen hochladen.

 
 

Solo Stove Hobo im Test  Details und Beschreibung   zurück zur Liste

Weiter oben schrieb ich bereits von den beiden Bauformen eines Hobo’s. Der Solo Stove ist ein Holzvergaser (WGS), der doppelwandig ist und effizienter und sauberer arbeitet, da er weniger Holz benötigt und weniger rust und raucht. Standard Hobo’s haben dafür den Vorteil, leichter und geringer im Packmaß zu sein, da sie faltbar sind. Tolle Produkte sind hier der Brennerle oder die altbekannten Bushcraft Essentials . Bei den WGS kann ich nur die von Solostove empfehlen. In ihrer Bauweise ähneln sich die Modelle anderer Firmen sehr. Die Vorteile der WGS sind eine geschlossene Brennkammer und somit etwas sicherere Handhabung als die löchrigen Falthobo’s. Außerdem wird der Waldboden mehr geschont, da keine Asche auf den Boden fallen kann. Bei den WGS verbleibt diese in der Brennkammer und wird nach erkalten einfach ausgeschüttet. Wie er auf dem Video rechts sehen könnt, entsteht durch den Schloteffekt eine ruhige Flamme und durch den Aufsatz, der ein schmaleres Loch hat als die Brennkammer, hält sich der Funkenflug auch in Grenzen.

Wir sind echt zufrieden mit unserem Solostove Titan (Titan steht hier für die Größe, nicht für das Material!), der in Sachen Gewicht und Funktion für uns das Optimum darstellt. Klar, mit 500gr kein Leichtgewicht, aber dafür in dieser Größe auch gut als Lagerfeuerersatz funktionell, der Wärme spendet.

Ich werde hier zeitnah mal ein Video zeigen, wie einfach und sauber der Umgang mit dem Solo Stove ist.

 

MSR Dragonfly im Test  Details und Beschreibung   zurück zur Liste

Der längste und wohl verlässlichste Begleiter ist unser Dragonfly, der mit seinen drei ausklappbaren Armen seinen Namen alle Ehre macht. Viele bemängeln immer die aus Plastik bestehende nicht gerade solide anmutende Pumpe. Dem ist aber nicht so.  Einzig muss ab und an mal das Pumpenleder mal wieder in die richtige Form gebracht und gefettet werden, damit wieder Druck in die Flasche kommt.

Ansonsten gibt es nur Lob auszusprechen und gerade im Vergleich mit dem Optimus Polaris lässt sich dieser Kocher leichter und schnell vorheizen, die Aufwärmphase bis man „volle Kanne“ geben kann ist kürzer und die Düse verstopft nicht so schnell. Echt ein wartungsarmer, funktioneller und sehr sicher stehender Kocher.

Zeitnah werde ich sicher auch diesen Kocher hier in einem Test zeigen.

 


^
Instagram