Outdoor Kocher Test

Gas, Holz, Benzin | Hauptsache, es brennt

Outdoor Kocher
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Meine Brenner und ich
Benzinbrenner | Liebe auf den ersten Blick
Hobo und ich | Eine Freundschaft für immer
Gasbrenner und ich | Fremdgehen auf Umwegen
Transport im Flugzeug
Optimus Polaris im Test
MSR Dragonfly im Test

MSR Micro Rocket im Test
Solo Stove Hobo im Test
Mit Benzinkochern heizen

Meine Brenner und ich zurück zur Liste

Hier möchte ich nach und nach alle in unserem Besitz befindlichen Outdoor Kocher näher testen und meine Meinung offenbaren. Dabei möchte ich auch immer den Zeitvergleich zwischen herkömmlichen Edelstahltöpfen und den Lamellen- Pots anstellen, die mich seit der ersten Minute faszinierten. Es werden auch Videos und Bilder folgen. Dabei werde ich objektiv an die Sache gehen, obwohl mein Herz dem puristischen Benzinkocher gehört. Meine Ausführungen hier stellen meine Erfahrungen, meine Vorgehensweisen und meine Vorzüge dar.

Mein Fuhrpark umfasst(e) bis jetzt diese Outdoor Kocher in chronologischer Reihenfolge:

  • 1998 – 1999 Juwel Benzinkocher ( billig, schwer, vorheizen mit Brennpaste, integrierter Tank | mein Kumpel hat sich mal beim vorheizen die Augenbrauen angebrannt, ich habe noch zwei Tage später Tränen gelacht wie der aussah – habe ihn schnell wieder verkauft und mir den MSR zugelegt)
  • 1999 – 2010 MSR XGK II  (Multifuel Brenner, sehr laut, nicht regelbar | Der kannte nur zwei Stufen, aus oder full Power)
  • ab 2010 MSR Dragonfly (Multifuel Benzin Brenner, nicht mehr so laut, fein regelbar, sehr standfest | immer ein treuer Begleiter
  • seit 2015 MSR Mirco Rocket Gasbrenner (klein im Packmaß, für Gasbrenner laut, saubere Arbeitsweise)
  • von 2015 an Solostove Titan Hobo Holzbrenner (keine Brennstoffe notwendig, Lagerfeuerstimmung, dreckige Töpfe)
  • ab 2016 Optimus Polaris (Multifuel Gas Benzin Brenner)

Benzinbrenner | Liebe auf den ersten Blick  zurück zur Liste

Vielleicht liebe ich das Spiel mit dem Feuer, sicher lieber ich auch den Benzingeruch, aber stets habe ich bei Benzinkochern pragmatisch gedacht. Überall auf der Welt gibt es Benzin, kein Problem mit der Besorgung von Gaskartuschen. Da ich genau aus diesem Grund die Benziner bevorzugte, wollte ich auch nie mit dem Reinbenzin anfangen. Das Zeug ist ja auch nicht an jeder Tankstelle vorrätig. Ich koche also seit jeher mit normalen 98er Benzin von der Tankstelle, ungefiltert. Schließlich ist ja ein kleiner Vorfilter in den Benzinflaschen. Die Outdoor Kocher haben immer super funktioniert, die Düsen wurden immer mal geschüttelt, die Nadel hielt die Düse frei.  Dazu kommt, dass Reinbenzin 1 Liter um die 7 Euro kostet. So lange also das Normalbenzin günstiger ist, nehme ich das.

HoBo und ich | Eine Freundschaft für immer  zurück zur Liste

„Hobo“ Was ist das denn? Der Begriff Hobo stammt aus dem vergangenen Jahrhundert. Er stand und steht vereinzelt sicher noch heute für nordamerikanische Wanderarbeiter. Da diese auch immer mit so einem kleinen Ofen ihr Essen zubereiteten, wobei die modernen Hobo’s außer dem Wirkungsprinzip nicht mehr viel mit den alten einfachen Hobo’s der Wanderarbeiter zu tun hat.

Es handelt sich also primitiv gesagt um eine Konservendose, mit Löchern und einem Aufsatz. Dort stellt man einen Topf zum Kochen drauf und befeuert den kleinen Ofen mit kurzen, dünnen Stöckchen. So dient er neben Kochen auch zum Wärmen. Natürlich gab es seit 100 Jahren eine Weiterentwicklung in Sachen Wirkung, Materialien, Aufbau und Gewicht. Es würde hier Seiten füllen, wirklich jeden Hobo vorzustellen. Bei der Entscheidung, welcher Hobo der Beste ist, zählen oft viele subjektive Kriterien wie Gewicht, Preis und Packmaß, aber auch Bedienung und Wirkungsrad. Auf dem Markt haben sich neben den Standard Hobo’s (einwandig, einfacher Aufbau) auch die WGS (Wood Gas Stoves) durchgesetzt. Letztere nennt man auch Holzvergaser. Mehr dazu im Detail im Test mit dem Solo Stove Hobo.

Gasbrenner und ich | Fremdgehen auf Umwegen  zurück zur Liste

Immer wieder sah ich in Camps Leute, die es tatsächlich schafften, sich während der Essenszubereitung zu unterhalten. Wir dagegen lauschten dem lauten Rauschen des Benzinkochers. Richtig beeindrucken konnten mich die Gaskocher aufgrund ihrer Kartuschen nie und werden es für entlegene Gebiete auch nie tun. Gezwungenermaßen mussten wir ja nun auf Hawaii fremdgehen und einen Gaskocher kaufen, es gab nichts anderes. Schon dort wurden wir mit den Problemen der Kartuschenbeschaffung konfrontiert und das in der Zivilastion. Im Internet recherchieren, wo es Sportläden gibt, ob die auch Schraubkartuschen führen. Wie kommt man dort hin usw.  Dieses Spiel auf jeder Insel. Überschüssige teuer bezahlte Kartuschen mussten dann noch den Flughäfen zurückgelassen werden, also auch noch Geldverschwendung.

Aber der Vorteil dieser Gasbrenner liegt klar auf der Hand. Saubere Arbeit und Installation, kein Vorheizen, gute Heizwerte. Zukünftig werden wir den Gasbrenner für Kurztrips in heimischen Gefilden nutzen. Mit einer roten 230gr Kartusche (mittlere Größe 8.5cm hoch) kommt man bei  3x benutzen pro Tag ca. 2 bis 3 Tage hin. Es gibt auch noch grüne Kartuschen für den Sommer oder die bräunlichen für den Winter. Da wir jetzt Kartuschen vorrätig haben, legten wir uns auch gleich noch eine Gaslaterne zu (siehe Ausrüstung)

Transport im Flugzeug  zurück zur Liste

Ein sehr heikles Thema bei dem es keine Generallösung gibt, da bei der Sicherheitskontrolle immer noch Menschen arbeiten und die nach Willkür entscheiden, ob man mit dem Kocher ein Flugzeug entführen kann oder nicht. Nette Anekdoten haben wir diesbezüglich schon genug erlebt, die letzte endete damit, dass man uns auf den Weg nach Hawaii den Holz-Ofen und das angerußte Kochgeschirr entnommen hatte. Zum Glück zahlte im Nachhinein meine Haftpflicht den Schaden, der sich auf 350 Euro belief.

Hier kann ich also nur Erfahrungen und Vorgehensweisen schildern und Ihr selbst müsst wissen wie Ihr an die Sache herangeht.

  • Benzinflasche immer gründlich ausspülen und offen ohne Deckel im Handgepäck mitführen, Schriftzüge, die auf eine Brennstoffflasche hindeuten, mit Panzertape abkleben, so sieht die Flasche wie eine Trinkflasche aus. Der Deckel kann im Aufgabegepäck verstaut werden.
  • Die Pumpe auch trocknen und an der frischen Luft lagern, damit der Geruch verfliegt. In ein kleines Tuch wickeln und separat vom Kocher irgendwo im Handgepäck bei den Batterien oder Ladegeräten verpacken
  • Den Outdoor Kocher säubern, ggf. von Ruß und Geruch befreien und im Kocherbeutel im Handgepäck mitnehmen
  • Bei weiteren Flugreisen werden Brenner, Flasche und Pumpe zukünftig immer im Handgepäck mitgeführt. Nur der Hobo muss wohl immer wieder das Risiko ertragen, aus dem Aufgabegepäck entfernt zu werden. Dieses wuchtige Teil will und kann ich nicht im Handgepäck mitführen.
  • Seit 2017 nutzen wir den Outdoor Kocher und die Benzinflasche, die mit auf Flugreisen genommen werden, hierzulande überhaupt nicht. Dafür haben wir einen 2.Kocher und genügend andere Benzinflaschen. So kann Kocher und Flasche so ausdünsten, dass sie wenigstens auf dem Hinflug nicht nach Benzin stinken. Das Rückflugproblem besteht dann zwar noch immer und es wäre auch ärgerlich, den arschteueren Outdoor Kocher im Reiseziel zu lassen, aber wenigstens wäre der Urlaub schon erledigt und der Kocher nicht mehr zwingend nötig.

Bei diesen Ländern sammelten wir folgende Erfahrungen

USA / Kanada

Kanada  Der Rucksack, wo die ungesäuberte Brennstoffflasche drin war, kam 5 Tage später an, weil sie in München näher inspiziert wurde und auch als solche gut zu erkennen war. Der Outdoor Kocher war ebenfalls im Rucksack. Hier gab es keine Beanstandungen. Beide Utensilien waren bereits benutzt. Lufthansa lieferte das Gepäck durch Aircanada dann in unser Hotel, Rucksack war kaputt, aber im Nachgang bezahlte Lufthansa die Reparatur. Flughäfen, die wir passiert hatten: Dresden, München, Montreal, Toronto.

USA  Hier wollten wir 100% sicher gehen und den paranoiden Amis jede Chance nehmen, was zu beanstanden. Brenner wieder mit im Handgepäck, Flasche dieses Mal als leere Trinkflasche getarnt auch. Dass die TSA uns dann aber Kochgeschirr und Holzofen abnahmen war echt verblüffend. Auf Hawaii kauften wir dann den Gasbrenner MSR Micro Rocket. Ich ließ es nun darauf ankommen und siehe da. Auf 6 Inlandsflügen und einem Langstreckenflug hatte ich nun den Gasbrenner und den Benzinbrenner im Handgepäck. Niemand hat irgendwas beanstandet, nicht einmal eine Detailkontrolle fand statt. Flughäfen, wir wir bereist hatten: Frankfurt, Washington, Chicago, San Francisco, Maui, Big Island, Oahu, Molokai und Kauai.

Neufundland  Hier gab es auf dem Hinweg keine Probleme, da ich Kocher, Pumpe und Flasche immer lange auslüften lasse. Es roch nichts nach Benzin. Beim Rückflug jedoch beanstandete die Airline den Geruch der Benzinflasche. Sie musste auch Neufundland bleiben. Beim Kocher musste ich lange diskutieren, konnte diesen dann aber doch wieder mit nach Hause nehmen.

Andere Fernziele

Kirgistan  Auch hier Hobo, Benzinkocher, Pumpe und Flaschen im Handgepäck. Kein Problem, nicht einmal eine Kontrolle oder Inspektion. Flughäfen, die wir passiert hatten: Zürich, Istanbul (Atatürk / Sabiha Gokcen) und Bishkek.

La Réunion | Mauritius  Keine großen Diskussion, auspacken, zeigen, wieder verpacken. Schluss! Es verhärtet sich der Verdacht, dass nur die Europäer da ziemlich kleinlich sind. Woanders nimmt man es gelassen.

Mongolei  Hier stellte sich ein Mitarbeiter des FRAports richtig wichtig an, er übernahm den Checkin für Miat, die kein eigenes Personal haben. Er meinte, der Kocher wird es nie durch die Sicherheitskontrolle schaffen und man darf nur 1 Feuerzeug pro Rucksack dabei haben. Ich habe dann ein Feuerzeug als Zeichen meines Gehorsams rausgeholt, aber die anderen 5 Feuerzeuge schafften es dann doch bis in die Mongolei. Der Outdoor Kocher schaffte es auch durch die Sicherheitskontrolle. Beim Rückflug gab es ein wenig Probleme, weil der Kocher doch sehr nach Benzin roch. Ich erklärte jedoch, dass der Kocher nur mit einer Flasche dazu funktionieren würde und so abgeschraubt keine Gefahr darstellen würde. Sie winkten ihn durch. Diese Diskussionen zeigen, dass es besser ist, einen Kocher im Handgepäck zu haben um wenigstens noch ein wenig diskutieren zu können.

Europa

Azoren  Der Brenner war im Handgepäck, die Flasche im Aufgabegepäck. Bei SATA keinerlei Probleme, auch nicht auf den vier Inlandsflügen. Flughäfen, die wir passiert hatten: Frankfurt, Sao Miguel, Terceira, Corvo, Flores, Faial und Sao Jorge.

Island  Auch hier mit Airberlin kein Problem, Brenner im Handgepäck, Flasche im Aufgabegepäck. Flughäfen, die wir bereist hatten: München, Reykjavik und Isarfjördur.

Madeira  Keine Probleme, weder in Zürich, noch beim Umsteigen und beim Rückflug. Manchmal mussten wir den Outdoor Kocher zeigen, manchmal aber auch nicht. Die Flasche hatten wir frisch gesäubert im Aufgabegepäck, auch hier war nichts zu beanstanden.

Finnland  Hobo und Benzinkocher samt Flaschen und Pumpe im Handgepäck. Dieses Mal wollten sie mich dann doch richtig filzen. Ich dachte, der Benzinkocher sei das Problem. Er packte ihn aus, schaute ihn an und auf meine Frage hin, ob dieser im Handgepäck denn nicht erlaubt sei, antwortete er nur kurz „Nein, kein Problem“. Das Problem waren am Ende die Anzündwürfel, die als schnell brennbares Material konfisziert worden. Ansonsten weder bei den ausgewaschenen Benzinflaschen, dem benutzten und nach Rauch stinkenden Hobo oder die nach Benzin müffelnde Pumpe keine Beanstandungen. Flughäfen, die wir passiert hatten: Frankfurt, Helsinki und Ivalo.

Zypern  Keine Probleme in Zürich und bei Swiss.

Optimus Polaris im Test  Details und Beschreibung  zurück zur Liste

Anfangen möchte ich mit dem neuesten Modell. Der Vorteil dieses Kochers ist offensichtlich die Benutzung von Benzin und Gaskartuschen gleichermaßen. Im Detail wird die Raffinesse des Kochers erst sichtbar. Es gibt nur EINE Düse für ALLE Brennstoffe. Kein lästiges Wechseln mehr. Okay, sind wir ehrlich. Wer hat schon mal an einem Tag Diesel, Benzin, Gas und Petroleum verbrannt. Kommt doch eher selten vor, aber besser haben als hätte.

Wer ein „Gas-Fan“ ist findet sicherlich leichtere und kompaktere Kocher (siehe MSR Micro Rocket). Ist man ein „Benzin-Verfechter“ und sucht nach einem puren Brenner, bekommt sicher günstigere Modelle. Will man aber für jeden Supergau am Ende der Welt gewappnet sein und auch jeden alkoholhaltigen Tropfen verbrennen möchte, der braucht dieses Schmuckstück.

Er ist funktionell, robust und stabil, super verarbeitet, wenige Plastikteile. Mir scheint, er wurde für die Ewigkeit gebaut. Alles lässt sich einfach und schnell auseinander bauen ohne ein Diplom zu haben. Der Aufbau, die Benutzung und der Abbau sind intuitiv und wirklich auch für den technischen Tiefstflieger einfach.  Wo Licht ist, da ist auch Schatten.

Wenn Euch der von mir nachgemessene Verbrauch bei voller Leistung und bei halber Regleröffnung interessiert, dann findet Ihr in dieser Tabelle die Werte.

Das Problem Prellblech

Allem voran fiel mir des deplatzierte Prellblech auf. Dieses kleine Manko schränkt aber die Funktionstüchtigkeit keinesfalls ein, nur erwartet man bei so einem Highend-Teil doch Perfektion, oder? Das Prellblech wird durch drei kleine Arme an der Brennerglocke gehalten. Diese drei Arme trennen am Ende die Gesamtflamme drei Teile. Leider sind diese drei Arme 1cm versetzt zu den Standfüßen und der Topfauflage (siehe linkes Bild). Das bedeutet nun, dass im Betrieb die Flamme direkt die Enden der Auflagen unter Beschuss nimmt und diese anfangen zu glühen.

Wäre die Prellblecharme bündig mit den Topfauflagen, würde sich genau dort die Flamme teilen und die Enden würden nicht mehr glühen. Habe es temporär versucht und das Prellblech so montiert. Funktioniert also eigentlich super und könnte man fast so lassen, nur durch den seitlichen Schlitz, wo im Original das Prellblech eingehangen ist (siehe rechtes Bild, roter Kreis) stößt eine 5mm kleine Flamme nach außen auf den Korpus. Auch nicht schön. Viele Besitzer sind der Meinung, mit dem Schönheitsfehler kann man leben. Muss ich also wohl auch tun.

Outdoor Kocher

Outdoor Kocher

Der Gasbetrieb

Ein weiterer kleiner Nachteil störte mich beim Gasbetrieb. Die Kartusche wird am Schlauchende angeschlossen. Diese Arretierung besitzt aber keinen Regler, keinen Verschluss. Man arbeitet nur mit dem Feindosierer direkt am Kocher. Schließt man nun nach dem Kochvorgang die Zufuhr am Outdoor Kocher um diesen von der Kartusche zu trennen, bleibt im Schlauch  Restgas. Das hat zum einen zur Folge, dass dieses Restgas ungenutzt bleibt und beim Abtrennen der Kartusche entweicht. Außerdem dreht man das Regelventil direkt am Brenner im heißen Zustand zu und nach erkalten geht dieses etwas schwerer auf.

Abhilfe schafft man nach meinen ersten Erkenntnissen nur, indem man sofort nach Kochende, das Ventil schließt, die Kartusche abschraubt und das Ventil wieder aufdreht bis die Zuleitung erkaltet ist. Positiv sind mir im Gasbetrieb die beiden ausklappbaren Füße am Schlauchende aufgefallen. Sie ermöglichen es, das Gas flüssig (Kartusche auf dem Kopf) oder gasförmig (normal im Stand) zu verbrennen, je nach Temperatureinsatz und Leistungswunsch.

Einige berichten über Probleme beim Anzünden des Kochers, wenn Gas benutzt wird. Abhilfe konnte ich damit schaffen, dass ich den Outdoor Kocher mit dem Düsenauströmer waagerecht hielt und mit normalen Feuerzeug das Gas entfachte und parallel langsam höher regelte. Mit Gas rauscht er auch noch laut, aber auf jeden Fall leiser als im Benzinbetrieb. Wenn das laute Geräusch stört, der sollte sich eine Polar Dawg 2 an die 30 Euro kostet. Damit ist dann auch das Anzünden Vergangenheit. Mit der Leisebrennerkappe geht das ohne Probleme.

Wen die Geräusche beim Betrieb mit Gas und PolarDawg interessieren, der sollte sich diesen Test mit Dezibel-Werten und Videos anschauen, auch im direkten Vergleich mit Benzin und Prellblech sowie Polardawg.

Der Benzinbetrieb

Die mitgelieferte 400ml Flasche kann nur bis 300ml befüllt werden, also sollte die ungefähr für 75 Minuten im Vollbetrieb halten (bei 2,5min für 1 Liter Wasser macht das 30 Liter). Grob gerechnet komme ich auf 4ml/min. Da wir etwas ausgedehnt abends kochen (20min) und morgens nur Kaffee oder mal Milch (10min), kalkulieren wir pro Tag 30min ein, also 120ml. Bei einer Woche kommen wir also immer gut mit einer 1 L Flasche aus und haben noch Puffer um nebenbei mal ein Tee oder ein Mittagessen zu kochen.

Das Ventil an der Pumpe hat ein Sicherheitsmechanismus, sprich ohne angeschlossenen Schlauch fließt kein Benzin. Zum Vorheizen Regler am Brenner öffnen, nach 2 Sekunden wieder schließen und weißes Wattepad am Boden anzünden. Wenn alles verbrannt ist, langsam den Regler öffnen und los kann der Spaß gehen.

Ein Liter kaltes Wasser im Primus Primetech Powertopf (übrigens passen nur 1L und 1.8L Topf, da beim 3L Topf der Lamellenrand stört, Abhilfe schafft ein Verbiegen der Auflagen nach außen) wurde nun unter Volldampf mit Deckel und unter normalen Außentemperaturen zum kochen gebracht. Full Power, d.h. laut Hersteller 4200W, im Gasbetrieb nur 3300W. Den Unterschied merkt man allein daran, dass die Topfablage am inneren Rand ordentlich glühen.

Nach 2m30s ist alles vorbei (dokumentiert leider nur 2m47s), das Wasser brodelt. Was für ein Powergerät. Ausgeschalten wird der Kocher nicht durch Drehen am Regler, sondern durch Drehen der Flasche in die Off-Stellung. Nun zieht die Pumpe kein Benzin mehr, sondern nun noch Luft. Nach dem Drehen dauert es ca. 5 Sekunden und dann spuckt er kurz und geht aus. Der Druck ist raus und die Leitung kann abgeschraubt werden. Saubere Lösung.

Mit der Polar Dawg (Leisebrennerkappe) richtig vorheizen 

Es gibt keinen leisen Power, also entweder akzeptiert man die lauten Benzinkocher oder gibt sich mit leiseren Gasbrennern ab. So dachte ich es bist jetzt und so war zwischen uns immer Funkstille, wenn gekocht wurde. Im Umkreis von 50 Meter nahm man keine Geräusche mehr war und auch danach hatte man immer noch ein Tinnitus im Ohr. Irgendwann vor geraumer Zeit hörte ich dann was von „Leisebrennerkappen“ oder auch „Silencer“. Gott, diese Worte versprachen ja förmlich Kochidylle. Mir waren aber immer die 50 Euro zu teuer und irgendwie hatten wir uns mit den „Schreihälsen“ arrangiert.

Dann fasste ich nach langer Recherche doch den Entschluss, mal zu schauen, wie diese PolarDawg denn funktionieren. Bestellen kann man das Teil hier, Lieferzeit allerdings 2 Wochen, da es anscheinend je Bestellung produziert wird. Also bestellt, geliefert und gleich mal auf dem Balkon ausprobiert. Altes Prellblech ab, neue Kappe rein. Sie ist passgenau und wird exakt für den gewünschten Kocher produziert. Beim ersten Einsetzen saß sie noch locker drin, mittlerweile müsste ich ordentlich Kraft aufwenden, um sie aus der Brennerglocke zu bekommen. Ohne Arretierung hält sie nun ihre Stellung. Ventil auf zum Vorheizen. Gleich beim ersten Benutzen fällt mir ein großes Problem auf.

Das herausschießende Benzin prallt nicht gegen ein Blech, um dann auf das Wattetuch zu fallen, damit genau dort die Leitung vorgeheizt wird, sondern es spritzt in die Kappe und aufgrund des hohen Randes verbleibt es auch dort drin. Also muss man entweder viel mehr Benzin als nötig zum Vorheizen nutzen oder man kippt den Kocher, damit das Benzin an de richtigen Stellen zum Vorheizen fließt.

Eine bessere Variante funktioniert mit loser Kappe. Ergo darf diese nie festsitzen oder in Eigenbau mit Draht fixiert werden. Die Brennerglocke kann dementsprechend auch zurecht gebogen werden. Zum Vorheizen dreht ihr nun die PolarDawg anders herum, damit das Benzin gegen die geschlossene Kappe prallt und hinunter ins Wattetuch läuft. Dann dreht Ihr die Kappe richtig herum und heizt vor. So spart Ihr Euch viel Benzin und erreicht einen optimalen Vorheizvorgang. Im folgenden Video seht Ihr die Prozedur anschaulich.

Lautstärkevergleich PolarDawg und Prellblech

Subjektiv ist die PolarDawg wirklich leiser, ABER nicht leise. Im Vergleich zum Prellblech kann man sich nun bei der 3/4 Leistung gut unterhalten, bei voller Power, wo dann die Flamme bereits über der Kappe wieder gelb flackert, wird es auch laut. Ich finde das Kochen mit PolarDawg in den kleinen Drehbereichen noch besser dosierbar. Dachte ich erst, dass die Kappe die Flamme nachteilig beeinflussen würde, was die Leistung anbelangt, musste ich mich eines Besseren belehren lassen.

Damit Ihr Euch auch einen Eindruck verschaffen könnt, habe ich folgend den Polaris mit Prellblech und PolarDawg gestest und die Dezibel-Werte analysiert. Zum Vergleich habe ich auch mal den Geräuschpegel beim Gasbetrieb mit der PolarDawg gemessen. Objektiv betrachtet hätte ich gedacht, dass die Werte spürbarer auseinander liegen, denn mit Prellblech wird subjektiv eine raue und aggressive Läutstärke erzeugt, wo eine Unterhaltung am Kocher unmöglich ist. Bei der PolarDawg ist das ohne Weiteres möglich. Also überzeugt Euch selbst.

Folgend findet Ihr die Tabellen und auch die Videos mit den Geräuschen und den nachvollziehbaren Messwerten. Ich habe immer den Drehregler verschlossen und ab dieser Stellung dann bei einer viertel, halben und ganzen Umdrehung die Werte gemessen. Zusätzlich dann auch noch im Maximum, bis der Regler nicht mehr weiter rausging. Dieser Wert ist aber meistens nicht relevant, da bei voll ausgefahrenen Regler die Kocher meistens spucken.

 Polaris mit Prellblech
Benzinbetrieb
Polaris mit Polardawg
Benzinbetrieb
Polaris mit Polardawg
Gasbetrieb
1/4 Umdrehung63 dB50 dB40 dB
1/2 Umdrehung72 dB64 dB52 dB
1 Umdrehung78 dB71 dB63 dB
maximale Drehung80 dB74 dB65 dB

Die wahnsinnigen Kochzeiten

Bei einem Test mit kalten Wasser und kalten Topf schaffte ich in zwei Versuchen erst 2m48s und dann noch einmal 2m35s mit der PolarDawg. Mit dem Prellblech erreichte ich, wie oben bereits beschrieben, ähnliche Zeiten. Der Kocher ist als echt der Wahnsinn. Wenn Ihr mit der Kappe Erfahrungen gemacht und Tipps habt, immer her damit. In den folgenden beiden Videos seht Ihr, wie man mit dem Prellblech oder der Leisebrennerkappe tolle Kochzeiten erreicht. 

MSR Dragonfly im Test  Details und Beschreibung  zurück zur Liste

Der längste und wohl verlässlichste Begleiter ist unser Dragonfly, der mit seinen drei ausklappbaren Armen seinen Namen alle Ehre macht. Viele bemängeln immer die aus Plastik bestehende, nicht gerade solide anmutende Pumpe. Dem ist aber nicht so.  Einzig muss ab und an mal das Pumpenleder mal wieder in die richtige Form gebracht und gefettet werden, damit wieder Druck in die Flasche kommt.

Ansonsten gibt es nur Lob auszusprechen und gerade im Vergleich mit dem Optimus Polaris lässt sich dieser Kocher leichter und schnell vorheizen, die Aufwärmphase bis man „volle Kanne“ geben kann ist kürzer und die Düse verstopft nicht so schnell. Echt ein wartungsarmer, funktioneller und sehr sicher stehender Outdoor Kocher, der durch seine drei breiten Arme genug Auflagefläche auch für größte Töpfe bietet.

Wenn Euch der von mir nachgemessene Verbrauch bei voller Leistung und bei halber Regleröffnung interessiert, dann findet Ihr in dieser Tabelle die Werte.

Leisebrennerkappe (PolarDawg)

Nachdem ich so eine Kappe bereits beim Polaris im Einsatz hatte, fiel mir nach den durchweg positiven Erfahrungen die Entscheidung nicht schwer, mir auch eine für den Dragonfly zuzulegen. Die beiden Kappen unterscheiden sich generell in ihrer Bauart, da ja auch andere Brennerglocken in den Kochern verbaut sind. Jedoch haben sie eins geändert, was die Nutzung beim Dragonfly einfacher macht. Auf der Unterseite befinden sich drei Schlitze. 

Beim Vorheizen schießt nun Benzin in die PolarDawg, kann aber durch die Schlitze (siehe bild unten) wieder nach unten auf das Wattetuch tropfen, wo es ja auch zum Vorheizen hin soll. Diese Schlitze fehlen der PolarDawg von Polaris. Hier muss man ergo immer die Kappe vorm Vorheizen umdrehen. Das entfällt hier beim Dragonfly. Also kann man in Eigenbau die Kappe auch mit Draht fixieren, denn ab und an fällt sie trotzdem wieder heraus. 

Wenn Ihr sie nicht fixiert, solltet Ihr die Kappe vorm Zusammenklappen entfernen. Wenn diese sich im eingeklappten Zustand lockert, verkeilt sie den Kocher und ein Ausklappen wird unmöglich. Also entweder selbst fixieren, für immer und ewig, oder vorm Zusammenpacken Kappe entfernen.

 

Lautstärke Test

Da ich mir nun auch für den zuverlässigen Dragonfly eine PolarDawg geholt hatte, ist also ein Lärmpegelvergleich längst überfällig. In der Tabelle und im folgenden Video könnt Ihr den Test nachverfolgen.

 MSR Dragonfly mit PrellblechMSR Dragonfly mit PolarDawg
1/4 Umdrehung63 dB44 dB
1/2 Umdrehung70 dB51 dB
1 Umdrehung76 dB60 dB
maximale Drehung78 dB63 dB

 

MSR Micro Rocket im Test Details und Beschreibung zurück zur Liste

Der Brenner lässt sich unkompliziert auf Schraubkartuschen arretieren. Dabei sollte man bei den letzten Drehungen etwas zügiger drehen, da ansonsten schnell Gas entweicht. Die Kartusche ist selbst schließend und wird mit einer im Brenner befindlichen spitzen Zuleitung geöffnet, sobald man diesen auf die Kartusche dreht. Das hat den Vorteil, dass man nach dem Kochen den Brenner immer wieder von der Kartusche trennen kann, um alles besser und sicherer verstauen zu können.

Das Anzünden und kochen ist gegenüber dem Benzin-Kochen eine saubere und simple Sache. 1 Liter Wasser bringt die Düse, die auch ordentlich Krach macht, in 3.5 Minuten zum kochen. Die Flamme ist sehr präzise regelbar und auch der Regler ist einklappbar. Dieser Gasbrenner unterscheidet sich von anderen, dass er am Ende genau so viel Krach wie ein Benziner macht. Wir sind das gewohnt, also stört uns das nicht.

Durch die breite Kartusche steht der Brenner sicher auf flachen und glatten Oberflächen. Da der Boden der Kartusche aber unflexibel ist, gestaltet sich der Stand auf unebenen, schrägen oder hügeligen Flächen zum Wackelakt. Das kenne ich von den Benzinern mit breiten Einzelfüßen besser.

Beim Kochen ist die Flamme ziemlich weit über dem Boden. Wir wollten uns keinen zweiten Windschutz kaufen, aber die flachen vorhandenen von den Benzinbrennern schützen nicht genug. Somit muss dann immer eine kleine künstliche Erhöhung gebaut werden, damit der Windschutz Sinn macht. Die hohe Lage des Topfes über dem Boden hat außerdem den Nachteil, dass die gesamte Einheit Kartusche- Brenner- Topf sehr hoch ist und anfällig für ein versehentliches Umkippen ist.

Das Flammkreuz auf der Düse haben wir gleich in der ersten Woche verloren, aber nie wirklich vermisst. Wann werde ich nun diesen Gasbrenner benutzen, bei den vielen Kochern? Sicher auf Wochenendtouren, nie auf längeren Reisen in abgeschiedene Gebiete. Die Kartuschen sind hier das Problem. Benzin bekommt man überall her. Sicher muss auch überlegt werden, was gekocht werden soll. Nur zum Wasser erhitzen reicht der Gasbrenner aus, richtige Mahlzeiten möchte ich aufgrund der punktuellen Flamme nicht mehr zubereiten. Stets war genau mittig im Topf das Essen angebrannt.

Lautstärke Test

Im Zuge der Tests von Dragonfly und Polaris habe ich auch gleich noch einmal die Micro Rocket im Video einem Lärmpegeltest unterzogen. Anbei die Dezibel-Werte und das Video. Gut zu erkennen, dass die Flamme nicht in die Breite streut, sondern mittig nach oben schießt. Der Topf wird also punktuell in der Mitte am meisten erhitzt und nicht wie bei den Benzin-Brennerglocken breitflächig.

 MSR Micro Rocket
1/2 Umdrehung34 dB
3/4 Umdrehung61 dB
1 Umdrehung70 dB

Solo Stove Hobo im Test  Details und Beschreibung  zurück zur Liste

Weiter oben schrieb ich bereits von den beiden Bauformen eines Hobo’s. Der Solo Stove ist ein Holzvergaser (WGS), der doppelwandig ist und somit effizienter und sauberer arbeitet, da er weniger Holz benötigt, weniger rust und raucht. Standard Hobo’s haben dafür den Vorteil, leichter und geringer im Packmaß zu sein, da sie faltbar sind. Tolle Produkte sind hier der Brennerle oder die altbekannten Bushcraft Essentials . Bei den WGS kann ich nur die von Solostove empfehlen. In ihrer Bauweise ähneln sich die Modelle anderer Firmen sehr.

Die Vorteile der WGS sind eine geschlossene Brennkammer und somit etwas sicherere Handhabung als die löchrigen Falthobo’s. Außerdem wird der Waldboden mehr geschont, da keine Asche auf den Boden fallen kann. Bei den WGS verbleibt diese in der Brennkammer und wird nach erkalten einfach ausgeschüttet. Wie er auf dem Video unten sehen könnt, entsteht durch den Schloteffekt eine ruhige Flamme und durch den Aufsatz, der ein schmaleres Loch hat als die Brennkammer, hält sich der Funkenflug auch in Grenzen.

Wir sind echt zufrieden mit unserem Solostove Titan (Titan steht hier für die Größe, nicht für das Material!), der in Sachen Gewicht und Funktion für uns das Optimum darstellt. Klar, mit 500gr kein Leichtgewicht, aber dafür in dieser Größe auch gut als Lagerfeuerersatz funktionell, der Wärme spendet.

Ich werde hier zeitnah mal ein Video zeigen, wie einfach und sauber der Umgang mit dem Solo Stove ist. Folgend ein Eindruck, wir romantisch so ein Hobo sein kann.

 

Mit Benzinkochern heizen  Details und Beschreibung  zurück zur Liste

Im Winter 2019 probierten wir auf unseren Zelttouren einen selbst gebauten Holzofen aus, der mit verlängertem Ofenrohr durch den Lüfter nicht nur ordentlich Wärme ins Zelt brachte, sondern auch jede Menge Rauch. Obwohl die Brennkammer groß genug war, musste man permanent nachlegen, um die Flamme am Leben zu erhalten. Verpasste man den Zeitpunkt, kam es zu starker Rauchentwicklung. Misserfolg möchte ich es dennoch nicht nennen, denn dieser Ofen hat durchaus seine Daseinsberechtigung, falls wir uns doch noch einmal ein Tipi anschaffen sollten.

Ordentlich Rauch im Schornstein und Innenzelt
Der Heizofen dient zusätzlich als Kocher

Da wir nun mal gern auch im tiefen Winter zelten gehen, war ich auf der Suche nach einer leichteren und praktikableren Lösung. Fündig wurde ich im Netz bei den Stichworten „Heizaufsatz für Kocher“. Leider wurde mir immer ein Aufsatz empfohlen, der für große und schwere Ein-Platten-Gasherde gedacht war. Ich bestellte ihn trotzdem erst einmal und ein erster Test mit dem MSR Micro Rocket Gaskocher verlief erfolgreich. Ich war über die Wärmeentwicklung erstaunt. Jedoch stand der Aufsatz lose auf dem Kocher, da die vorgesehene Vier-Punkt-Arretierung nicht zu meinem MSR passte. Außerdem machte ich mir so meine Gedanken über den Kartuschenverbrauch, wenn ich mit dem Teil mal drei Stunden das Zelt heizen möchte.

Wie immer, zerbrach ich mir den Kopf. Warum nicht einen Benzinkocher dafür nutzen. Benzin ist günstiger, die Kocher bringen mehr Leistung und die Brenner sind größer und verteilen eine größere Flamme viel gleichmäßiger. Da uns Benzinkocher sowieso mehr am Herzen liegen und wir diese eh immer mit zum Kochen dabei haben, testete ich vorerst die Kompatibilität vom MSR Dragonfly und dem Optimus Polaris. Schnell stellte ich fest, dass der Aufsatz gleichmäßiger erhitzt wird und mehr Wärme abstrahlt, vor allem in die Höhe und auf den Boden.

Da der Heizer ja nun mal im Innen- oder Vorzelt zum Einsatz kommen soll und unter dem Zelt meist Schnee oder der Zeltboden / die Footprint ist, war im nächsten Schritt eine Konstruktion nötig, die die nach unten abstrahlende Hitze reflektiert oder mildert. Ich hatte zwei alte Deckel von ausgemusterten Kochtöpfen parat, die ich nun umgekehrt mit einer Flügelmutter sowie -schraube fixierte. Für den Transport kann ich so nun ohne Werkzeug die Deckel von einander trennen und platzsparend in einander stapeln oder sogar ersatzweise für das Kochset als Deckel nutzen.

Ein Problem hatte ich aber immer noch. Der Aufsatz wackelte auf dem Kocher. Im Gedanken sah ich schon, wie Jemand das Teil im Zelt umstößt und eine kurze Stichflamme unser Hilleberg in Sekunden in Luft auflöst. Ich kenne meine Familie, also musste eine Lösung her. Da an den Deckeln des selbst gebauten Standfußes noch wechselseitig zwei Ösen vorhanden waren, nutzte ich diese nun für meine Art der Befestigung. Auf einer Seite bog ich mir einen 2 mm Stahldraht auf die richtige Länge zurecht. Die Länge des Drahtes variiert vom Polaris zum Dragonfly, da letzterer Kocher höher gebaut ist. Also musste ich hier einen zweiten Draht anfertigen.

An diesen Draht bog ich mir zwei Haken an den Enden zurecht, der eine kam in die Öse des Deckels, der andere in den horizontalen Spalt des äußeren Kerns am Heizaufsatz. Für die gegenüberliegende Seite nutze ich ein Spannschloss, welches an beiden Seiten mit Ösen versehen ist. Mit diesem kann ich nun den Aufsatz mittig positionieren und fixieren. So sitzt der Aufsatz mit Zug nach unten fest auf dem Kocher und selbst dieser wird durch den Druck nach unten auf dem Deckel fixiert.

Da ich die vier vorgesehenen Arretierungen am Aufsatz nicht für meine Zwecke benötige, habe ich diese mit einer Blechschere entfernt. Das ursprünglich Gewicht von 331,5 Gramm wurde nun auf 324,9 Gramm reduziert und somit 6,6 Gramm gespart, wow. Jetzt ist die Konstruktion und der Umbau fertig und diese wurde nun einem Test unterzogen, bei dem ich den Verbrauch, die Temperaturentwicklung und das Handling betrachten wollte. Hier nun meine Ergebnisse in Wort, Bild, Zahlen und Video. Abschließend findet Ihr Vor- und Nachteile des Heizers, Tipps sowie ein vorläufiges Resümee.

Testablauf

  • Der Test wurde auf dem 12 Grad kalten Dachboden durchgeführt
  • Es wurde immer 30 Minuten je Kocher und Leistungsregelung getestet und auf eine Stunde hochgerechnet
  • Das Gewicht von Benzin wurde ermittelt, 200 ml entsprechen dabei 151 Gramm
  • Die Flasche inkl. Pumpe wurde vor und nach Gebrauch gewogen (getrennt von der Benzinleitung)
  • Gewichtswerte wurden dann in Volumenwerte umgerechnet und auf volle Gramm ab-/aufgerundet
  • für jeweils 15 Minuten wurde ein Thermometer in 30 cm und 100 cm Entfernung zum Aufsatz platziert

Messwerte

Optimus Polaris

  • Beim Polaris wiegt die Pumpe 82,5 Gramm, die kleine Flasche 146,5 Gramm und 200 ml Benzin 151 Gramm, zusammen 380 Gramm
  • nach 30 Minuten volle Power wog die Flasche nur noch 277 Gramm, ergo 103 Gramm Verbrauch
  • Das ergab nach dem Dreisatz 135 ml je 30 Minuten, ergo 270 ml je Stunde
  • Bei halber Regleröffnung wog die Falsche nach 30 Minuten 292 Gramm, ergo 88 Gramm Verbrauch je 30 Minuten
  • Das ergibt nach dem Dreisatz 115 ml, ergo 230 ml je Stunde
  • Die Temperatur war bei voller Leistung in 30 cm Nähe 30 Grad, in 100 cm Entfernung noch 20 Grad
  • bei halber Regleröffnung sanken die Temperaturen in 30 cm Nähe auf 22 Grad, in 100 cm Entfernung auf 15 Grad

MSR Dragonfly

  • Die mittlere rote Flasche wiegt 146,4 Gramm, die Pumpe 65,6 Gramm und 600 ml Benzin 453 Gramm, zusammen also 665 Gramm
  • nach 30 Minuten volle Leistung wog die Flasche nur noch 530 Gramm, ergo 135 Gramm Verbrauch
  • umgerechnet ergab das 178 ml, ergo 356 ml je Stunde
  • bei halber Regleröffnung wog die Flasche nach 30 Minuten 552 Gramm, somit 113 Gramm Verbrauch
  • umgerechnet waren das 150 ml, ergo 300 ml je Stunde
  • Die Temperatur war bei voller Leistung in 30 cm Nähe 29 Grad, in 100 cm Entfernung noch 19 Grad
  • bei halber Regleröffnung sanken die Temperaturen in 30 cm Nähe auf 21 Grad, in 100 cm Entfernung auf 15 Grad

Ergebnisse, Beobachtungen, Schlussfolgerungen

  • Bevor der Aufsatz richtig zum Einsatz kommt, sollte dieser „eingebrannt“ werden. Die ersten 30 Minuten riecht der Aufsatz aufgrund der schwarzen Farbe des Deckels unangenehm.
  • Die Zwei-Deckel-Konstruktion mit den beiden seitlichen Befestigungen hat eine hohe Seitenstabilität, so dass ein Umkippen auf ein Minimum reduziert wird. Des weiteren schützen diese beiden Deckel den Boden vor starker Erhitzung, da der Aufsatz extrem viel Hitze nach unten ableitet.
  • Die Deckel reflektieren nun die Hitze, jedoch 15 cm im Umkreis ist der Boden immer noch mehr als handwarm. Ein kleines Sitzkissen dient als weiterer Schutz und kann zum Transport platzsparend im Innenraum des Heizaufsatzes verstaut werden. Nun ist der Boden geschützt und ich vermeide unnötige Schneeschmelze unter dem Zelt.
  • Extrem viel Wärme wird logischerweise nach oben abgestrahlt. Hier kann man die Hand 30 cm entfernt nicht lange hinhalten. Die obere schwarze Plattform kann während des Heizens auch gut zum Aufwärmen oder -kochen genutzt werden.
  • Die selbst gebastelten Widerhaken, einer aus Stahl, der andere aus Aluminium, haben sich nicht verformt. Nur etwa 1-2 mm der Enden haben geglüht und behielten ihre Form.
  • Nach Ausschalten der Kocher brauchte der Aufsatz etwa 10 Minuten zum Auskühlen und war dann nur noch handwarm. Der Aufsatz kann jedoch auch schon eher deinstalliert werden, da im Lieferumfang eine Zange enthalten ist, die sich auch gut eignet, um die Silencer zu positionieren. (siehe Video)
  • Aufgrund der kürzeren Zuleitung, muss die Benzinflasche des Dragonfly’s höher gelagert werden.
  • Im direkten Vergleich ist der Verbrauch beim Polaris sparsamer und auf einen Liter Benzin hochgerechnet kann man mit ihm bei voller Leistung 3 Stunden 42 Minuten heizen, mit dem Dragonfly nur 2 Stunden und 48 Minuten, ergo eine Stunde länger.
  • Bei halber Regleröffnung heizt der Polaris bei einem Liter 4 Stunden 21 Minuten, der Dragonfly 3 Stunden 20 Minuten, also ebenso eine volle Stunde länger.
  • Beim Polaris sitzt der Aufsatz tiefer, die Flamme breitet sich innerhalb des Aufsatzes aus und erhitzt diesen gleichmäßig bis obenhin, bei voller Leistung glüht der innere Kern komplett und gleichmäßig, bei halber Regleröffnung glüht das obere Drittel etwas weniger.
  • Da der Dragonfly höher gebaut ist, breitet sich die Flamme außerhalb des Aufsatzes aus und trifft zwischen äußeren und inneren Kern auf, so dass viel Energie in den äußeren Kern geht und somit der innere Kern weiter oben etwas weniger glüht. Einen signifikanten Wärmeverlust konnte ich jedoch anhand der Messwerte und dem Empfinden nach nicht vernehmen.

 

 Optimus PolarisMSR Dragonfly
Temperatur
Dachboden
12 Grad12 Grad
Temperatur 30 cm
volle Leistung
30 Grad29 Grad
Temperatur 100 cm
volle Leistung
20 Grad19 Grad
Temperatur 30 cm
halbe Drehung
22 Grad21 Grad
Temperatur 100 cm
halbe Drehung
15 Grad15 Grad
Verbrauch bei
voller Leistung
270 ml / h356 ml / h
Verbrauch bei
halber Regleröffnung
230 ml / h300 ml / h
Brenndauervergleich
bei 1 Liter Benzin
und voller Leistung
3 Stunden
42 Minuten
2 Stunden
48 Minuten
Brenndauervergleich
bei 1 Liter Benzin
und halber Drehung
4 Stunden
21 Minuten
3 Stunden
20 Minuten

 

Bild 1 von 11

Gewicht im Original Zustand

 

Vor- und Nachteile

  • Laut Beschreibung soll der kleine Aufsatz bis zu 2 kW / 6800 BTU leisten. Diese Werte konnte ich leider nicht nachprüfen, jedoch vernahm ich  permanent eine angenehme Wärme, auch noch im Umkreis von einem Meter.
  • Der Aufsatz wärmt nicht nur in eine Richtung, sondern 360 Grad und nach oben. So kann diese Wärmequelle mittig im Zelt platziert werden, um den Innenraum gleichmäßig zu erhitzen.
  • Man braucht kein zusätzliche Heizeinheit, da man den Kocher ja sowie so mit dabei hat.
  • Während des Heizens kann man auf dem Aufsatz auch Dinge warmhalten oder aufkochen.
  • Die Nutzung des Aufsatzes mit einem Benzinkocher ist praktikabler und günstiger als mit Gaskartusche.
  • Will man es warm haben, muss man am Ende ca. 1.5 bis 2 kg Mehrgewicht mitschleppen (1 Liter Benzin, Aufsatz, zwei Deckel).
  • Die Benutzung von Kochern im Innenzelt birgt so einige Gefahren. Man kann durch Unachtsamkeit sein Zelt abfackeln oder an einer Kohlenmonoxidvergiftung verenden.
  • Durch die extrem lange Dauernutzung des Kochers kann ich mir durchaus einen schnelleren Verschleiß bei den Düsen oder dem Material vorstellen. Keine Ahnung, ob die Kocher für einen Dauerbetrieb von drei bis vier Stunden geeignet sind.

Tipps

  • Immer für gute Belüftung im Zelt sorgen. Das Innenzelt niemals komplett verschließen, alle Außenzelt-Lüfter komplett öffnen. Den Heizaufsatz am besten so platzieren, dass nach oben hin ein Abzug gewährleistet wird.
  • Wenn man den Verbrauch bei voller und halber Regleröffnung betrachtet, könnte ich mir in der Praxis einen Mix aus beiden vorstellen. Am Anfang volle Power, um das Zelt warm zu bekommen, danach auf halber Leistung, um die Wärme zu halten.
  • Möchte man den Kocher samt Aufsatz und Hitzeschutz im Betrieb umsetzen, empfiehlt sich eine Griffzange.
  • Es ist selbsterklärend und steht auch groß auf dem Aufsatz „HOT“ drauf, aber im Betrieb sollte man weder äußeren Kern, noch den schwarzen Deckel anfassen. Auch die Deckelkonstruktion kann bei voller Power mehr als handwarm werden.
  • Im Umkreis von 30 cm sollten sich keine brennbaren Dinge befinden. Die Konstruktion sollte frei stehen, um die Wärme zu entfalten.

vorläufiges Resümee

  • Wenn ich die einfache Handhabung mit dem des Holzofens vergleiche und außerdem das Zusatzgewicht, was ich mitschleppen muss, liegt aktuell dieser kleine Heizaufsatz ganz weit vorn. Keine Rauchentwicklung, schneller Aufbau und ausreichende Wärmeentwicklung.
  • Im Vergleich der beiden Kocher schneidet der Polaris in vielerlei Hinsicht besser ab. Nicht nur der Verbrauch ist geringer, sondern aufgrund der langen Zuleitung liegt die Benzinflasche etwas weiter weg vom Kocher und kann direkt auf dem Boden platziert werden. Außerdem trifft die Flamme präzise im inneren Kern auf und bringt den äußeren Kern überhaupt nicht zum Glühen.
  • Der Aufsatz ist für mich eine Lösung für ein- bis zweitägige Wintertouren, wo man mal gut zwei Liter Benzin zusätzlich mitschleppen kann. Auf längeren Touren sollte sich wieder ein Holzofen rentieren, da man das Brennmaterial ja vor Ort findet.

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